Inkarnatklee

Steckbrief
Trifolium incarnatum · Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Inkarnatklee ist eine Gründüngung für den Winter. Im Spätsommer gesät, übersteht er meist den Winter, sammelt mit seinen Wurzelknöllchen Stickstoff und blüht im Mai leuchtend rot. Direkt ins Beet geht es 9. Aug – 13. Sep. Geerntet werden kann 10. Mai – 7. Jun.
- Standort
- sonnig
- Pflanzabstand
- breitwürfig, etwa 2 bis 3 g Samen je m²
- Wuchshöhe
- 30 bis 50 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
- Boden mindestens
- 5 °C
Gießen
Bis zum Keimen feucht halten, danach nur bei langer Trockenheit im Herbst gießen.
Mehr über Inkarnatklee bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 29. Jul und 19. Aug ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Nach der Saat bis zum Keimen feucht halten, danach braucht er kaum Pflege.
- In sehr kalten Wintern ohne Schnee kann er auswintern; dann im Frühjahr nachsäen oder eine andere Kultur nehmen.
- Zur Blüte abmähen, antrocknen lassen und flach einarbeiten.
Düngen
Bio: Kein Dünger nötig. Als Hülsenfrüchtler bindet er mit Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft.
Konventionell: Kein Dünger nötig, Stickstoff würde die Knöllchenbildung nur bremsen.
Mehr und besser ernten
- Nach Inkarnatklee wachsen Starkzehrer wie Kohl, Kürbis oder Tomaten gut, weil Stickstoff im Boden bleibt.
- Rechtzeitig säen: Zu spät gesät, bleibt er klein und übersteht den Winter schlechter.
- Nicht jedes Jahr Klee oder andere Hülsenfrüchtler auf dieselbe Fläche säen, sonst wird der Boden kleemüde.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Staunässe im Winter
- Nasse, verdichtete Böden lassen die Pflanzen im Winter faulen. Auf solchen Flächen lieber Winterroggen säen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
NacktschneckenSchädling
Die Keimlinge im Spätsommer werden gern gefressen. In feuchten Wochen die Saat kontrollieren.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
BlattrandkäferSchädling
Fressen buchtige Löcher in die Blattränder, die Larven die Wurzelknöllchen. An kräftigen Beständen bleibt der Schaden meist gering.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Gleichmäßige, halbrunde Fraßstellen am Rand der Blätter, wie ausgestanzt. Die graubraunen Käfer sind etwa 4 mm groß und lassen sich bei Störung fallen. Die Larven fressen im Boden an den Wurzelknöllchen.
Wann: April bis Juni, vor allem bei warmem, trockenem Frühjahrswetter
Vorbeugen
- Erbsen und Bohnen nicht jedes Jahr auf dasselbe Beet setzen.
- Früh säen und für zügiges Wachstum sorgen: Kräftige Pflanzen wachsen dem Fraß davon.
- Den Boden feucht und gut versorgt halten.
Wenn der Befall schon da ist
- Meist nicht nötig, ältere Pflanzen verkraften den Fraß.
- Junge Saaten bei starkem Befall mit einem Kulturschutznetz abdecken.
Konventionell: Für den Haus- und Kleingarten sind gegen Blattrandkäfer kaum Mittel zugelassen, und bei dem meist geringen Schaden lohnt es sich auch nicht.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Inkarnatklee anlockt
Die roten Blütenähren sind im Mai eine wichtige Nahrungsquelle für Hummeln.
Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.
Inkarnatklee liefert Nektar und Pollen in einer Zeit, in der im Gemüsegarten noch wenig blüht.
Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.
Viele Wildbienen sammeln an Kleeblüten Pollen.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Tipps zum Anbau
- Von August bis Mitte September säen, dann ist er vor dem Winter kräftig genug.
- Etwa 1 bis 2 cm tief säen und gut andrücken, die feinen Samen brauchen Bodenschluss.
- Im Mai zur Blüte abmähen und einarbeiten, etwa drei Wochen vor der nächsten Kultur.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Inkarnatklee ohne Sortenangabe
- Im Gartenhandel meist ohne Sortennamen verkauft und für die Gründüngung ausreichend.
- Landsberger Gemenge (Mischung)
- Keine Sorte, sondern eine bewährte Wintermischung aus Inkarnatklee, Zottelwicke und Weidelgras mit mehr Masse.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Zu spät säen. Nach Mitte September wird er vor dem Winter nicht mehr kräftig genug; rechtzeitig im August säen.
- Ihn im Frühjahr zu lange stehen lassen. Nach der Blüte verholzen die Stängel und zersetzen sich langsam; zur Blüte abmähen.
- Vor Erbsen oder Bohnen säen. Hülsenfrüchtler nacheinander fördern dieselben Bodenkrankheiten; danach besser Kohl, Kürbis oder Tomaten pflanzen.
Häufige Fragen zu Inkarnatklee
Ist Inkarnatklee winterhart?
Bedingt. Er übersteht in den meisten Lagen den Winter, in rauen Lagen und bei Kahlfrost kann er aber auswintern. Er ist einjährig und stirbt nach der Blüte ab.
Kann man Inkarnatklee auch im Frühjahr säen?
Ja, eine Saat im April oder Mai ist möglich und blüht dann im Sommer. Als Gründüngung wird er aber meist im Spätsommer gesät, damit das Beet über den Winter bedeckt ist.
Wie viel Stickstoff bringt Klee?
Das hängt vom Bestand ab. Ein dichter, gut entwickelter Klee hinterlässt so viel Stickstoff, dass die Folgekultur deutlich weniger Dünger braucht.
Quellen zu Inkarnatklee
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Ölrettich, Winterwicke und Inkarnatklee eignen sich noch für eine Saat im September, Winterroggen bis Oktober. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Gartentipp Gründüngung als Nachkultur, gefunden am 30.09.2026)
- Termine: Inkarnatklee ist winterhart genug für den Anbau als Winterzwischenfrucht, etwa im Landsberger Gemenge. (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Inkarnatklee, gefunden am 30.09.2026)
- Nährstoffbedarf: Hülsenfrüchtler wie Erbsen, Bohnen, Wicken, Klee und Lupinen sind wichtige Stickstofflieferanten für den Garten. (Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Welche Gründüngung eignet sich für den Gemüsegarten?, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
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Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
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Gründüngung