Stachelbeeren

Obst · Schwierigkeit mittel

Stachelbeeren (Ribes uva-crispa)
Foto: Carl Axel Magnus Lindman, Public domain, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Ribes uva-crispa · Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)

Stachelbeeren sind alte Gartensträucher mit grünen, gelben oder roten Beeren. Die größte Gefahr ist der Amerikanische Stachelbeermehltau, darum kommt es vor allem auf eine widerstandsfähige Sorte an. Ins Freie gepflanzt wird 11. Okt – 15. Nov. Geerntet werden kann 28. Jun – 2. Aug. Pflanzen (Frühjahr): 8. Mär – 5. Apr.

Standort
sonnig bis halbschattig, luftig
Pflanzabstand
120 x 200 cm
Wuchshöhe
0,8 bis 1,2 m
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer

Gießen

Nach dem Pflanzen gut einschlämmen. Von der Blüte bis zur Ernte bei Trockenheit gießen, an den Boden und nicht über die Blätter.

Gute Nachbarn

  • Ringelblume (deckt den Boden und lockt Nützlinge an)
  • Knoblauch (soll Pilzkrankheiten hemmen, die Wirkung ist aber nicht sicher belegt)
  • Borretsch (lockt Hummeln und Bienen zur Blüte in die Nähe)

Mehr über Stachelbeeren bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Pflanzen (Herbst)11. Okt – 15. Nov
Pflanzen (Frühjahr)8. Mär – 5. Apr
Ernte28. Jun – 2. Aug
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 30. Sep und 21. Okt ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Jedes Jahr nach der Ernte oder im Winter die ältesten Triebe bodennah herausnehmen und den Strauch innen auslichten.
  • Befallene Triebspitzen mit weißem oder braunem Belag im Sommer großzügig abschneiden und in den Hausmüll geben.
  • Den Boden unter dem Strauch mulchen statt hacken, die Wurzeln liegen flach.

Düngen

Bio: Im zeitigen Frühjahr etwa 3 Liter reifen Kompost je m² unter dem Strauch verteilen. Wenig Stickstoff geben, weiche Triebe fördern den Mehltau.

Konventionell: Im März einen Beerendünger nach Packungsangabe streuen, grob etwa 40 g je m². Keinen stickstoffbetonten Dünger nehmen.

Mehr und besser ernten

  • Einen Teil der Beeren schon grün pflücken, wenn sie etwa halb so groß sind. Sie eignen sich zum Kochen, und die übrigen werden größer.
  • Zum Rohessen die Beeren am Strauch ganz ausreifen lassen, sie werden dann weich und süß.
  • Ein licht geschnittener Strauch trocknet schnell ab, bleibt gesünder und trägt länger.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Feuchte, windstille Lagen
Wo die Blätter nach Regen lange nass bleiben, breitet sich der Mehltau schnell aus. Luftig pflanzen und den Strauch jedes Jahr auslichten.
Staunässe
In nassem Boden kümmern die Wurzeln und der Strauch wird anfälliger. Schweren Boden vor dem Pflanzen lockern.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • Echter MehltauKrankheit

    Bei Stachelbeeren ist es der Amerikanische Stachelbeermehltau. Er befällt ab Mai Triebspitzen und Beeren, der Belag wird später braun und filzig. Mehltaufeste Sorten sind die wichtigste Vorbeugung.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.

    Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten

    Vorbeugen

    • Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
    • Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
    • Nicht zu viel Stickstoff düngen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
    • Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.

  • StachelbeerblattwespeSchädling

    Die gelbgrünen Larven mit schwarzen Punkten fressen den Strauch oft innerhalb weniger Tage kahl. Ab Mai im Inneren des Strauchs nachsehen, dort beginnt der Fraß.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Raupenähnliche Larven bis 2 cm lang, gelbgrün mit schwarzem Kopf und vielen schwarzen Punkten. Sie fressen zuerst im Inneren des Strauchs und sind darum lange nicht zu sehen. Später bleiben von den Blättern nur die Blattrippen übrig.

    Wann: Mai bis September, meist in zwei bis drei Generationen, die erste im Mai und Juni

    Vorbeugen

    • Ab Anfang Mai die Sträucher einmal pro Woche innen und an den unteren Blättern ansehen. Kleine Fraßlöcher mitten im Blatt sind die ersten Zeichen.
    • Die Sträucher luftig schneiden, dann fällt ein Befall früher auf.
    • Vögel mit Hecken und Nistkästen in den Garten holen, sie fressen die Larven.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Larven absammeln oder auf eine untergelegte Folie abschütteln und entfernen.
    • Stark befallene Triebe abschneiden. Der Strauch treibt meist wieder aus, geschwächte Sträucher im nächsten Frühjahr etwas mehr düngen.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen beißende Insekten für den Haus- und Kleingarten. Sie wirken am besten gegen junge Larven; die Wartezeit bis zur Ernte beachten und nicht in die Blüte spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen

  • BlattläuseSchädling

    Sitzen an den jungen Triebspitzen im Frühjahr und kräuseln die Blätter. Meist reicht es, befallene Spitzen abzuschneiden.

    Schützende Nachbarn

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Nützlinge, die Stachelbeeren anlockt

  • Wildbienen

    Die kleinen Blüten öffnen sich schon im April und liefern frühen Nektar. Wildbienen sorgen für einen guten Beerenansatz.

    Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.

  • Hummeln

    Hummeln fliegen auch bei kühlem Frühlingswetter und besuchen die hängenden Blüten gern.

    Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.

Tipps zum Anbau

  1. Nur mehltaufeste Sorten pflanzen. Alte, anfällige Sorten machen mit dem Mehltau kaum Freude.
  2. Im Oktober oder November pflanzen, Containerpflanzen gehen auch im Frühjahr.
  3. Einen luftigen, sonnigen Platz wählen. In feuchten, windstillen Ecken hält sich der Mehltau länger.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Invicta
Grüngelbe, mittelgroße bis große Beeren, reift Anfang bis Mitte Juli und trägt gut; weitgehend mehltaufest.
Rokula
Rote, mittelgroße Beeren schon Anfang Juli, ertragreich und mehltautolerant.
Remarka
Große, weinrote Beeren Anfang bis Mitte Juli, gilt als mehltaufest.
Captivator
Fast stachellose, rote Sorte, relativ mehltaufest und angenehm zu pflücken.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Eine alte, anfällige Sorte pflanzen. Dann ist der Mehltau jedes Jahr da; besser eine mehltaufeste Sorte wählen.
  • Viel Stickstoff düngen. Weiche Triebe werden vom Mehltau zuerst befallen; lieber mäßig mit Kompost düngen.
  • Den Strauch dicht wachsen lassen. Innen trocknet er dann nach Regen nicht ab; jedes Jahr auslichten.
  • Mehltaubefallene Triebe liegen lassen. Der Pilz überwintert darauf; die Spitzen abschneiden und über den Hausmüll entsorgen.

Häufige Fragen zu Stachelbeeren

Warum haben meine Stachelbeeren einen braunen Belag?

Das ist fast immer der Amerikanische Stachelbeermehltau. Er beginnt als weißer Belag an Triebspitzen und Beeren und wird später braun und filzig. Die Beeren sind nach dem Abreiben noch essbar, aber unansehnlich. Befallene Triebe abschneiden und auf Dauer eine mehltaufeste Sorte pflanzen.

Kann man Stachelbeeren als Stämmchen ziehen?

Ja, es gibt sie als Hochstämmchen. Die Beeren hängen dann bequem hoch und trocknen schneller ab. Stämmchen brauchen immer einen Pfahl und im Winter an kalten Orten etwas Schutz an der Veredelungsstelle.

Wann sind Stachelbeeren reif?

Je nach Sorte ab Ende Juni bis Ende Juli. Reife Beeren geben auf leichten Druck nach und haben ihre Sortenfarbe. Zum Einkochen kannst du sie schon grün und fest pflücken.

Quellen zu Stachelbeeren

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Stachelbeeren