Schnittlauch

Kräuter · Schwierigkeit leicht

Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Foto: Tigerente, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Allium schoenoprasum · Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Schnittlauch ist ein mehrjähriges Kraut, das jedes Frühjahr wieder austreibt. Ein Horst liefert vom Frühjahr bis zum Herbst frische Halme, und die violetten Blüten sind bei Bienen und Hummeln beliebt. Direkt ins Beet geht es 5. Apr – 28. Jun. Geerntet werden kann 17. Mai – 1. Nov.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
20 x 25 cm (Horste)
Wuchshöhe
20 bis 40 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer
Boden mindestens
8 °C

Gießen

Gleichmäßig feucht halten. Schnittlauch mag keinen trockenen Boden, aber auch keine Staunässe.

Schlechte Nachbarn

Mehr über Schnittlauch bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)5. Apr – 28. Jun
Ernte17. Mai – 1. Nov
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 25. Mär und 15. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Alle drei bis vier Jahre im Frühjahr ausgraben, teilen und neu pflanzen, sonst vergreisen die Horste.
  • Im Hochsommer einmal ganz herunterschneiden, dann treibt er zart nach.
  • Im Winter zieht er ein. Für frisches Grün im Winter einen Topf mit einem Horststück ans Küchenfenster stellen.

Düngen

Bio: Im Frühjahr etwa 2 Liter Kompost je m² um die Horste verteilen. Nach einem kräftigen Rückschnitt noch eine Handvoll Hornspäne.

Konventionell: Im Frühjahr etwa 30 g Volldünger je m², nach dem Rückschnitt im Sommer noch einmal die Hälfte.

Mehr und besser ernten

  • Oft ernten: Je häufiger geschnitten wird, desto mehr neue Halme kommen.
  • Für mehr Halme die Blütenknospen abknipsen. Mit Blüten werden die Halme hart.
  • Mehrere Horste an verschiedenen Stellen pflanzen, dann ist immer einer frisch geschnitten nachgewachsen.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Trockenheit
In trockenem Boden werden die Halme hart, gelb an den Spitzen und scharf. Gleichmäßig feucht halten, im Topf im Sommer täglich gießen.
Alte Horste
Nach einigen Jahren bleiben die Halme dünn und der Horst verkahlt in der Mitte. Dann teilen und neu pflanzen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • LauchrostKrankheit

    Beim Schnittlauch treten die orangen Pusteln oft im Spätsommer auf. Den Horst dann ganz herunterschneiden, die neuen Halme sind meist gesund.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Längliche, orange Pusteln auf den Blättern, aus denen beim Darüberstreichen rostfarbenes Pulver kommt. Stark befallene Blätter werden gelb.

    Wann: Spätsommer und Herbst, bei feuchtem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen, aber mit Kalium gut versorgen.
    • Lauch und Zwiebeln nicht jedes Jahr an dieselbe Stelle setzen und Reste abräumen.
    • Weit genug pflanzen, damit die Blätter schnell abtrocknen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter abschneiden. Die Stangen selbst sind meist gesund und lassen sich essen.
    • Wenig befallene Pflanzen einfach weiterwachsen lassen, im Winter kommt der Pilz zum Stillstand.

    Konventionell: Zugelassene Fungizide gegen Rost wirken nur vorbeugend. Im Hausgarten lohnt sich das selten, der Schaden ist meist klein.

  • LauchminierfliegeSchädling

    Die Larven fressen Gänge in die Halme, die sich dann kräuseln und verfärben. Befallene Halme abschneiden, im Frühjahr ein Netz auflegen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Reihen kleiner weißer Punkte auf den Blättern (Einstiche der Fliege), später Fraßgänge und braune Puppen im Schaft. Die Stangen verdrehen sich und faulen.

    Wann: Frühjahr (März bis Mai) und Herbst (September bis Oktober)

    Vorbeugen

    • In den beiden Flugzeiten im Frühjahr und Herbst ein Kulturschutznetz auflegen.
    • Lauch nicht zu früh und nicht zu spät pflanzen: Die Flugzeiten im Frühjahr und Herbst sind am gefährlichsten.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Stangen früh ernten und die kaputten Teile wegschneiden.
    • Befallene Pflanzenreste nicht auf den Kompost geben, die Puppen überwintern darin.

    Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel. Das Netz in den Flugzeiten hilft am besten.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen

  • BlattläuseSchädling

    Blattläuse sitzen gelegentlich an den Blütenstielen. Meist genügt es, diese abzuschneiden.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Nützlinge, die Schnittlauch anlockt

  • Wildbienen

    Die violetten Kugelblüten sind eine wichtige Futterquelle für viele Wildbienen, vor allem im Frühsommer.

    Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.

  • Hummeln

    Hummeln besuchen die Blüten auch bei kühlem Wetter und bestäuben dabei benachbarte Erdbeeren und Gemüse.

    Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.

  • Honigbienen

    Die Blüten liefern viel Nektar und Pollen.

    Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.

Tipps zum Anbau

  1. Einfacher als säen: einen Horst aus der Gärtnerei pflanzen oder den eines Nachbarn teilen.
  2. Immer ganze Halme knapp über dem Boden schneiden, nicht nur die Spitzen, dann treibt er kräftig nach.
  3. Einige Horste blühen lassen: Die Blüten sind essbar und locken viele Wildbienen an.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Staro
Kräftige Sorte mit dicken Röhren, ertragreich im Beet.
Grolau
Bewährte Sorte mit mittelfeinen Röhren, eignet sich auch gut für den Topf und zum Treiben im Winter.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Nur die Spitzen abschneiden. Dann werden die Halme gelb und hart; schneide ganze Halme etwa 3 cm über dem Boden.
  • Den Horst jahrelang nicht teilen. Er verkahlt in der Mitte; teile ihn alle drei bis vier Jahre im Frühjahr.
  • Schnittlauch im Topf austrocknen lassen. Er verträgt keine Trockenheit; gieß im Sommer täglich, aber ohne Staunässe.
  • Nach vielen Schnitten nie düngen. Für immer neue Halme braucht er Nährstoffe; gib nach kräftigen Schnitten etwas Kompost oder Flüssigdünger.

Häufige Fragen zu Schnittlauch

Kann man blühenden Schnittlauch essen?

Die Blüten sind essbar und schmecken mild nach Zwiebel, schön im Salat. Die Blütenstiele selbst sind hart und nicht zum Essen geeignet. Die übrigen Halme bleiben essbar.

Kann man Schnittlauch einfrieren?

Ja, fein geschnitten in einer Dose oder im Gefrierbeutel. Er behält so sein Aroma besser als getrocknet, wird aber weich.

Warum wird mein Schnittlauch gelb?

Häufige Gründe sind Trockenheit, Nährstoffmangel oder ein alter Horst. Schneide ihn ganz herunter, dünge leicht und halte ihn feucht, dann treibt er frisch nach. Orange Pusteln deuten auf Rost hin.

Wächst Schnittlauch auch im Halbschatten?

Ja, er kommt gut mit Halbschatten zurecht. Dort bleiben die Halme oft zarter, der Ertrag ist etwas kleiner als in der Sonne.

Quellen zu Schnittlauch

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Schnittlauch