
Steckbrief
Calendula officinalis · Korbblütler (Asteraceae)
Die Ringelblume ist eine robuste Sommerblume, die von Juni bis zum Frost blüht. Die Blüten sind essbar und eine alte Heilpflanze. Direkt ins Beet geht es 5. Apr – 31. Mai. Geerntet werden kann 14. Jun – 18. Okt.
- Standort
- sonnig bis halbschattig
- Pflanzabstand
- 25 x 30 cm
- Wuchshöhe
- 30 bis 60 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
- Boden mindestens
- 8 °C
Gießen
Mäßig. Staunässe vermeiden.
Mehr über Ringelblume bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 25. Mär und 15. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Zu dicht gesäte Pflanzen auf etwa 25 cm ausdünnen, dann werden sie buschiger.
- Blätter mit Mehltau im Spätsommer entfernen.
- Im Hochsommer um ein Drittel zurückschneiden, wenn die Pflanzen lang und kahl werden, dann blühen sie im Herbst noch einmal.
Düngen
Bio: Ringelblumen brauchen keinen Dünger, jeder Gartenboden reicht aus.
Konventionell: Kein mineralischer Dünger nötig. Zu viel Stickstoff bringt Laub statt Blüten und fördert Mehltau.
Mehr und besser ernten
- Blüten für Tee oder Salbe kurz nach dem Öffnen ernten, am besten an einem trockenen Vormittag.
- Je öfter du pflückst, desto mehr neue Blüten kommen.
- Eine zweite Aussaat im Juni sorgt für frische Pflanzen im Herbst.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Hitze im Hochsommer
- Bei großer Hitze und Trockenheit legen Ringelblumen eine Blühpause ein und werden lang und kahl. Dann um ein Drittel zurückschneiden und gießen, im Herbst blühen sie wieder.
- Stickstoffüberschuss
- Auf stark gedüngtem Boden bilden Ringelblumen viel weiches Laub, wenig Blüten und bekommen leichter Mehltau. Ohne Dünger ziehen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
BlattläuseSchädling
Schwarze Blattläuse sitzen oft dicht unter den Blütenknospen. Ringelblumen ziehen zugleich Schwebfliegen und Marienkäfer an, die den Befall meist bald abbauen. Stark befallene Triebe abschneiden.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
Echter MehltauKrankheit
Ab dem Spätsommer bekommen Ringelblumen fast immer etwas Mehltau, besonders auf älteren Pflanzen. Befallene Blätter entfernen, eine Nachsaat im Juni liefert gesunde Pflanzen für den Herbst.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.
Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten
Vorbeugen
- Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
- Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
- Nicht zu viel Stickstoff düngen.
- Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
- Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
- Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.
Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.
NacktschneckenSchädling
Keimlinge und junge Pflanzen werden gern gefressen, im Beet manchmal bis auf den Stängel. Ältere Pflanzen werden eher in Ruhe gelassen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Ringelblume anlockt
Die offenen Korbblüten bieten leicht erreichbaren Pollen und Nektar. Die Larven der Schwebfliegen fressen dann Blattläuse an Ringelblumen und am Gemüse daneben.
Die Larven fressen Blattläuse, die Fliegen bestäuben Blüten.
Marienkäfer finden an Ringelblumen Pollen und die Blattläuse unter den Knospen. Sie legen dort ihre Eier ab und ihre Larven jagen im ganzen Beet.
Käfer und Larven fressen Blattläuse, eine Larve schafft bis zu 600 in ihrer Entwicklung.
Blumenwanzen halten sich gern in den Blüten auf und leben von Pollen und kleinen Insekten. Sie fressen Blattläuse, Thripse und Spinnmilben.
Kleine Raubwanzen, die Thripse, Spinnmilben und Blattläuse aussaugen.
Wildbienen sammeln an den ungefüllten Blüten Pollen und Nektar. Gefüllte Sorten bieten ihnen dagegen wenig.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Tipps zum Anbau
- Verblühtes regelmäßig abschneiden, dann blüht sie bis in den Herbst.
- Zwischen Gemüse gesät lockt sie Bestäuber und Schwebfliegen an. Ihre Wurzeln sollen schädliche Fadenwürmer im Boden zurückdrängen, Tagetes wirkt dabei aber stärker.
- Einige Blüten zum Aussamen stehen lassen, dann kommt sie im nächsten Jahr von selbst wieder.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Erfurter Orangefarbige
- Alte Sorte mit orangen Blüten, bewährt für Tee und Salbe.
- Pacific Beauty
- Farbmischung mit langen Stielen, gut für die Vase.
- Indian Prince
- Tieforange Blüten mit dunkler Mitte und rötlicher Unterseite.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Stark gefüllte Sorten zwischen das Gemüse säen, um Nützlinge zu fördern. Sie bieten kaum Nektar und Pollen, wähle ungefüllte oder nur halb gefüllte Sorten.
- Ringelblumen mit Tagetes verwechseln. Beide heißen manchmal Studentenblume, als Heilpflanze und zum Essen taugt aber nur die Ringelblume, Calendula officinalis.
- Ringelblumen in den tiefen Schatten säen. Dort bleiben sie klein, blühen spärlich und bekommen eher Mehltau, wähle einen sonnigen Platz.
Häufige Fragen zu Ringelblume
Kann man Ringelblumen essen?
Ja, die Blütenblätter sind essbar und färben Salate, Butter oder Reis gelb bis orange. Sie schmecken leicht herb. Nimm nur Blüten von Pflanzen, die nicht gespritzt wurden.
Kann man Ringelblumen vorziehen?
Ja, ab März auf der Fensterbank. Die Jungpflanzen kommen je nach Wetter ab Mitte April ins Beet. Vorgezogene Pflanzen blühen etwas früher als direkt gesäte.
Sind Ringelblumen winterhart?
Nein, sie sind einjährig. Leichten Frost vertragen sie aber und blühen deshalb oft bis in den November. Über ausgefallene Samen kommen sie im nächsten Frühjahr meist von selbst wieder.
Quellen zu Ringelblume
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Im April direkt an Ort und Stelle gesät blühen Ringelblumen ab Juni bis zu den ersten stärkeren Frösten. Vorgezogene Pflanzen kommen je nach Witterung ab Mitte April ins Beet. (Quelle: NABU: Die Ringelblume, Heilpflanze und attraktive Dauerblüherin, gefunden am 30.09.2026)
- Nachbarn: Zur Abwehr von Fadenwürmern kann man Gemüsebeete sowie Kartoffel- und Erdbeerpflanzungen mit Ringelblumen umranden. Als Gründüngung lockern sie mit ihren Pfahlwurzeln den Boden. (Quelle: NABU: Die Ringelblume, Heilpflanze und attraktive Dauerblüherin, gefunden am 30.09.2026)
- Termine: Ringelblumen, Kapuzinerkresse und Sonnenblumen können im Mai noch ins Freiland gesät werden. (Quelle: NABU Berlin: Gartenmonat Mai, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Ringelblume
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen