Zitronenmelisse

Kräuter · Schwierigkeit leicht

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
Foto: Lazaregagnidze, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Melissa officinalis · Lippenblütler (Lamiaceae)

Zitronenmelisse ist eine mehrjährige, winterharte Staude mit frischem Zitronenduft. Sie ist anspruchslos und eine der besten Bienenpflanzen im Kräutergarten, ihr Name kommt vom griechischen Wort für Biene. Vorgezogen wird Zitronenmelisse im Mittel vom 8.–29. Mär. Ins Freie gepflanzt wird 3.–31. Mai. Geerntet werden kann 24. Mai – 4. Okt.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
40 x 40 cm
Wuchshöhe
50 bis 90 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer

Gießen

Mäßig. Bei Trockenheit gießen, Staunässe vermeiden.

Gute Nachbarn

Mehr über Zitronenmelisse bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.

Vorziehen (drinnen)8.–29. Mär
Auspflanzen3.–31. Mai
Ernte24. Mai – 4. Okt
  • Jungpflanze wächst drinnen
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 22. Apr und 13. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Zweimal im Jahr zurückschneiden: vor der Blüte und im Spätsommer.
  • Alle drei bis vier Jahre im Frühjahr teilen.
  • Im Winter zieht sie ein, die alten Stängel erst im Frühjahr abschneiden.

Düngen

Bio: Im Frühjahr etwa 2 Liter Kompost je m². Nach dem ersten Schnitt noch eine Handvoll Hornspäne.

Konventionell: Im Frühjahr etwa 30 g Volldünger je m². Mehr macht sie weniger aromatisch.

Mehr und besser ernten

  • Ganze Triebe etwa 10 cm über dem Boden schneiden, nicht einzelne Blätter zupfen.
  • Zum Trocknen schnell und schattig trocknen, sonst geht der Duft verloren.
  • Einen sonnigen Platz wählen, dort bildet sie die meisten ätherischen Öle.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Staunässe
Im nassen Boden faulen die Wurzeln, vor allem im Winter. Auf durchlässigen Boden achten.
Pralle Mittagssonne im Topf
Im kleinen Topf verbrennen die Blätter bei Hitze leicht. Großen Topf wählen und mittags leicht beschatten.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • BlattfleckenkrankheitKrankheit

    Braune Flecken mit dunklem Rand, vor allem in feuchten Sommern. Befallene Triebe abschneiden und nicht über die Blätter gießen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Runde, braune bis graue Flecken mit dunklem oder rötlichem Rand, oft mit winzigen schwarzen Punkten darin. Die Flecken fließen zusammen, die Blätter vertrocknen von außen nach innen.

    Wann: Juli bis September, bei warmem, feuchtem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht über die Blätter gießen und weit genug pflanzen.
    • Dieselbe Pflanzenart erst nach drei bis vier Jahren wieder auf dasselbe Beet setzen.
    • Pflanzenreste nach der Ernte abräumen, der Pilz überwintert darauf.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Schachtelhalmbrühe vorbeugend spritzen, um die Blätter zu stärken.

    Konventionell: Es gibt wenige zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten, sie wirken nur vorbeugend. Bei Blattgemüse die Wartezeit beachten.

  • Echter MehltauKrankheit

    Im Spätsommer oft weißer Belag. Kräftig zurückschneiden, der Neuaustrieb ist meist gesund.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.

    Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten

    Vorbeugen

    • Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
    • Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
    • Nicht zu viel Stickstoff düngen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
    • Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.

  • ZikadenSchädling

    Helle Sprenkel auf den Blättern, meist ohne großen Schaden.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, darunter 2 bis 4 mm große, grünliche oder gelbe Tiere, die bei Berührung wegspringen. Im Frühjahr sitzen die Larven der Schaumzikade in kleinen weißen Schaumnestern an den Trieben.

    Wann: Mai bis September, vor allem bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Kräuter luftig und sonnig pflanzen, nicht zu dicht.
    • Blühende Pflanzen im Garten fördern Florfliegen, Blumenwanzen und andere Gegenspieler.
    • Die Pflanzen im Frühsommer ab und zu ansehen. Schaumnester sind leicht zu erkennen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Schaumnester mit einem Wasserstrahl abspritzen.
    • Leichte Sprenkel hinnehmen, der Schaden ist meist gering und die Blätter bleiben essbar.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Bei Zikaden lohnt sich das an Kräutern fast nie, zumal die Wartezeit bis zur Ernte zu beachten ist.

    Natürliche Gegenspieler: Florfliegen, Blumenwanzen, Schlupfwespen

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Nützlinge, die Zitronenmelisse anlockt

  • Honigbienen

    Die kleinen weißen Blüten sind voller Nektar. Imker rieben früher ihre Bienenstöcke mit Melisse ein.

    Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.

  • Wildbienen

    Viele Wildbienen besuchen die Blüten im Hochsommer.

    Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.

  • Hummeln

    Auch Hummeln fliegen die Blüten gern an.

    Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.

Tipps zum Anbau

  1. Samen sind Lichtkeimer: nur andrücken, nicht mit Erde bedecken.
  2. Vor der Blüte ernten, dann sind die Blätter am aromatischsten. Danach zurückschneiden, sie treibt neu aus.
  3. Sie sät sich gern selbst aus. Wer das nicht will, schneidet die Blüten vor der Samenreife ab.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Citronella
Auslese mit besonders kräftigem Zitronenaroma.
Aurea
Gelbgrün gesprenkeltes Laub, dekorativ im Kräuterbeet, schmeckt wie die normale Melisse.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Zitronenmelisse zu nah an kleine Kräuter setzen. Sie wird 60 bis 80 cm hoch und breit und beschattet Thymian oder Schnittlauch, gib ihr genug Platz.
  • Erst ernten, wenn sie schon blüht. Dann schmecken die Blätter herber, ernte die Hauptmenge vor der Blüte, die meist im Juli beginnt.
  • Im Herbst alles bodennah abschneiden. Die alten Stängel schützen den Wurzelstock im Winter, schneide sie erst im Frühjahr ab.

Häufige Fragen zu Zitronenmelisse

Warum riecht meine Zitronenmelisse kaum nach Zitrone?

Das Aroma schwankt je nach Pflanze, Standort und Jahreszeit. Im Schatten, nach der Blüte und bei manchen Sämlingen ist es schwächer. Gefällt dir eine Pflanze besonders, vermehre sie durch Teilung statt aus Samen.

Kann man Zitronenmelisse einfrieren?

Ja, und das Aroma bleibt dabei besser erhalten als beim Trocknen. Blätter abzupfen, fein hacken und mit etwas Wasser in Eiswürfelformen einfrieren.

Kann man Zitronenmelisse im Topf ziehen?

Ja, in einem Topf mit mindestens 5 Litern Erde und Abzugsloch. Im Topf braucht sie im Sommer regelmäßig Wasser und alle paar Wochen etwas Dünger. Nach zwei bis drei Jahren teilen oder in einen größeren Topf setzen.

Quellen zu Zitronenmelisse

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

  • Termine: Gepflanzt wird vor allem im Frühjahr von März bis Mai oder auch später, meist mit vorgezogenen Jungpflanzen, zum Beispiel in 4-cm-Presstöpfen. Die Samen sind Lichtkeimer. (Quelle: Hortipendium: Zitronenmelisse Erwerbsanbau, gefunden am 30.09.2026)
  • Pflege: Die anspruchslose Pflanze wird 60 bis 80 cm hoch und mag sonnige, windgeschützte Plätze. Geerntet wird vor der Blüte, die meist von Juli bis August dauert. (Quelle: NABU: Die (Zitronen-)Melisse, gefunden am 30.09.2026)

Weitere Pflanzen

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