Insektenfreundlich gärtnern

Ein Gemüsegarten wird lebendiger, wenn auch etwas blüht. Bienen und Hummeln bestäuben Zucchini, Kürbis und Erdbeeren, Schwebfliegen und Marienkäfer fressen als Larven Blattläuse.

Die Pflanzen hier blühen lange und reich, und fast alle sind selbst essbar oder nützlich in der Küche.

30 Pflanzen im Mittel für Deutschland

  • Vorziehen
  • Direktsaat
  • Auspflanzen
  • Ernte
  • Jungpflanze wächst drinnen
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Worauf du achten solltest

  1. Blühpflanzen zwischen das Gemüse säen statt in ein eigenes Beet, dann sind die Nützlinge gleich dort, wo sie gebraucht werden.
  2. Einige Kräuter wie Dill und Salbei einfach blühen lassen.
  3. Ringelblume und Borretsch säen sich selbst aus und kommen jedes Jahr wieder.

Passt gut zusammen

Diese Pflanzen aus der Liste sind gute Nachbarn und können nebeneinander wachsen.

Welche Nützlinge sie anlocken

Was die Pflanzen den Insekten bieten und wie das im Beet hilft. Mehr zu jedem Nützling unter Nützlinge.

Zucchini

  • Hummeln: Die großen gelben Blüten bieten viel Pollen und Nektar. Hummeln fliegen schon früh am Morgen und bei kühlem Wetter und bestäuben die weiblichen Blüten zuverlässig.
  • Honigbienen: Honigbienen sammeln an den offenen Blüten reichlich Nektar und Pollen. Jede weibliche Blüte braucht Pollen von einer männlichen, sonst wächst keine Frucht.
  • Wildbienen: Zucchiniblüten sind für viele Wildbienen eine ergiebige Nahrungsquelle im Sommer. Je mehr Bestäuber kommen, desto seltener faulen die jungen Früchte.

Kürbis

  • Hummeln: Die großen Blüten öffnen sich früh am Morgen und schließen sich oft schon mittags. Hummeln sind dann schon unterwegs und bestäuben sie auch bei kühlem Wetter.
  • Honigbienen: Kürbisblüten bieten reichlich Nektar und Pollen. Bienen tragen den Pollen von den männlichen zu den weiblichen Blüten, ohne das wachsen keine Früchte.
  • Wildbienen: Viele Wildbienen nutzen die großen, offenen Blüten als Nahrungsquelle. Gut bestäubte Blüten ergeben gleichmäßig geformte Früchte.

Topinambur

  • Hummeln: Die gelben Blüten öffnen sich im September und Oktober, wenn Hummeln kaum noch Futter finden.
  • Wildbienen: Spät fliegende Wildbienen sammeln an den Blüten Pollen.
  • Schwebfliegen: Auch Schwebfliegen besuchen die späten Blüten.

Schnittlauch

  • Wildbienen: Die violetten Kugelblüten sind eine wichtige Futterquelle für viele Wildbienen, vor allem im Frühsommer.
  • Hummeln: Hummeln besuchen die Blüten auch bei kühlem Wetter und bestäuben dabei benachbarte Erdbeeren und Gemüse.
  • Honigbienen: Die Blüten liefern viel Nektar und Pollen.

Dill

  • Schwebfliegen: Die offenen gelben Dolden bieten leicht erreichbaren Nektar und Pollen. Die Larven der Schwebfliegen fressen Blattläuse im ganzen Beet.
  • Schlupfwespen: Die winzigen Schlupfwespen brauchen offene, flache Blüten wie die Dolden des Dills. Sie legen ihre Eier in Blattläuse und Raupen.
  • Florfliegen: Erwachsene Florfliegen ernähren sich von Nektar und Pollen der Dolden. Ihre Larven fressen große Mengen Blattläuse.
  • Marienkäfer: Marienkäfer finden am Dill Pollen und oft auch Blattläuse als Futter. Sie bleiben dann im Beet und legen dort ihre Eier ab.

Koriander

  • Schwebfliegen: Die flachen weißen Dolden bieten leicht erreichbaren Nektar. Die Larven der Schwebfliegen fressen Blattläuse.
  • Schlupfwespen: Die kleinen Einzelblüten passen zu den kurzen Mundwerkzeugen der Schlupfwespen.
  • Wildbienen: Kleine Wildbienen sammeln an den Dolden Nektar und Pollen.

Salbei

  • Hummeln: Die Lippenblüten sind auf schwere Bestäuber wie Hummeln gebaut, die den Nektar tief in der Blüte erreichen. Hummeln bestäuben dabei auch Gemüse in der Nähe.
  • Wildbienen: Viele Wildbienen, darunter Wollbienen, sammeln an Salbei Nektar und Pollen. Blühender Salbei im Frühsommer ist für sie eine wichtige Futterquelle.
  • Honigbienen: Honigbienen fliegen die Salbeiblüten bei warmem Wetter gern an. Sie bestäuben auf dem Weg auch Obst und Gemüse im Garten.

Thymian

  • Honigbienen: Die vielen kleinen Blüten liefern reichlich Nektar, Thymianhonig ist eine eigene Sorte.
  • Wildbienen: Viele kleine Wildbienen fliegen auf die niedrigen Blüten.
  • Hummeln: Hummeln besuchen die Blüten auch an kühlen Tagen.
  • Schwebfliegen: Die offenen Blüten bieten auch Schwebfliegen Nektar.

Oregano

  • Honigbienen: Die rosa Blüten liefern im Hochsommer viel Nektar, wenn anderswo wenig blüht.
  • Hummeln: Hummeln fliegen die dichten Blütenstände gern an.
  • Wildbienen: Viele Wildbienen sammeln an Oregano Nektar und Pollen.
  • Schwebfliegen: Schwebfliegen finden an den offenen Blüten Nektar. Ihre Larven fressen Blattläuse.

Rosmarin

  • Hummeln: Die Blüten öffnen sich schon im zeitigen Frühjahr, wenn Hummelköniginnen dringend Nahrung brauchen.
  • Wildbienen: Früh fliegende Wildbienen finden an den blauen Blüten Nektar.
  • Honigbienen: Die Blüten liefern Nektar zu einer Zeit, in der noch wenig blüht.

Lavendel

  • Hummeln: Die blauen Blüten gehören zu den beliebtesten Pflanzen für Hummeln im Sommer.
  • Wildbienen: Viele Wildbienen, darunter die Wollbiene, fliegen gezielt Lavendel an.
  • Honigbienen: Lavendel liefert wochenlang Nektar.
  • Schwebfliegen: Auch Schwebfliegen besuchen die Blüten.

Minze

  • Schwebfliegen: Die kleinen Blüten liefern Nektar für Schwebfliegen, deren Larven Blattläuse fressen.
  • Schlupfwespen: Die kurzen Blüten passen zu den Mundwerkzeugen der Schlupfwespen.
  • Honigbienen: Blühende Minze wird im Hochsommer von Honigbienen stark besucht.
  • Hummeln: Hummeln fliegen die Blüten an warmen Tagen gern an.

Zitronenmelisse

  • Honigbienen: Die kleinen weißen Blüten sind voller Nektar. Imker rieben früher ihre Bienenstöcke mit Melisse ein.
  • Wildbienen: Viele Wildbienen besuchen die Blüten im Hochsommer.
  • Hummeln: Auch Hummeln fliegen die Blüten gern an.

Borretsch

  • Honigbienen: Die blauen Sternblüten bilden laufend viel Nektar nach und werden von Honigbienen den ganzen Tag besucht. Sie bestäuben dabei auch Gurken, Zucchini und Erdbeeren in der Nähe.
  • Hummeln: Die hängenden Blüten geben ihren Pollen erst frei, wenn Hummeln sie durch Vibrieren schütteln. Hummeln fliegen auch bei kühlem Wetter und bestäuben dann die Nachbarpflanzen.
  • Wildbienen: Viele Wildbienen sammeln an Borretsch Nektar und Pollen. Die lange Blütezeit bis in den Herbst bietet ihnen durchgehend Futter.
  • Blumenwanzen: Blumenwanzen finden an Borretsch Pollen und die Blattläuse, die sich an den Stängeln sammeln. Von dort aus jagen sie auch an benachbarten Pflanzen.

Johannisbeeren

  • Wildbienen: Die Blüten öffnen sich im April und bieten früh im Jahr Nektar und Pollen. Gut bestäubte Trauben tragen mehr Beeren.
  • Hummeln: Hummeln fliegen auch bei kühlem Aprilwetter und bestäuben die Blüten dann, wenn Bienen noch im Stock bleiben.

Stachelbeeren

  • Wildbienen: Die kleinen Blüten öffnen sich schon im April und liefern frühen Nektar. Wildbienen sorgen für einen guten Beerenansatz.
  • Hummeln: Hummeln fliegen auch bei kühlem Frühlingswetter und besuchen die hängenden Blüten gern.

Himbeeren

  • Honigbienen: Himbeeren sind eine gute Bienenweide mit viel Nektar. Honigbienen fliegen die Blüten wochenlang an.
  • Hummeln: Hummeln bestäuben die nach unten hängenden Blüten gründlich, dann werden die Früchte vollständig und fallen nicht krümelig auseinander.
  • Wildbienen: Viele Wildbienenarten sammeln an Himbeerblüten Nektar und Pollen.

Brombeeren

  • Honigbienen: Brombeeren blühen lange von Juni bis in den August und liefern viel Nektar in einer Zeit, in der im Garten oft wenig blüht.
  • Wildbienen: Viele Wildbienen und Schwebfliegen besuchen die offenen, flachen Blüten.
  • Hummeln: Hummeln bestäuben die Blüten gründlich, dann bilden sich vollständige Früchte.

Heidelbeeren

  • Hummeln: Die glockenförmigen Blüten geben ihren Pollen am besten frei, wenn Hummeln an ihnen vibrieren. Gut bestäubte Blüten bilden größere Beeren.
  • Wildbienen: Die Blüten öffnen sich im Frühling und liefern Wildbienen Nektar und Pollen.

Kapuzinerkresse

  • Hummeln: Die Blüten tragen den Nektar in einem langen Sporn, den Hummeln gut erreichen. Sie bestäuben dabei auch Zucchini, Kürbis und Tomaten in der Nähe.
  • Schwebfliegen: Schwebfliegen legen ihre Eier gern an Blattlauskolonien, wie sie an Kapuzinerkresse häufig sind. Ihre Larven fressen die Läuse ab.
  • Marienkäfer: Die Blattläuse an der Kapuzinerkresse sind Futter für Marienkäfer und ihre Larven. So baut sich im Beet ein Bestand an Blattlausjägern auf.

Ringelblume

  • Schwebfliegen: Die offenen Korbblüten bieten leicht erreichbaren Pollen und Nektar. Die Larven der Schwebfliegen fressen dann Blattläuse an Ringelblumen und am Gemüse daneben.
  • Marienkäfer: Marienkäfer finden an Ringelblumen Pollen und die Blattläuse unter den Knospen. Sie legen dort ihre Eier ab und ihre Larven jagen im ganzen Beet.
  • Blumenwanzen: Blumenwanzen halten sich gern in den Blüten auf und leben von Pollen und kleinen Insekten. Sie fressen Blattläuse, Thripse und Spinnmilben.
  • Wildbienen: Wildbienen sammeln an den ungefüllten Blüten Pollen und Nektar. Gefüllte Sorten bieten ihnen dagegen wenig.

Studentenblumen (Tagetes)

  • Schwebfliegen: Die offenen, ungefüllten Blüten bieten leicht erreichbaren Nektar.
  • Schlupfwespen: Schlupfwespen finden an den kleinen Blüten der Gewürz-Tagetes Nahrung.
  • Wildbienen: Ungefüllte Sorten werden von Wildbienen besucht.

Sonnenblumen

  • Hummeln: Die großen Blütenkörbe liefern viel Pollen und Nektar.
  • Wildbienen: Viele Wildbienen, auch spezialisierte Arten, sammeln an Sonnenblumen.
  • Honigbienen: Honigbienen besuchen die Blüten den ganzen Tag.
  • Schwebfliegen: Schwebfliegen finden an den vielen Einzelblüten Nektar.

Kornblumen

  • Wildbienen: Die blauen Blüten sind eine wichtige Pollen- und Nektarquelle für viele Wildbienen.
  • Hummeln: Hummeln besuchen die Blüten den ganzen Sommer.
  • Schlupfwespen: Nektardrüsen an den Knospen versorgen Schlupfwespen schon vor der Blüte.
  • Marienkäfer: Auch Marienkäfer naschen an den Nektardrüsen der Knospen und bleiben dann im Beet.
  • Schwebfliegen: Schwebfliegen finden an den offenen Blüten Nektar.

Krokusse

  • Hummeln: Hummelköniginnen finden an Krokussen im Februar und März Pollen und Nektar, wenn sonst kaum etwas blüht.
  • Wildbienen: Früh fliegende Wildbienen wie Sandbienen sammeln an den offenen Blüten Pollen, Wildkrokusse haben besonders viel davon.
  • Honigbienen: An sonnigen Tagen holen Honigbienen an Krokussen ihren ersten frischen Pollen im Jahr.

Traubenhyazinthen

  • Wildbienen: Die Blüten liefern im April Pollen und Nektar für Wildbienen, darunter frühe Mauerbienen und Sandbienen.
  • Hummeln: Hummeln besuchen die dichten Blütentrauben im Frühjahr gern.
  • Honigbienen: Honigbienen holen an den Blüten Nektar und Pollen, wenn noch wenig anderes blüht.

Zierlauch

  • Hummeln: Die vielen kleinen Sternblüten der Kugeln bieten Hummeln im Mai und Juni reichlich Nektar.
  • Wildbienen: Wildbienen sammeln an den offenen Einzelblüten Pollen und Nektar.
  • Honigbienen: Zierlauch hat gute Pollen- und Nektarwerte und wird von Honigbienen stark beflogen.
  • Schwebfliegen: Die flachen Einzelblüten sind für Schwebfliegen leicht erreichbar.

Phacelia (Bienenfreund)

  • Honigbienen: Phacelia liefert sehr viel Nektar, Imker säen sie gezielt als Bienenweide.
  • Hummeln: Die blauen Blütenwickel werden von Hummeln den ganzen Tag besucht.
  • Wildbienen: Viele Wildbienen sammeln an Phacelia Pollen und Nektar.
  • Schwebfliegen: Schwebfliegen finden hier Nektar, ihre Larven fressen Blattläuse im Gemüse.

Buchweizen

  • Honigbienen: Buchweizen liefert viel Nektar, Imker schätzen ihn als späte Tracht.
  • Wildbienen: Die kleinen, offenen Blüten sind auch für kurzrüsselige Wildbienen erreichbar.
  • Schwebfliegen: Schwebfliegen finden an den flachen Blüten Nektar, ihre Larven fressen Blattläuse.

Inkarnatklee

  • Hummeln: Die roten Blütenähren sind im Mai eine wichtige Nahrungsquelle für Hummeln.
  • Honigbienen: Inkarnatklee liefert Nektar und Pollen in einer Zeit, in der im Gemüsegarten noch wenig blüht.
  • Wildbienen: Viele Wildbienen sammeln an Kleeblüten Pollen.

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