
Steckbrief
Anethum graveolens · Doldenblütler (Apiaceae)
Dill wird direkt gesät und lässt sich schlecht verpflanzen. Mit mehreren kleinen Aussaaten gibt es den ganzen Sommer frisches Kraut. Direkt ins Beet geht es 29. Mär – 26. Jul. Geerntet werden kann 10. Mai – 6. Sep.
- Standort
- sonnig bis halbschattig
- Pflanzabstand
- in Reihen, 25 cm Abstand
- Wuchshöhe
- 60 bis 120 cm (blühend)
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
- Boden mindestens
- 8 °C
Gießen
Gleichmäßig feucht halten, vor allem bis zum Keimen. Bei Trockenheit blüht Dill schnell.
Mehr über Dill bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 18. Mär und 8. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Zu dicht aufgegangene Saat auf etwa 10 cm ausdünnen.
- Die Reihen jung sauber halten, Dill wächst anfangs langsam.
- Hohe blühende Pflanzen bei Wind an einem Stab festbinden.
Düngen
Bio: Dill braucht keinen Dünger. Ein Beet, das im Vorjahr Kompost bekommen hat, reicht aus.
Konventionell: Kein mineralischer Dünger nötig. Zu viel Stickstoff macht die Pflanzen weich und anfällig für Blattläuse.
Mehr und besser ernten
- Die Spitzen laufend ernten, bevor die Pflanze Dolden bildet.
- Für Gurken zum Einlegen die Samendolden ernten, wenn sie gerade grün-gelb sind.
- Für viel Blattgrün eine Sorte wählen, die spät blüht.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Umpflanzen
- Dill bildet eine Pfahlwurzel und wächst nach dem Umsetzen schlecht an oder schießt gleich. Am besten direkt an Ort und Stelle säen.
- Trockenheit und Hitze
- Bei Hitze und trockenem Boden geht Dill schnell in Blüte und bildet kaum noch Blätter. Gleichmäßig feucht halten und im Hochsommer lieber halbschattig säen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
BlattläuseSchädling
Blattläuse sitzen gern an den Stängeln und Dolden, oft kurz vor der Blüte. Bei Dill regeln das meist die Nützlinge, die seine Blüten anlocken. Nur stark befallene Triebe abschneiden.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
NacktschneckenSchädling
Gefährdet sind vor allem die feinen Keimlinge nach der Saat, die über Nacht ganz verschwinden können. In den ersten Wochen die Reihen schützen, ältere Pflanzen werden kaum noch angefressen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Dill anlockt
Die offenen gelben Dolden bieten leicht erreichbaren Nektar und Pollen. Die Larven der Schwebfliegen fressen Blattläuse im ganzen Beet.
Die Larven fressen Blattläuse, die Fliegen bestäuben Blüten.
Die winzigen Schlupfwespen brauchen offene, flache Blüten wie die Dolden des Dills. Sie legen ihre Eier in Blattläuse und Raupen.
Winzige Wespen, die ihre Eier in Blattläuse und Raupen legen und sie so töten.
Erwachsene Florfliegen ernähren sich von Nektar und Pollen der Dolden. Ihre Larven fressen große Mengen Blattläuse.
Die Larven, auch Blattlauslöwen genannt, fressen Blattläuse, Spinnmilben, Thripse und Weiße Fliegen.
Marienkäfer finden am Dill Pollen und oft auch Blattläuse als Futter. Sie bleiben dann im Beet und legen dort ihre Eier ab.
Käfer und Larven fressen Blattläuse, eine Larve schafft bis zu 600 in ihrer Entwicklung.
Tipps zum Anbau
- Alle drei bis vier Wochen eine kleine Reihe nachsäen, einzelne Pflanzen blühen schnell.
- Einige Pflanzen blühen lassen: Die gelben Dolden locken Schwebfliegen und Marienkäfer an, deren Larven Blattläuse fressen.
- Samen dünn und nur ganz leicht mit Erde bedecken, Dill keimt im Licht.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Hera
- Blattdill, der spät blüht und deshalb lange Blätter liefert.
- Tetra
- Kräftiger Blattdill mit vielen Blättern, gut für mehrere Sätze.
- Mammut
- Hochwachsender Dill mit großen Dolden, gut für Gurken zum Einlegen.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Dill vorziehen und umpflanzen. Die Pfahlwurzel mag das nicht; säe ihn direkt an Ort und Stelle.
- Einmal im Frühjahr eine große Menge säen. Dann blüht alles gleichzeitig; säe lieber alle drei bis vier Wochen eine kleine Reihe.
- Die Samen tief mit Erde bedecken. Dill keimt im Licht; bedecke ihn nur hauchdünn.
- Dill neben Fenchel säen. Die beiden kreuzen sich leicht; halte Abstand.
Häufige Fragen zu Dill
Warum wird mein Dill gelb?
Oft stehen die Pflanzen zu dicht, zu trocken oder der Boden ist verdichtet. Auch Blattläuse an den Stängeln lassen ihn vergilben. Dünn säen, gleichmäßig feucht halten und im Zweifel neu säen.
Kann man Dill einfrieren?
Ja, fein gehackt einfrieren erhält das Aroma besser als Trocknen. Die Spitzen am besten vor der Blüte ernten, dann sind sie am würzigsten.
Sät sich Dill selbst aus?
Ja, wenn du einige Dolden ausreifen lässt, keimt er im nächsten Frühjahr oft von allein. Die Sämlinge kannst du stehen lassen, wo sie passen.
Wächst Dill im Topf?
Ja, in einem tiefen Topf ab etwa 20 cm. Säe direkt in den Topf und halte die Erde feucht. Kompakte Blattsorten eignen sich besser als hohe Doldensorten.
Quellen zu Dill
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Dill wird meist direkt ins Freiland gesät, als Beispiel für Blattdill wird eine Aussaat am 1. April genannt. Für laufende Ernte werden Folgesaaten im Abstand von 7 bis 14 Tagen empfohlen. Erste Direktsaaten erst, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. (Quelle: Hortipendium: Dill Erwerbsanbau, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Dill
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen