
Steckbrief
Origanum vulgare · Lippenblütler (Lamiaceae)
Oregano, auch Dost genannt, ist ein winterhartes Kraut, das auch bei uns wild wächst. Er breitet sich langsam aus und blüht im Sommer wochenlang für Bienen und Schmetterlinge. Vorgezogen wird Oregano im Mittel vom 22. Feb – 15. Mär. Ins Freie gepflanzt wird 3.–31. Mai. Geerntet werden kann 14. Jun – 18. Okt.
- Standort
- vollsonnig
- Pflanzabstand
- 30 x 30 cm
- Wuchshöhe
- 30 bis 60 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
Gießen
Sparsam. Nur bei langer Trockenheit gießen, im Topf öfter.
Mehr über Oregano bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.
- Jungpflanze wächst drinnen
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 22. Apr und 13. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Alle paar Jahre im Frühjahr teilen, damit der Horst nicht in der Mitte verkahlt.
- Nach der Blüte um die Hälfte zurückschneiden, dann bildet er neue Blätter.
- Unkraut in den ersten Wochen nach dem Pflanzen jäten.
Düngen
Bio: Oregano braucht keinen Dünger. Höchstens im Frühjahr eine Handvoll Kompost je Pflanze.
Konventionell: Kein mineralischer Dünger. Zu viel Stickstoff macht ihn weniger aromatisch.
Mehr und besser ernten
- Für die Küche laufend Triebspitzen ernten, dann verzweigt er sich.
- Einen vollsonnigen, warmen Platz wählen, dort wird er am würzigsten.
- Griechischer Oregano ist würziger als der heimische Dost, aber weniger winterhart.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Staunässe
- Im nassen Boden faulen die Wurzeln, vor allem im Winter. Durchlässigen Boden wählen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
MinzrostKrankheit
Der Rost befällt auch Oregano, erkennbar an kleinen orangen Pusteln unter den Blättern. Befallene Triebe bodennah abschneiden.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Im Frühjahr verdickte, verkrümmte Triebe mit orangem Belag, später kleine orange bis dunkelbraune Pusteln auf der Blattunterseite. Die Blätter werden gelb und fallen ab.
Wann: Frühjahr bis Herbst, bei feuchtem Wetter
Vorbeugen
- Luftig pflanzen, damit die Blätter schnell abtrocknen, und nicht über die Blätter gießen.
- Minze alle paar Jahre an einen neuen Platz setzen, der Pilz überdauert in den Ausläufern.
- Nicht zu viel Stickstoff düngen.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Triebe sofort bodennah abschneiden und in den Hausmüll geben.
- Bei starkem Befall im Herbst alles abschneiden. Der Neuaustrieb im Frühjahr ist oft gesund.
Konventionell: Gegen Rost an Kräutern sind im Haus- und Kleingarten kaum Mittel zugelassen. Rückschnitt und ein neuer Standort helfen am meisten.
SpinnmilbenSchädling
Vor allem im Topf in heißen Sommern. Die Blätter werden fahl gesprenkelt.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, später werden die Blätter gelb bis silbrig und fallen ab. Auf der Unterseite feine Gespinste und winzige, rötliche oder gelbliche Punkte, die sich bewegen.
Wann: Juni bis August, bei heißem, trockenem Wetter, im Gewächshaus und unter Dachvorsprüngen
Vorbeugen
- Für feuchte Luft sorgen: Im Gewächshaus die Wege nass halten, bei Hitze die Blätter morgens überbrausen.
- Pflanzen nicht an heiße, trockene Hauswände stellen, ohne sie regelmäßig zu übersprühen.
- Im Gewächshaus früh Raubmilben ausbringen, wenn es jedes Jahr Befall gab.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter entfernen und die Blattunterseiten mehrmals kräftig mit Wasser abbrausen.
- Raubmilben oder Florfliegenlarven kaufen und aussetzen, besonders im Gewächshaus.
- Zugelassene Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife auf die Blattunterseiten spritzen, mehrmals im Abstand von einer Woche.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen Spinnmilben. Sie töten auch Raubmilben, danach kommen die Spinnmilben oft stärker zurück.
Natürliche Gegenspieler: Raubmilben, Florfliegen, Marienkäfer, Blumenwanzen, Ohrwürmer
BlattläuseSchädling
Gelegentlich an jungen Trieben. Meist regeln das die Nützlinge.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Oregano anlockt
Die rosa Blüten liefern im Hochsommer viel Nektar, wenn anderswo wenig blüht.
Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.
Hummeln fliegen die dichten Blütenstände gern an.
Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.
Viele Wildbienen sammeln an Oregano Nektar und Pollen.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Schwebfliegen finden an den offenen Blüten Nektar. Ihre Larven fressen Blattläuse.
Die Larven fressen Blattläuse, die Fliegen bestäuben Blüten.
Tipps zum Anbau
- Samen sind Lichtkeimer: nur andrücken, nicht mit Erde bedecken.
- Im Frühjahr die alten Stängel bodennah abschneiden, dann treibt er frisch aus.
- Zum Trocknen ernten, wenn die ersten Blüten aufgehen, dann ist das Aroma am stärksten.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Compactum
- Niedrige, polsterförmige Sorte für Beeteinfassungen und Töpfe.
- Aureum
- Goldoregano mit gelbgrünem Laub, milder im Geschmack und hübsch im Kräuterbeet.
- Griechischer Oregano (Origanum vulgare subsp. hirtum)
- Sehr würzig, ideal für Pizza und Tomatensoße, braucht einen trockenen, geschützten Platz.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Oregano an eine Stelle pflanzen, an der gerade Thymian, Salbei oder Minze standen. Lippenblütler vertragen sich nacheinander schlecht, wähle einen Platz, an dem einige Jahre keine verwandten Kräuter wuchsen.
- Zu viel gießen und düngen. Das macht die Triebe weich und das Aroma fad, auf magerem, trockenem Boden wird Oregano am würzigsten.
- Die Aussaat zu früh aufgeben. Oregano braucht bis zu einem Monat zum Keimen, halte die Saatschale so lange hell und feucht.
Häufige Fragen zu Oregano
Ist Oregano dasselbe wie Majoran?
Nein, aber beide sind eng verwandt und gehören zur Gattung Origanum. Majoran ist milder und süßlicher und bei uns nicht winterhart. Oregano ist kräftiger und mehrjährig, in vielen Rezepten lassen sich beide austauschen.
Warum schmeckt mein Oregano nach fast nichts?
Heimischer Dost ist von Natur aus milder als Oregano aus dem Mittelmeerraum. Im Schatten und auf feuchtem, nährstoffreichem Boden bildet er noch weniger Aroma. Getrocknet schmeckt er meist kräftiger als frisch.
Wie trocknet man Oregano richtig?
Ganze Triebe zu kleinen Sträußen binden und kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort aufhängen. Nach ein bis zwei Wochen die Blätter abstreifen und in dunklen, gut schließenden Gläsern aufbewahren.
Quellen zu Oregano
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Vorkultur im Gewächshaus ab Februar in Anzuchtplatten, Direktsaat etwa Ende April sehr flach. Die Keimung kann bis zu einem Monat dauern. (Quelle: Hortipendium: Oregano Erwerbsanbau, gefunden am 30.09.2026)
- Pflege: Geerntet wird das Kraut von Blühbeginn bis kurz vor der Vollblüte. Oregano ist selbstunverträglich, zu anderen Lippenblütlern werden 4 bis 5 Jahre Anbaupause empfohlen. (Quelle: Hortipendium: Oregano Erwerbsanbau, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Oregano
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen