Sonnenblumen

Blumen · frostempfindlich · Schwierigkeit leicht

Sonnenblumen (Helianthus annuus)
Foto: Michael Hoelzl, Public domain, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Helianthus annuus · Korbblütler (Asteraceae)

Sonnenblumen wachsen in wenigen Wochen mannshoch und blühen von Juli bis zum Frost. Die großen Blüten sind voller Pollen und Nektar, die reifen Kerne ein Winterfutter für Vögel. Direkt ins Beet geht es 26. Apr – 7. Jun. Geerntet werden kann 12. Jul – 4. Okt.

Standort
vollsonnig
Pflanzabstand
40 x 50 cm (hohe Sorten), 25 cm (Balkonsorten)
Wuchshöhe
50 bis 300 cm (je nach Sorte)
Frost
empfindlich
Nährstoffbedarf
Starkzehrer
Boden mindestens
8 °C

Gießen

Anfangs mäßig, ab dem Knospenansatz reichlich. Große Pflanzen verdunsten viel Wasser.

Schlechte Nachbarn

  • Kartoffeln (beide brauchen viel Wasser und Nährstoffe)

Mehr über Sonnenblumen bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)26. Apr – 7. Jun
Blüte12. Jul – 4. Okt
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 15. Apr und 6. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Hohe Sorten an einen Stab binden, bevor die Blüten schwer werden.
  • Die Keimlinge in den ersten Wochen vor Schnecken schützen.
  • Einige Samenstände über den Winter stehen lassen, für Meisen und Finken.

Düngen

Bio: Beim Säen etwa 2 Liter Kompost je m² einarbeiten, ab Juni alle zwei Wochen Brennnesseljauche.

Konventionell: Etwa 50 g Volldünger je m² bei der Saat, im Juni noch einmal die Hälfte.

Mehr und besser ernten

  • Für Kerne die Köpfe abschneiden, wenn die Rückseite gelb wird, und hängend trocknen. Vorher mit einem Netz vor Vögeln schützen.
  • Verzweigte Sorten blühen länger und bringen viele kleinere Blüten.
  • Für große Blüten die Seitentriebe entfernen.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Spätfrost
Die Keimlinge vertragen keinen Frost. Nicht vor dem letzten Frost säen oder mit Vlies schützen.
Wind
Hohe Sorten knicken bei Sturm um. Anbinden oder an eine geschützte Stelle pflanzen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • NacktschneckenSchädling

    Keimlinge und junge Pflanzen werden über Nacht abgefressen. Drinnen vorziehen oder mit Schneckenkragen schützen, bis sie kniehoch sind.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.

    Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen

    Vorbeugen

    • Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
    • Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
    • Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
    • Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
    • Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
    • Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
    • Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.

    Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • BlattläuseSchädling

    Blattläuse sitzen gern unter den Blütenköpfen. Meist regeln das die Nützlinge.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

  • GrauschimmelKrankheit

    Im nassen Spätsommer faulen die Blütenköpfe. Befallene Köpfe früh abschneiden.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Weiche, braune Faulstellen, auf denen ein grauer, stäubender Pilzrasen wächst. Bei Erdbeeren faulen die Früchte schon am Stock, bei Salat die unteren Blätter und der Strunk.

    Wann: Bei feuchtem, kühlem Wetter, vor allem zur Erdbeerernte und im Herbst

    Vorbeugen

    • Weit genug pflanzen, damit die Pflanzen nach Regen schnell abtrocknen.
    • Erdbeeren mit Stroh unterlegen, damit die Früchte nicht auf nasser Erde liegen.
    • Nicht über die Blätter gießen und nicht zu viel Stickstoff düngen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Faule Früchte und Blätter bei jeder Ernte mit abnehmen und in den Hausmüll geben.
    • Bei Salat die unteren, faulen Blätter früh entfernen.

    Konventionell: Für Erdbeeren gibt es zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten, gespritzt in die Blüte. Wartezeiten beachten und nicht an Bienenflugtagen spritzen.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Nützlinge, die Sonnenblumen anlockt

  • Hummeln

    Die großen Blütenkörbe liefern viel Pollen und Nektar.

    Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.

  • Wildbienen

    Viele Wildbienen, auch spezialisierte Arten, sammeln an Sonnenblumen.

    Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.

  • Honigbienen

    Honigbienen besuchen die Blüten den ganzen Tag.

    Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.

  • Schwebfliegen

    Schwebfliegen finden an den vielen Einzelblüten Nektar.

    Die Larven fressen Blattläuse, die Fliegen bestäuben Blüten.

Tipps zum Anbau

  1. Direkt ins Beet säen, sobald kein Frost mehr droht. Zu dritt legen und den kräftigsten Keimling stehen lassen.
  2. Ungefüllte Sorten wählen. Gefüllte und pollenfreie Schnittblumensorten sind für Insekten wertlos.
  3. Am Nordrand des Beets pflanzen, damit sie dem Gemüse keine Sonne nehmen. Stangenbohnen oder Gurken können an ihnen hochranken.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Russischer Riese
Wird über 3 m hoch und bildet sehr große Köpfe mit dicken Kernen.
Velvet Queen
Verzweigt mit samtig rotbraunen, ungefüllten Blüten, viele Blüten für die Vase.
Sunspot
Nur etwa 60 cm hoch und trotzdem mit großen Blüten, gut für Kübel und Balkon.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Sonnenblumen in kleinen Töpfen vorziehen und zu spät pflanzen. Die Pfahlwurzel verkümmert im Topf, nimm tiefe Töpfe und setze die Jungpflanzen nach zwei bis drei Wochen ins Beet.
  • Hohe Sorten in Töpfe oder Balkonkästen setzen. Sie brauchen tiefen Boden und viel Wasser, für Topf und Balkon niedrige Sorten wählen.
  • Sonnenblumen jedes Jahr an dieselbe Stelle säen. Sie zehren den Boden stark aus und Krankheiten reichern sich an, wechsle jedes Jahr den Platz.

Häufige Fragen zu Sonnenblumen

Drehen sich Sonnenblumen nach der Sonne?

Nur solange sie wachsen: Die Knospe folgt tagsüber der Sonne von Ost nach West und dreht sich nachts zurück. Sobald die Blüte offen ist, bleibt der Kopf meist nach Osten gerichtet.

Wie lange blüht eine Sonnenblume?

Eine einzelne Blüte hält etwa ein bis zwei Wochen. Verzweigte Sorten bilden nacheinander viele Blüten und blühen so wochenlang. Mit Folgesaaten bis Anfang Juni reicht die Blüte bis in den Herbst.

Kann man die Kerne selbst essen?

Ja, am besten von Sorten mit großen, gestreiften Kernen. Köpfe gut trocknen, Kerne auslösen und nach Belieben rösten. Kleine, schwarze Kerne eignen sich eher als Vogelfutter.

Quellen zu Sonnenblumen

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

  • Termine: Bienenfreundliche Sommerblumen wie Sonnenblumen, Ringelblumen und Kapuzinerkresse können im Mai noch ins Freiland gesät werden. (Quelle: NABU Berlin: Gartenmonat Mai, gefunden am 30.09.2026)

Weitere Pflanzen

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