
Steckbrief
Borago officinalis · Raublattgewächse (Boraginaceae)
Borretsch, auch Gurkenkraut genannt, blüht den ganzen Sommer blau und ist eine der besten Bienenweiden im Gemüsegarten. Direkt ins Beet geht es 5. Apr – 14. Jun. Geerntet werden kann 31. Mai – 20. Sep.
- Standort
- sonnig bis halbschattig
- Pflanzabstand
- 40 x 40 cm
- Wuchshöhe
- 40 bis 80 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
- Boden mindestens
- 8 °C
Gießen
Mäßig. Borretsch verträgt kurze Trockenheit gut.
Mehr über Borretsch bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 25. Mär und 15. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Zu dicht stehende Pflanzen auf etwa 40 cm ausdünnen, jede Pflanze wird groß und buschig.
- Umkippende Pflanzen einkürzen oder mit einem Stab stützen.
- Unerwünschte Sämlinge im Frühjahr einfach herausziehen.
Düngen
Bio: Borretsch braucht keinen Dünger, ein normaler Gartenboden genügt.
Konventionell: Kein mineralischer Dünger nötig. Zu viel Stickstoff macht die Pflanzen weich und bringt weniger Blüten.
Mehr und besser ernten
- Blätter jung ernten, ältere werden rau und borstig.
- Ab Mai bis Juli alle paar Wochen nachsäen, dann gibt es bis in den Herbst Blüten.
- Blüten morgens pflücken, wenn sie gerade geöffnet sind.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Umpflanzen
- Borretsch bildet eine lange Pfahlwurzel, die beim Umsetzen leicht verletzt wird. Die Pflanzen wachsen dann schlecht an, deshalb direkt an Ort und Stelle säen.
- Trockenheit
- Die großen, weichen Blätter verdunsten viel Wasser, bei Trockenheit welkt Borretsch schnell und bekommt eher Mehltau. In langen Trockenphasen durchdringend gießen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
BlattläuseSchädling
Schwarze Blattläuse sitzen oft dicht an den Stängeln und Blütenständen. Borretsch lockt aber auch viele Nützlinge an, die den Befall meist in Grenzen halten. Stark befallene Triebe abschneiden.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
Echter MehltauKrankheit
Tritt bei Borretsch vor allem im Spätsommer auf älteren Pflanzen auf, besonders bei Trockenheit. Alte, befallene Pflanzen herausnehmen, junge Nachsaaten bleiben meist gesund.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.
Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten
Vorbeugen
- Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
- Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
- Nicht zu viel Stickstoff düngen.
- Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
- Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
- Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.
Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.
NacktschneckenSchädling
Die Keimlinge und jungen Pflanzen werden gern gefressen, solange die Blätter noch weich sind. Ältere Pflanzen mit borstigen Haaren meiden Schnecken eher.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Borretsch anlockt
Die blauen Sternblüten bilden laufend viel Nektar nach und werden von Honigbienen den ganzen Tag besucht. Sie bestäuben dabei auch Gurken, Zucchini und Erdbeeren in der Nähe.
Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.
Die hängenden Blüten geben ihren Pollen erst frei, wenn Hummeln sie durch Vibrieren schütteln. Hummeln fliegen auch bei kühlem Wetter und bestäuben dann die Nachbarpflanzen.
Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.
Viele Wildbienen sammeln an Borretsch Nektar und Pollen. Die lange Blütezeit bis in den Herbst bietet ihnen durchgehend Futter.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Blumenwanzen finden an Borretsch Pollen und die Blattläuse, die sich an den Stängeln sammeln. Von dort aus jagen sie auch an benachbarten Pflanzen.
Kleine Raubwanzen, die Thripse, Spinnmilben und Blattläuse aussaugen.
Tipps zum Anbau
- Direkt säen, Borretsch lässt sich schlecht verpflanzen. Er sät sich danach meist selbst aus.
- Junge Blätter schmecken nach Gurke, die Blüten sind essbar und hübsch im Salat.
- Zwischen Gurken und Erdbeeren gepflanzt lockt er Bienen und Hummeln an, die auch deren Blüten bestäuben.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Blaue Standardform
- Die übliche, himmelblau blühende Form, eine der besten Bienenpflanzen im Gemüsegarten.
- Alba
- Weiß blühend, sonst wie der blaue Borretsch, hübsch als Kontrast im Beet und im Salat.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Erst im Juni säen und auf frühe Blüten hoffen. Borretsch verträgt kühles Wetter, säe schon ab Anfang April, dann blüht er ab Juni.
- Die Samen nur auf die Erde streuen. Borretsch keimt im Dunkeln, bedecke die Samen etwa 2 cm hoch mit Erde.
- Ihn in ein kleines Kräuterbeet setzen. Borretsch wird bis 60 cm hoch und breit und sät sich reichlich aus, gib ihm lieber einen Platz am Rand des Gemüsebeets.
Häufige Fragen zu Borretsch
Ist Borretsch giftig?
Borretsch enthält geringe Mengen Pyrrolizidinalkaloide, die in großen Mengen die Leber schädigen können. Ein paar Blätter oder Blüten im Salat gelten als unbedenklich, täglich große Mengen solltest du aber nicht essen. Schwangere und Stillende verzichten besser ganz darauf.
Warum sind manche Blüten rosa und andere blau?
Die Knospen sind rosa und färben sich beim Aufblühen blau. Das liegt an einer Veränderung des pH-Werts im Zellsaft und ist ganz normal.
Kann man Borretsch im Topf ziehen?
Ja, in einem großen, tiefen Topf ab etwa 10 Litern, denn die Pfahlwurzel braucht Platz. Direkt in den Topf säen und die Erde nie ganz austrocknen lassen.
Quellen zu Borretsch
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Bei Borretsch lohnt die eigene Aussaat, er kann schon Anfang bis Mitte April vor den Eisheiligen gesät werden. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Kräuter zum Frischverzehr aus dem eigenen Garten, gefunden am 30.09.2026)
- Bodentemperatur: Borretsch wird als Direktsaat oder mit Jungpflanzen angebaut. Die Samen keimen am besten bei höheren Temperaturen über 20 °C. (Quelle: Hortipendium: Borretsch Erwerbsanbau, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Borretsch
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen