Himbeeren

Obst · Schwierigkeit mittel

Himbeeren (Rubus idaeus)
Foto: Didier Descouens, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Rubus idaeus · Rosengewächse (Rosaceae)

Himbeeren gibt es als Sommer- und als Herbsthimbeeren. Sommerhimbeeren tragen im Juni und Juli an den Ruten des Vorjahres, Herbsthimbeeren ab August an den diesjährigen Ruten. Beide brauchen ein Gerüst und einen lockeren, humosen Boden. Ins Freie gepflanzt wird 11. Okt – 15. Nov. Geerntet werden kann 21. Jun – 26. Jul. Pflanzen (Frühjahr): 8. Mär – 12. Apr. Ernte (Herbsthimbeeren): 9. Aug – 25. Okt.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
50 x 150 cm
Wuchshöhe
1,2 bis 2 m
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer

Gießen

Gleichmäßig feucht halten, vor allem von der Blüte bis zur Ernte. Himbeeren vertragen weder Trockenheit noch Staunässe. Mulch hilft.

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

  • Brombeeren (gleiche Krankheiten und Schädlinge, Brombeeren überwuchern die Himbeeren)
  • Kartoffeln (beide anfällig für die Verticillium-Welke, die sich im Boden hält)

Mehr über Himbeeren bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Pflanzen (Herbst)11. Okt – 15. Nov
Pflanzen (Frühjahr)8. Mär – 12. Apr
Ernte (Sommerhimbeeren)21. Jun – 26. Jul
Ernte (Herbsthimbeeren)9. Aug – 25. Okt
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 30. Sep und 21. Okt ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Sommerhimbeeren: Direkt nach der Ernte die abgetragenen Ruten bodennah abschneiden. Von den jungen Ruten etwa acht bis zehn kräftige je Meter stehen lassen.
  • Herbsthimbeeren: Im Februar alle Ruten bodennah abschneiden. Das beugt Rutenkrankheiten vor.
  • Den Boden mit Rasenschnitt, Laub oder Rindenhäcksel mulchen und nicht hacken, die Wurzeln liegen flach.
  • Ausläufer, die außerhalb der Reihe erscheinen, regelmäßig ausreißen.

Düngen

Bio: Im März etwa 3 Liter reifen Kompost und etwa 50 g Hornspäne je m² in der Reihe verteilen und mit Mulch abdecken.

Konventionell: Im März und nach der Blüte je die halbe Menge eines Beerendüngers nach Packungsangabe streuen, zusammen grob etwa 60 g je m². Himbeeren sind salzempfindlich, darum gut einwässern.

Mehr und besser ernten

  • Sommer- und Herbsthimbeeren zusammen pflanzen, dann gibt es von Juni bis Oktober Früchte.
  • Alle zwei Tage pflücken, sobald sich die Früchte leicht vom Zapfen lösen. Überreife Früchte ziehen Kirschessigfliegen an.
  • Nicht zu viele Ruten stehen lassen, sonst werden die Früchte klein und trocknen schlecht ab.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Staunässe
In nassem, verdichtetem Boden faulen die Wurzeln, ganze Ruten welken und sterben ab. Nur in lockeren, durchlässigen Boden oder auf einen Damm pflanzen.
Trockenheit
Die flachen Wurzeln trocknen schnell aus, die Früchte bleiben klein und krümelig. Mulchen und in der Erntezeit gießen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • KirschessigfliegeSchädling

    Befällt vor allem Herbsthimbeeren ab August. Alle zwei Tage durchpflücken, befallene und überreife Früchte entsorgen und bei starkem Befall ein engmaschiges Netz vor der Reife auflegen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Die Früchte werden weich, sacken ein und riechen nach Essig, kurz nach der Ernte fallen sie zusammen. Drückt man sie, tritt Saft aus kleinen Einstichen, innen sitzen weiße Maden von wenigen Millimetern. Die Fliegen sind etwa 3 mm groß und haben rote Augen, die Männchen je einen dunklen Fleck an der Flügelspitze.

    Wann: Ab Juli, am stärksten von August bis Oktober, besonders nach feuchtwarmem Wetter

    Vorbeugen

    • Reife Früchte alle zwei bis drei Tage vollständig durchpflücken und gleich kühl stellen.
    • Befallene, überreife und heruntergefallene Früchte einsammeln und in der Biotonne oder im Hausmüll entsorgen, nicht auf den Kompost.
    • Sträucher luftig schneiden und den Bestand nicht zu dicht halten. Die Fliege mag es feucht und schattig.
    • Bei starkem Befall vor der Fruchtreife ein sehr engmaschiges Netz (unter 1 mm Maschenweite) über die Sträucher spannen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Früchte konsequent entfernen, das unterbricht die Vermehrung.
    • Becherfallen mit Apfelessig, Wasser, etwas Rotwein und einem Tropfen Spülmittel zeigen, ob die Fliege da ist. Zur Bekämpfung reichen sie nicht aus.

    Konventionell: Für den Haus- und Kleingarten gibt es kaum zugelassene Mittel. Wegen der kurzen Zeit bis zur Ernte sind Netze, Hygiene und häufiges Pflücken die wichtigsten Maßnahmen.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen

  • GrauschimmelKrankheit

    Bei nassem Wetter zur Ernte schimmeln die Früchte am Strauch. Die Reihe nicht zu dicht halten und faule Früchte gleich mit abpflücken.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Weiche, braune Faulstellen, auf denen ein grauer, stäubender Pilzrasen wächst. Bei Erdbeeren faulen die Früchte schon am Stock, bei Salat die unteren Blätter und der Strunk.

    Wann: Bei feuchtem, kühlem Wetter, vor allem zur Erdbeerernte und im Herbst

    Vorbeugen

    • Weit genug pflanzen, damit die Pflanzen nach Regen schnell abtrocknen.
    • Erdbeeren mit Stroh unterlegen, damit die Früchte nicht auf nasser Erde liegen.
    • Nicht über die Blätter gießen und nicht zu viel Stickstoff düngen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Faule Früchte und Blätter bei jeder Ernte mit abnehmen und in den Hausmüll geben.
    • Bei Salat die unteren, faulen Blätter früh entfernen.

    Konventionell: Für Erdbeeren gibt es zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten, gespritzt in die Blüte. Wartezeiten beachten und nicht an Bienenflugtagen spritzen.

  • BlattläuseSchädling

    Die Große Himbeerblattlaus überträgt Viren, die Blätter mosaikartig verfärben. Befall an Triebspitzen früh entfernen und nur gesunde Pflanzen setzen.

    Schützende Nachbarn

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Nützlinge, die Himbeeren anlockt

  • Honigbienen

    Himbeeren sind eine gute Bienenweide mit viel Nektar. Honigbienen fliegen die Blüten wochenlang an.

    Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.

  • Hummeln

    Hummeln bestäuben die nach unten hängenden Blüten gründlich, dann werden die Früchte vollständig und fallen nicht krümelig auseinander.

    Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.

  • Wildbienen

    Viele Wildbienenarten sammeln an Himbeerblüten Nektar und Pollen.

    Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.

Tipps zum Anbau

  1. Im Herbst oder zeitigen Frühjahr pflanzen. Herbsthimbeeren im Frühjahr gepflanzt tragen oft schon im selben Jahr.
  2. Flach pflanzen, die Knospen am Wurzelstock nur etwa 5 cm mit Erde bedecken.
  3. Gleich beim Pflanzen ein Drahtgerüst mit zwei bis drei Drähten aufstellen, an dem die Ruten festgebunden werden.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Autumn Bliss
Bewährte Herbsthimbeere, trägt von August bis in den Oktober und ist robust.
Polka
Herbsthimbeere mit gutem Geschmack, gilt als robuster als Tulameen.
Tulameen
Sommerhimbeere mit großen, aromatischen Früchten, aber etwas anfälliger für Wurzel- und Rutenkrankheiten.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Himbeeren in schweren, nassen Boden setzen. Dann faulen die Wurzeln und ganze Ruten sterben ab; besser auf einen Damm pflanzen.
  • Sommer- und Herbsthimbeeren gleich schneiden. Wer bei Sommerhimbeeren im Winter alle Ruten abschneidet, hat im nächsten Jahr keine Ernte.
  • Zu tief pflanzen. Die Knospen am Wurzelstock gehören nur knapp unter die Erde.
  • Himbeeren an eine Stelle setzen, wo vorher schon Himbeeren standen. Dort wachsen sie oft schlecht; einen neuen Platz wählen.

Häufige Fragen zu Himbeeren

Warum sterben einzelne Himbeerruten plötzlich ab?

Meist steckt eine Wurzelfäule dahinter, die bei Staunässe auftritt. Die Ruten welken im Sommer, die Wurzeln sind innen braun. Befallene Pflanzen entfernen und neue Himbeeren an einem anderen Platz auf einen Damm setzen. Auch Rutenkrankheiten lassen Ruten absterben, sie zeigen sich an violetten bis braunen Flecken an der Rinde.

Sind Sommer- oder Herbsthimbeeren besser?

Herbsthimbeeren sind einfacher: Du schneidest im Februar alles ab und hast weniger Probleme mit Rutenkrankheiten und Madenbefall. Sommerhimbeeren haben oft größere, aromatischere Früchte, brauchen aber einen genaueren Schnitt. Viele Gärtner pflanzen beide.

Warum sind Maden in meinen Himbeeren?

Bei Sommerhimbeeren stammen sie oft vom Himbeerkäfer, dessen Larven in den Früchten leben. Ab Spätsommer kann auch die Kirschessigfliege die Ursache sein. Herbsthimbeeren bleiben vom Himbeerkäfer meist verschont.

Kann man Himbeeren im Kübel ziehen?

Ja, mit einem Kübel ab etwa 30 Litern und guter Beerenerde. Am besten eignen sich kompakte Herbsthimbeeren. Im Kübel musst du im Sommer täglich gießen, Staunässe aber vermeiden.

Quellen zu Himbeeren

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Himbeeren