Minze

Kräuter · Schwierigkeit leicht

Minze (Mentha × piperita und andere)
Foto: Own work, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Mentha × piperita und andere · Lippenblütler (Lamiaceae)

Minze ist winterhart, wächst fast überall und breitet sich mit Ausläufern schnell aus. Pfefferminze, Marokkanische Minze oder Erdbeerminze sind die bekanntesten Sorten. Ins Freie gepflanzt wird 5. Apr – 28. Jun. Geerntet werden kann 17. Mai – 18. Okt.

Standort
halbschattig bis sonnig
Pflanzabstand
40 x 40 cm (mit Wurzelsperre)
Wuchshöhe
30 bis 80 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer

Gießen

Reichlich. Minze mag gleichmäßig feuchten Boden, im Topf im Sommer täglich gießen.

Gute Nachbarn

Mehr über Minze bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Pflanzen5. Apr – 28. Jun
Ernte17. Mai – 18. Okt
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 25. Mär und 15. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr teilen und neu pflanzen, sonst verkahlt sie.
  • Vor der Blüte einmal kräftig zurückschneiden, dann bildet sie neue, zarte Blätter.
  • Ausläufer, die über die Wurzelsperre wachsen, im Frühjahr abstechen.

Düngen

Bio: Im Frühjahr etwa 2 Liter Kompost je m², im Topf alle vier Wochen etwas organischen Flüssigdünger.

Konventionell: Im Frühjahr etwa 30 g Volldünger je m², im Topf alle vier Wochen Kräuterdünger nach Packung.

Mehr und besser ernten

  • Laufend ganze Triebe ernten, nicht nur einzelne Blätter.
  • Für Tee kurz vor der Blüte ernten, dann ist das Aroma am stärksten.
  • Nicht mehrere Sorten zusammen pflanzen, die kräftigste verdrängt die anderen.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Trockenheit
Im trockenen Boden werden die Blätter braun und fallen ab. Gleichmäßig feucht halten, im Topf mulchen oder einen großen Topf wählen.
Wuchern
Minze breitet sich unterirdisch aus und überwächst Nachbarn. Mit Wurzelsperre oder im Topf pflanzen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • MinzrostKrankheit

    Der häufigste Pilz an Minze. Befallene Triebe sofort bodennah abschneiden und nicht auf den Kompost geben.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Im Frühjahr verdickte, verkrümmte Triebe mit orangem Belag, später kleine orange bis dunkelbraune Pusteln auf der Blattunterseite. Die Blätter werden gelb und fallen ab.

    Wann: Frühjahr bis Herbst, bei feuchtem Wetter

    Vorbeugen

    • Luftig pflanzen, damit die Blätter schnell abtrocknen, und nicht über die Blätter gießen.
    • Minze alle paar Jahre an einen neuen Platz setzen, der Pilz überdauert in den Ausläufern.
    • Nicht zu viel Stickstoff düngen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Triebe sofort bodennah abschneiden und in den Hausmüll geben.
    • Bei starkem Befall im Herbst alles abschneiden. Der Neuaustrieb im Frühjahr ist oft gesund.

    Konventionell: Gegen Rost an Kräutern sind im Haus- und Kleingarten kaum Mittel zugelassen. Rückschnitt und ein neuer Standort helfen am meisten.

  • BlattläuseSchädling

    Blattläuse sitzen an den Triebspitzen, vor allem im Frühsommer. Befallene Spitzen abschneiden.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

  • Echter MehltauKrankheit

    Im Spätsommer oft weißer Belag auf den Blättern. Zurückschneiden, der Neuaustrieb ist meist gesund.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.

    Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten

    Vorbeugen

    • Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
    • Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
    • Nicht zu viel Stickstoff düngen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
    • Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Nützlinge, die Minze anlockt

  • Schwebfliegen

    Die kleinen Blüten liefern Nektar für Schwebfliegen, deren Larven Blattläuse fressen.

    Die Larven fressen Blattläuse, die Fliegen bestäuben Blüten.

  • Schlupfwespen

    Die kurzen Blüten passen zu den Mundwerkzeugen der Schlupfwespen.

    Winzige Wespen, die ihre Eier in Blattläuse und Raupen legen und sie so töten.

  • Honigbienen

    Blühende Minze wird im Hochsommer von Honigbienen stark besucht.

    Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.

  • Hummeln

    Hummeln fliegen die Blüten an warmen Tagen gern an.

    Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.

Tipps zum Anbau

  1. Mit einer Wurzelsperre oder in einem großen Topf ohne Boden in die Erde setzen, sonst wandert sie durchs Beet.
  2. Minze aus Samen ist oft nicht sortenecht, besser Jungpflanzen kaufen oder Ausläufer teilen.
  3. Blühen lassen oder schneiden: Die Blüten sind bei Bienen beliebt, danach aber werden die Blätter hart.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Multimentha
Kräftige Pfefferminze mit hohem Mentholgehalt, gut für Tee.
Marokko (Mentha spicata)
Milde, süßliche Grüne Minze für Minztee, Salate und Getränke.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Den Topf oder die Wurzelsperre ebenerdig eingraben. Die Ausläufer wachsen dann über den Rand, lass den Rand 3 bis 5 cm aus der Erde ragen.
  • Minze dicht an dicht setzen und über die Blätter gießen. Nasse, dichte Bestände fördern den Minzrost, gieß an den Boden und lichte dichte Horste aus.
  • Minze in praller Sonne in einem kleinen Topf halten. Dort trocknet sie ständig aus, nimm einen großen Topf oder einen Platz im Halbschatten.

Häufige Fragen zu Minze

Wie überwintert Minze?

Minze ist winterhart. Im Herbst stirbt das Kraut ab und im Frühjahr treibt sie aus den Ausläufern neu aus. Im Topf den Ballen vor dem Durchfrieren schützen und an frostfreien Tagen etwas gießen.

Kann man Minze einfrieren?

Ja, Minze gehört zu den Kräutern, die sich gut einfrieren lassen. Blätter abzupfen und ganz oder gehackt mit etwas Wasser in Eiswürfelformen geben. So hält das Aroma besser als beim Trocknen.

Wann pflanzt man Minze am besten?

Am einfachsten im Frühjahr, wenn der Boden abgetrocknet ist. Ausläufer einer vorhandenen Pflanze kannst du aber auch im Frühherbst setzen, sie wurzeln bis zum Winter ein.

Quellen zu Minze

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

  • Termine: Pfefferminze wird nur vegetativ vermehrt. Im Erwerbsanbau werden die Ausläufer ab Anfang Oktober gerodet und bald danach neu gepflanzt, im Freiland stirbt das Kraut im Winter ab und treibt im Frühjahr wieder aus. (Quelle: Hortipendium: Pfefferminze Erwerbsanbau, gefunden am 30.09.2026)
  • Schädlinge und Krankheiten: Gegen Minzrost Blattnässe kurz halten, sehr dichte Bestände vermeiden, auf Fruchtfolge achten und nicht neben befallenen Beständen anbauen. (Quelle: Hortipendium: Pfefferminze Pflanzenschutz, gefunden am 30.09.2026)
  • Pflege: Minze in ein großes Pflanzgefäß setzen und dieses so eingraben, dass es 3 bis 5 cm aus dem Boden ragt, damit die Ausläufer nicht darüber wachsen. Minze eignet sich zum Einfrieren. (Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen: 6 Fragen, 6 Antworten zu Kräutern im Hausgarten, gefunden am 30.09.2026)

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Minze