
Steckbrief
Fagopyrum esculentum · Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Buchweizen ist eine schnelle Sommergründüngung für leere Beete. Er ist mit keinem gängigen Gemüse verwandt, blüht wochenlang für Bienen und friert im Herbst ab. Direkt ins Beet geht es 17. Mai – 16. Aug. Geerntet werden kann 21. Jun – 4. Okt.
- Standort
- sonnig
- Pflanzabstand
- breitwürfig, etwa 5 bis 10 g Samen je m²
- Wuchshöhe
- 50 bis 100 cm
- Frost
- empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
- Boden mindestens
- 10 °C
Gießen
Bis zum Keimen feucht halten, danach nur bei großer Trockenheit gießen.
Mehr über Buchweizen bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 6. Mai und 27. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Nach dem Keimen kaum Pflege nötig, er unterdrückt Unkraut durch schnelles Wachstum.
- Bei langer Trockenheit im Hochsommer einmal durchdringend gießen.
- Nach dem ersten Frost stirbt er ab; die Reste im Frühjahr flach einarbeiten.
Düngen
Bio: Buchweizen braucht keinen Dünger, er kommt auch mit mageren Böden zurecht.
Konventionell: Kein Dünger nötig.
Mehr und besser ernten
- Gestaffelt säen, dann blüht er von Juni bis zum Herbst.
- Nach Frühkartoffeln oder Erbsen gesät, nutzt er die Lücke bis zum Herbst.
- Für die Bienen einige Streifen länger stehen lassen und nur einen Teil abmähen.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Frost
- Schon wenige Grad unter null lassen Buchweizen erfrieren. Nicht vor Mitte Mai säen und im Herbst mit dem Absterben rechnen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
NacktschneckenSchädling
Gefährdet sind vor allem die Keimlinge in feuchten Wochen. Ältere Pflanzen wachsen meist davon.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
BlattläuseSchädling
Sitzen manchmal an den Triebspitzen. Die Blüten locken aber Schwebfliegen an, deren Larven die Läuse fressen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Buchweizen anlockt
Buchweizen liefert viel Nektar, Imker schätzen ihn als späte Tracht.
Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.
Die kleinen, offenen Blüten sind auch für kurzrüsselige Wildbienen erreichbar.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Schwebfliegen finden an den flachen Blüten Nektar, ihre Larven fressen Blattläuse.
Die Larven fressen Blattläuse, die Fliegen bestäuben Blüten.
Tipps zum Anbau
- Erst nach den Eisheiligen säen: Buchweizen ist sehr frostempfindlich und keimt erst in warmem Boden.
- Etwa 2 bis 3 cm tief einharken. Die Saat ist bis in den August möglich.
- Zum Einarbeiten abmähen, bevor die ersten Körner reif und schwarz sind, sonst keimt er im nächsten Jahr wieder.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Kora
- Wüchsige Körnersorte, 100 bis 120 cm hoch, auch als Gründüngung geeignet.
- Billy
- Wird als Bio-Saatgut für Gründüngung und Bienenweide angeboten.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Zu früh säen. Schon leichter Frost tötet die Keimlinge; erst ab Mitte Mai säen.
- Den Buchweizen ausreifen lassen. Dann fallen die Körner aus und keimen im nächsten Jahr zwischen dem Gemüse; vorher abmähen.
- Ihn als Wintergründüngung einplanen. Er friert beim ersten Frost ab; für den Winter lieber Inkarnatklee oder Winterroggen säen.
Häufige Fragen zu Buchweizen
Ist Buchweizen ein Getreide?
Nein. Buchweizen gehört zu den Knöterichgewächsen und ist mit Rhabarber und Sauerampfer verwandt. Deshalb passt er als Gründüngung in fast jede Fruchtfolge.
Wie schnell wächst Buchweizen als Gründüngung?
Er keimt nach wenigen Tagen und ist nach drei bis vier Wochen etwa 20 cm hoch. Nach etwa fünf bis sechs Wochen beginnt die Blüte.
Kann man Buchweizen im Garten auch ernten?
Ja, die Körner reifen etwa drei Monate nach der Saat, aber sehr ungleichmäßig. Für eine Kornernte ist ein Beet meist zu klein, als Gründüngung ist er im Garten nützlicher.
Quellen zu Buchweizen
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Buchweizen ist sehr wärmebedürftig und frostempfindlich; gesät wird erst nach den Eisheiligen ab Mitte Mai, zum Keimen braucht er über 10 °C. (Quelle: Universität Hohenheim, Landessaatzuchtanstalt: Buchweizen Anbau und Verarbeitung, gefunden am 30.09.2026)
- Termine: Gründüngungspflanzen können während der Saison bis in den August gesät werden, statt Flächen brach liegen zu lassen. (Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Welche Gründüngung eignet sich für den Gemüsegarten?, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Buchweizen
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen
Gründüngung