Johannisbeeren

Obst · Schwierigkeit leicht

Johannisbeeren (Ribes rubrum (Rote), Ribes nigrum (Schwarze))
Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Ribes rubrum (Rote), Ribes nigrum (Schwarze) · Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)

Johannisbeeren sind robuste Beerensträucher für fast jeden Garten. Rote und Weiße reifen ab Ende Juni, Schwarze etwas später. Ein Strauch trägt gut zehn bis fünfzehn Jahre. Ins Freie gepflanzt wird 11. Okt – 15. Nov. Geerntet werden kann 21. Jun – 9. Aug. Pflanzen (Frühjahr): 8. Mär – 5. Apr.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
150 x 200 cm (Schwarze 200 x 250 cm)
Wuchshöhe
1 bis 1,5 m
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer

Gießen

Nach dem Pflanzen gut einschlämmen. Von der Blüte bis zur Ernte bei Trockenheit durchdringend gießen, sonst rieseln die Beeren. Eine Mulchschicht hält den Boden feucht.

Gute Nachbarn

  • Ringelblume (deckt den Boden unter dem Strauch und lockt Schwebfliegen gegen Blattläuse an)
  • Kapuzinerkresse (deckt den Boden und lenkt Blattläuse ab)
  • Knoblauch (soll Pilzkrankheiten hemmen, die Wirkung ist aber nicht sicher belegt)

Mehr über Johannisbeeren bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Pflanzen (Herbst)11. Okt – 15. Nov
Pflanzen (Frühjahr)8. Mär – 5. Apr
Ernte21. Jun – 9. Aug
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 30. Sep und 21. Okt ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Jedes Jahr nach der Ernte die ältesten, dunklen Triebe bodennah abschneiden. Ein Strauch sollte etwa acht bis zehn Triebe unterschiedlichen Alters haben.
  • Rote Johannisbeeren tragen am zwei- bis dreijährigen Holz, Schwarze am einjährigen. Bei Schwarzen darum mehr alte Triebe herausnehmen.
  • Den Boden unter den Sträuchern nicht hacken, sondern mit Rasenschnitt, Laub oder Rindenhäcksel mulchen, die Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche.

Düngen

Bio: Im zeitigen Frühjahr etwa 3 Liter reifen Kompost und etwa 50 g Hornspäne je m² unter dem Strauch verteilen.

Konventionell: Im März einen Beeren- oder Obstdünger nach Packungsangabe streuen, grob etwa 50 g je m². Johannisbeeren sind chloridempfindlich, darum keinen chloridhaltigen Dünger nehmen.

Mehr und besser ernten

  • Ganze Trauben pflücken, wenn die unteren Beeren reif sind, dann bleiben die Beeren fest und platzen nicht.
  • Ein luftiger Strauch mit jungen Trieben trägt größere Beeren als ein dichter, überalterter.
  • Sträucher bei Trockenheit während der Blüte gießen, dann fallen weniger Beeren ab.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Trockenheit zur Blüte und Fruchtbildung
Die flachen Wurzeln trocknen schnell aus. Dann rieseln Blüten und junge Beeren ab. Mulchen und bei Trockenheit durchdringend gießen.
Spätfrost an den Blüten
Johannisbeeren blühen früh im April. Frost in die Blüte kostet einen Teil der Ernte. In Frostnächten ein Vlies überwerfen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • BlattläuseSchädling

    An Roten Johannisbeeren wölbt die Johannisbeerblasenlaus die Blätter nach oben und färbt sie rot. Das sieht schlimm aus, schadet dem Strauch aber meist wenig. Befallene Triebspitzen im Frühsommer abschneiden.

    Schützende Nachbarn

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

  • StachelbeerblattwespeSchädling

    Die Larven fressen Rote und Weiße Johannisbeeren oft von innen her kahl. Ab Mai die Sträucher innen ansehen und die Larven absammeln oder abschütteln.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Raupenähnliche Larven bis 2 cm lang, gelbgrün mit schwarzem Kopf und vielen schwarzen Punkten. Sie fressen zuerst im Inneren des Strauchs und sind darum lange nicht zu sehen. Später bleiben von den Blättern nur die Blattrippen übrig.

    Wann: Mai bis September, meist in zwei bis drei Generationen, die erste im Mai und Juni

    Vorbeugen

    • Ab Anfang Mai die Sträucher einmal pro Woche innen und an den unteren Blättern ansehen. Kleine Fraßlöcher mitten im Blatt sind die ersten Zeichen.
    • Die Sträucher luftig schneiden, dann fällt ein Befall früher auf.
    • Vögel mit Hecken und Nistkästen in den Garten holen, sie fressen die Larven.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Larven absammeln oder auf eine untergelegte Folie abschütteln und entfernen.
    • Stark befallene Triebe abschneiden. Der Strauch treibt meist wieder aus, geschwächte Sträucher im nächsten Frühjahr etwas mehr düngen.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen beißende Insekten für den Haus- und Kleingarten. Sie wirken am besten gegen junge Larven; die Wartezeit bis zur Ernte beachten und nicht in die Blüte spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen

  • Echter MehltauKrankheit

    Vor allem Schwarze Johannisbeeren werden vom Amerikanischen Stachelbeermehltau befallen, erst weiß, später braun und filzig an Triebspitzen und Beeren. Widerstandsfähige Sorten wählen und befallene Spitzen abschneiden.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.

    Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten

    Vorbeugen

    • Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
    • Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
    • Nicht zu viel Stickstoff düngen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
    • Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Nützlinge, die Johannisbeeren anlockt

  • Wildbienen

    Die Blüten öffnen sich im April und bieten früh im Jahr Nektar und Pollen. Gut bestäubte Trauben tragen mehr Beeren.

    Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.

  • Hummeln

    Hummeln fliegen auch bei kühlem Aprilwetter und bestäuben die Blüten dann, wenn Bienen noch im Stock bleiben.

    Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.

Tipps zum Anbau

  1. Am besten im Oktober oder November pflanzen, dann wurzelt der Strauch vor dem Winter ein.
  2. Eine Handbreit tiefer setzen, als er im Topf stand. Dann treiben mehr junge Triebe aus dem Boden.
  3. Nach dem Pflanzen alle Triebe um etwa ein Drittel kürzen, das fördert die Verzweigung.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Rovada
Rote Sorte mit sehr langen Trauben und großen, festen Beeren, reift spät von Ende Juli bis Mitte August.
Titania
Schwarze Sorte, wüchsig und ertragreich, kaum anfällig für Mehltau und Rost.
Ben Sarek
Schwarze Sorte mit kompaktem Wuchs, robust und ertragreich, gut für kleine Gärten.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Den Strauch jahrelang nicht schneiden. Er vergreist und trägt nur noch kleine Beeren; besser jedes Jahr die ältesten Triebe herausnehmen.
  • Zu flach pflanzen. Dann bilden sich kaum neue Bodentriebe; den Strauch lieber etwas tiefer setzen als im Topf.
  • Unter dem Strauch hacken. Das verletzt die flachen Wurzeln; besser mulchen.
  • Beeren zu früh pflücken. Rote Johannisbeeren sind oft schon rot, aber noch sauer; ein paar Tage länger hängen lassen.

Häufige Fragen zu Johannisbeeren

Warum fallen die Beeren meiner Johannisbeeren vor der Reife ab?

Das nennt man Verrieseln. Meist liegt es an Spätfrost oder kaltem Regen während der Blüte oder an Trockenheit. Auch alte, geschwächte Sträucher verrieseln stärker. Gießen in der Blütezeit und ein regelmäßiger Schnitt helfen.

Kann man Johannisbeeren als Stämmchen ziehen?

Ja, Rote und Weiße Johannisbeeren gibt es als Hochstämmchen. Sie brauchen dauerhaft einen Pfahl und passen gut in kleine Gärten und große Kübel. Sie tragen aber weniger als ein Strauch.

Brauchen Johannisbeeren eine zweite Sorte zur Befruchtung?

Die meisten Sorten sind selbstfruchtbar. Mit einer zweiten Sorte in der Nähe setzen aber oft mehr Beeren an, vor allem bei Schwarzen Johannisbeeren.

Wie vermehre ich Johannisbeeren?

Am einfachsten mit Steckhölzern. Im Spätherbst etwa 20 cm lange Stücke einjähriger Triebe schneiden und so tief in lockere Erde stecken, dass nur ein bis zwei Knospen herausschauen. Bis zum nächsten Herbst sind sie bewurzelt.

Quellen zu Johannisbeeren

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Johannisbeeren