
Steckbrief
Salvia rosmarinus · Lippenblütler (Lamiaceae)
Rosmarin ist ein immergrüner Strauch aus dem Mittelmeerraum. Viele Sorten überstehen milde Winter im Freien, in rauen Lagen ist er im Kübel besser aufgehoben, der frostfrei überwintert. Vorgezogen wird Rosmarin im Mittel vom 8. Feb – 8. Mär. Ins Freie gepflanzt wird erst 10.–31. Mai. Geerntet werden kann 31. Mai – 15. Nov.
- Standort
- vollsonnig, warm, geschützt
- Pflanzabstand
- 50 x 50 cm
- Wuchshöhe
- 50 bis 150 cm
- Frost
- empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
Gießen
Sparsam. Erst gießen, wenn die Erde oben trocken ist. Staunässe schadet mehr als Trockenheit.
Mehr über Rosmarin bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.
- Jungpflanze wächst drinnen
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 29. Apr und 20. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Nach der Blüte im Frühjahr leicht zurückschneiden, nicht ins alte Holz.
- Im Kübel alle zwei bis drei Jahre in etwas größere Töpfe mit Kräutererde umtopfen.
- Im Freien den Wurzelbereich im Winter mit Laub und Reisig abdecken.
Düngen
Bio: Im Frühjahr eine Handvoll Kompost je Pflanze, im Kübel alle vier Wochen etwas organischen Kräuterdünger bis August.
Konventionell: Im Kübel von April bis August alle vier Wochen Kräuterdünger in halber Menge. Im Beet ist kein Dünger nötig.
Mehr und besser ernten
- Laufend Triebspitzen ernten, dann verzweigt er sich und wird buschig.
- Für Vorrat im Sommer ernten und trocknen, dann ist das Aroma am stärksten.
- Im Kübel überwintert wächst er Jahr für Jahr zu einem kleinen Strauch heran.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Staunässe
- Nasse Wurzeln faulen schnell, die Nadeln werden dann braun. Im Topf nie Wasser im Untersetzer stehen lassen.
- Starker Frost
- Unter etwa minus 10 °C erfrieren die meisten Sorten. In rauen Lagen im Kübel ziehen und frostfrei überwintern.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
SpinnmilbenSchädling
Vor allem beim Überwintern in warmen Räumen. Kühl und hell überwintern und die Pflanze ab und zu abbrausen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, später werden die Blätter gelb bis silbrig und fallen ab. Auf der Unterseite feine Gespinste und winzige, rötliche oder gelbliche Punkte, die sich bewegen.
Wann: Juni bis August, bei heißem, trockenem Wetter, im Gewächshaus und unter Dachvorsprüngen
Vorbeugen
- Für feuchte Luft sorgen: Im Gewächshaus die Wege nass halten, bei Hitze die Blätter morgens überbrausen.
- Pflanzen nicht an heiße, trockene Hauswände stellen, ohne sie regelmäßig zu übersprühen.
- Im Gewächshaus früh Raubmilben ausbringen, wenn es jedes Jahr Befall gab.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter entfernen und die Blattunterseiten mehrmals kräftig mit Wasser abbrausen.
- Raubmilben oder Florfliegenlarven kaufen und aussetzen, besonders im Gewächshaus.
- Zugelassene Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife auf die Blattunterseiten spritzen, mehrmals im Abstand von einer Woche.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen Spinnmilben. Sie töten auch Raubmilben, danach kommen die Spinnmilben oft stärker zurück.
Natürliche Gegenspieler: Raubmilben, Florfliegen, Marienkäfer, Blumenwanzen, Ohrwürmer
ZikadenSchädling
Zikaden hinterlassen helle Sprenkel auf den Nadeln, oft im Spätsommer. Selten ernst.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, darunter 2 bis 4 mm große, grünliche oder gelbe Tiere, die bei Berührung wegspringen. Im Frühjahr sitzen die Larven der Schaumzikade in kleinen weißen Schaumnestern an den Trieben.
Wann: Mai bis September, vor allem bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Kräuter luftig und sonnig pflanzen, nicht zu dicht.
- Blühende Pflanzen im Garten fördern Florfliegen, Blumenwanzen und andere Gegenspieler.
- Die Pflanzen im Frühsommer ab und zu ansehen. Schaumnester sind leicht zu erkennen.
Wenn der Befall schon da ist
- Schaumnester mit einem Wasserstrahl abspritzen.
- Leichte Sprenkel hinnehmen, der Schaden ist meist gering und die Blätter bleiben essbar.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Bei Zikaden lohnt sich das an Kräutern fast nie, zumal die Wartezeit bis zur Ernte zu beachten ist.
Natürliche Gegenspieler: Florfliegen, Blumenwanzen, Schlupfwespen
Echter MehltauKrankheit
Tritt vor allem im Winterquartier auf, wenn es warm und stickig ist. Luftig stellen und befallene Triebe abschneiden.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.
Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten
Vorbeugen
- Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
- Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
- Nicht zu viel Stickstoff düngen.
- Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
- Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
- Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.
Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Rosmarin anlockt
Die Blüten öffnen sich schon im zeitigen Frühjahr, wenn Hummelköniginnen dringend Nahrung brauchen.
Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.
Früh fliegende Wildbienen finden an den blauen Blüten Nektar.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Die Blüten liefern Nektar zu einer Zeit, in der noch wenig blüht.
Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.
Tipps zum Anbau
- Jungpflanzen kaufen oder Stecklinge schneiden, die Aussaat ist langwierig.
- Winterharte Sorten wählen, wenn er draußen bleiben soll, und an eine geschützte Hauswand pflanzen.
- Im Kübel hell und kühl bei 5 bis 10 °C überwintern und auch im Winter ab und zu gießen.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Arp
- Lockerer Wuchs und hellblaue Blüten, gilt bis etwa minus 20 °C als winterhart und ist die beste Wahl fürs Beet.
- Veitshöchheim
- Auch als Weihenstephan im Handel, aufrecht und wüchsig, winterhart bis etwa minus 10 °C.
- Rex
- Aufrechte, robuste Standardsorte mit großem Wuchs, winterhart bis etwa minus 10 °C.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Den Kübel im Winterquartier vergessen. Auch kühl gestellt braucht Rosmarin Wasser, prüfe alle zwei bis drei Wochen mit dem Finger und gieß sparsam.
- Rosmarin erst im Herbst ins Beet pflanzen. Bis zum Winter wurzelt er nicht mehr ein und erfriert leichter, pflanze im Frühjahr, dann hat er einen Sommer zum Anwachsen.
- Einen gekauften Supermarkt-Topf als Dauerpflanze behandeln. Darin stehen viele Stecklinge dicht an dicht, teile den Ballen auf oder topfe ihn gleich in größere Kräutererde um.
Häufige Fragen zu Rosmarin
Warum wird mein Rosmarin braun?
Meist ist er zu nass oder im Winter zu trocken. Braune Nadeln von innen heraus deuten auf Staunässe, braune Spitzen nach dem Winter auf Frost oder auf vertrocknete Wurzeln in gefrorener Erde. Prüf zuerst, ob die Wurzeln noch hell und fest sind.
Kann man Rosmarin aus Stecklingen ziehen?
Ja, das geht leichter als die Aussaat. Schneide im Sommer etwa 10 cm lange, halbreife Triebspitzen, entferne die unteren Nadeln und steck sie in sandige Erde. Hell, aber nicht sonnig und leicht feucht gehalten bilden sie nach einigen Wochen Wurzeln.
Wann blüht Rosmarin?
Meist im Frühjahr, im Kübel oft schon ab März, manchmal vereinzelt noch einmal im Herbst. Die hellblauen Blüten sind eine frühe Nahrung für Bienen und Hummeln und ebenfalls essbar.
Quellen zu Rosmarin
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Sorten: Empfiehlt Arp (winterhart bis minus 20 °C), Rex und Weihenstephan bzw. Veitshöchheim (jeweils bis minus 10 °C). (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Rosmarin, Duft des Südens, gefunden am 30.09.2026)
- Schädlinge und Krankheiten: Im Freien gelingt die Überwinterung in milden Wintern auf durchlässigem Boden, aber nicht jedes Jahr sicher. Im Kübel am besten bei 5 bis 10 °C überwintern und alle zwei bis drei Wochen sparsam gießen. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Rosmarin, Duft des Südens, gefunden am 30.09.2026)
- Termine: Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, kann Rosmarin ins Freie; die Anzucht aus Samen ist wegen langer Keim- und Jungpflanzenzeit mühsam, Kaufpflanzen sind einfacher. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Rosmarin, Duft des Südens, gefunden am 01.10.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Rosmarin
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen