
Steckbrief
Thymus vulgaris · Lippenblütler (Lamiaceae)
Thymian ist ein mehrjähriger Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum. Er liebt Sonne, Wärme und kargen Boden und blüht im Frühsommer für viele Bienen. Vorgezogen wird Thymian im Mittel vom 22. Feb – 15. Mär. Ins Freie gepflanzt wird 3.–31. Mai. Geerntet werden kann 31. Mai – 18. Okt.
- Standort
- vollsonnig, warm
- Pflanzabstand
- 25 x 25 cm
- Wuchshöhe
- 20 bis 40 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
Gießen
Sparsam. Thymian verträgt Trockenheit gut, aber keine Staunässe.
Mehr über Thymian bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.
- Jungpflanze wächst drinnen
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 22. Apr und 13. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Im Frühjahr erfrorene Triebspitzen abschneiden.
- Alle drei bis vier Jahre durch neue Pflanzen oder Stecklinge ersetzen, alte Pflanzen verholzen.
- In rauen Lagen im Winter mit Reisig abdecken, Töpfe an die geschützte Hauswand stellen.
Düngen
Bio: Thymian braucht keinen Dünger. Höchstens im Frühjahr eine Handvoll Kompost je Pflanze.
Konventionell: Kein mineralischer Dünger. Zu viel Stickstoff macht die Triebe weich und frostempfindlich.
Mehr und besser ernten
- Kurz vor der Blüte ist das Aroma am stärksten, dann für Vorrat ernten und trocknen.
- Immer nur Triebspitzen schneiden, dann verzweigt er sich.
- Einen sonnigen Platz vor einer warmen Mauer wählen, dort wird er besonders aromatisch.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Staunässe
- Im nassen Boden faulen die Wurzeln, vor allem im Winter. Auf durchlässigen Boden achten, im Topf eine Drainage aus Kies einfüllen.
- Harter Frost ohne Schnee
- Kahlfrost bei starkem Wind lässt Triebe vertrocknen. Mit Reisig abdecken.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
SpinnmilbenSchädling
Vor allem im Topf und bei Hitze. Die Blätter werden fahl und fein gesprenkelt. Pflanzen abbrausen und luftiger stellen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, später werden die Blätter gelb bis silbrig und fallen ab. Auf der Unterseite feine Gespinste und winzige, rötliche oder gelbliche Punkte, die sich bewegen.
Wann: Juni bis August, bei heißem, trockenem Wetter, im Gewächshaus und unter Dachvorsprüngen
Vorbeugen
- Für feuchte Luft sorgen: Im Gewächshaus die Wege nass halten, bei Hitze die Blätter morgens überbrausen.
- Pflanzen nicht an heiße, trockene Hauswände stellen, ohne sie regelmäßig zu übersprühen.
- Im Gewächshaus früh Raubmilben ausbringen, wenn es jedes Jahr Befall gab.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter entfernen und die Blattunterseiten mehrmals kräftig mit Wasser abbrausen.
- Raubmilben oder Florfliegenlarven kaufen und aussetzen, besonders im Gewächshaus.
- Zugelassene Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife auf die Blattunterseiten spritzen, mehrmals im Abstand von einer Woche.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen Spinnmilben. Sie töten auch Raubmilben, danach kommen die Spinnmilben oft stärker zurück.
Natürliche Gegenspieler: Raubmilben, Florfliegen, Marienkäfer, Blumenwanzen, Ohrwürmer
ZikadenSchädling
Zikaden saugen an den Blättern, die dann hell gesprenkelt aussehen. Meist ohne großen Schaden.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, darunter 2 bis 4 mm große, grünliche oder gelbe Tiere, die bei Berührung wegspringen. Im Frühjahr sitzen die Larven der Schaumzikade in kleinen weißen Schaumnestern an den Trieben.
Wann: Mai bis September, vor allem bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Kräuter luftig und sonnig pflanzen, nicht zu dicht.
- Blühende Pflanzen im Garten fördern Florfliegen, Blumenwanzen und andere Gegenspieler.
- Die Pflanzen im Frühsommer ab und zu ansehen. Schaumnester sind leicht zu erkennen.
Wenn der Befall schon da ist
- Schaumnester mit einem Wasserstrahl abspritzen.
- Leichte Sprenkel hinnehmen, der Schaden ist meist gering und die Blätter bleiben essbar.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Bei Zikaden lohnt sich das an Kräutern fast nie, zumal die Wartezeit bis zur Ernte zu beachten ist.
Natürliche Gegenspieler: Florfliegen, Blumenwanzen, Schlupfwespen
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Thymian anlockt
Die vielen kleinen Blüten liefern reichlich Nektar, Thymianhonig ist eine eigene Sorte.
Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.
Viele kleine Wildbienen fliegen auf die niedrigen Blüten.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Hummeln besuchen die Blüten auch an kühlen Tagen.
Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.
Die offenen Blüten bieten auch Schwebfliegen Nektar.
Die Larven fressen Blattläuse, die Fliegen bestäuben Blüten.
Tipps zum Anbau
- Nach der Blüte um ein Drittel zurückschneiden, nicht ins alte Holz, dann bleibt er dicht.
- Jungpflanzen sind einfacher als die Aussaat, die Samen sind sehr fein und keimen langsam.
- Zwischen Kohl gepflanzt soll sein Duft Kohlweißlinge bei der Eiablage stören.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Deutscher Winter
- Robuste, gut winterharte Sorte mit klassischem Küchenaroma.
- Compactus
- Bleibt niedrig und dicht, gut für Töpfe, Balkonkästen und Beeteinfassungen.
- Zitronen-Thymian (Thymus × citriodorus)
- Duftet nach Zitrone und passt zu Fisch und Tee, ist aber etwas frostempfindlicher.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Thymian in normale, feuchte Gartenerde setzen. Mische Sand und Kies unter oder pflanze ihn in eine Trockenmauer, auf einen kleinen Hügel oder ins Hochbeet.
- Die feinen Samen mit Erde bedecken. Thymian ist ein Lichtkeimer: Samen nur andrücken und bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten.
- Im Herbst kräftig zurückschneiden. Die frischen Schnittstellen erfrieren leicht, schneide deshalb im Frühjahr und direkt nach der Blüte.
Häufige Fragen zu Thymian
Warum wird mein Thymian unten kahl und holzig?
Das ist bei einem Halbstrauch normal, er verholzt mit den Jahren von unten her. Ohne regelmäßigen Schnitt geht das schneller. Aus dem alten Holz treibt er kaum neu aus, deshalb rechtzeitig Stecklinge schneiden.
Wie vermehre ich Thymian am einfachsten?
Schneide im Frühsommer 5 bis 8 cm lange Triebspitzen ohne Blüten, zupf die unteren Blätter ab und steck sie in feuchte, sandige Erde. Nach drei bis vier Wochen haben sie Wurzeln. Einfacher noch: einen Trieb am Boden mit Erde bedecken, er bewurzelt sich dort von selbst.
Kann man Thymian nach der Blüte noch ernten?
Ja, die Blätter bleiben essbar und würzig, nur das Aroma ist etwas milder. Die Triebe, die du nach der Blüte zurückschneidest, kannst du gleich in der Küche verwenden oder trocknen.
Quellen zu Thymian
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Thymian im März in Schalen vorziehen oder ab Mitte April direkt ins Freiland säen. Die Samen sind Lichtkeimer und werden nur angedrückt. (Quelle: NABU: Der Echte Thymian, gefunden am 30.09.2026)
- Schädlinge und Krankheiten: Braucht einen trockenen, sonnigen Platz mit durchlässigem, möglichst kalkreichem Boden und im Winter Frostschutz durch eine Abdeckung mit Reisig. (Quelle: NABU: Der Echte Thymian, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Thymian
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen