
Steckbrief
Coriandrum sativum · Doldenblütler (Apiaceae)
Koriander liefert frisches Grün und später aromatische Samen. Er schießt bei Hitze schnell in die Blüte, deshalb lieber öfter in kleinen Mengen säen. Direkt ins Beet geht es 19. Apr – 9. Aug. Geerntet werden kann 24. Mai – 6. Sep.
- Standort
- sonnig bis halbschattig
- Pflanzabstand
- in Reihen, 20 cm Abstand
- Wuchshöhe
- 30 bis 60 cm (blühend)
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
- Boden mindestens
- 8 °C
Gießen
Gleichmäßig feucht halten. Trockenheit lässt Koriander sofort blühen.
Mehr über Koriander bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 8. Apr und 29. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Zu dicht aufgegangene Saat auf etwa 5 bis 10 cm ausdünnen.
- Koriander lässt sich schlecht umpflanzen, deshalb direkt säen oder im Topf lassen.
- Blühende Pflanzen bei Wind festbinden, damit die Samen ausreifen.
Düngen
Bio: Koriander braucht keinen Dünger. Ein Beet, das im Vorjahr Kompost bekommen hat, reicht aus.
Konventionell: Kein mineralischer Dünger nötig. Zu viel Stickstoff macht die Blätter weich und fade.
Mehr und besser ernten
- Blätter laufend von außen ernten, die Mitte weiterwachsen lassen.
- Sorten für Blattkoriander wählen, sie blühen später als Sorten für Samen.
- Samen ernten, wenn die Dolden braun werden, und nachtrocknen lassen.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Hitze und Trockenheit
- Bei Hitze und trockenem Boden schießt Koriander innerhalb weniger Tage. Im Frühjahr und Spätsommer säen, im Hochsommer halbschattig.
- Umpflanzen
- Koriander bildet eine Pfahlwurzel und blüht nach dem Umsetzen oft sofort. Direkt an Ort und Stelle säen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
BlattläuseSchädling
Blattläuse sitzen gern an den Blütenständen. Die Nützlinge, die die Dolden anlocken, regeln das meist von selbst.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
NacktschneckenSchädling
Die Keimlinge sind bei Schnecken beliebt. In den ersten Wochen die Reihen schützen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Echter MehltauKrankheit
Im Spätsommer oft ein weißer Belag auf den Blättern. Dann ist die Saison für diese Pflanzen ohnehin fast vorbei, nachsäen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.
Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten
Vorbeugen
- Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
- Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
- Nicht zu viel Stickstoff düngen.
- Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
- Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
- Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.
Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Koriander anlockt
Die flachen weißen Dolden bieten leicht erreichbaren Nektar. Die Larven der Schwebfliegen fressen Blattläuse.
Die Larven fressen Blattläuse, die Fliegen bestäuben Blüten.
Die kleinen Einzelblüten passen zu den kurzen Mundwerkzeugen der Schlupfwespen.
Winzige Wespen, die ihre Eier in Blattläuse und Raupen legen und sie so töten.
Kleine Wildbienen sammeln an den Dolden Nektar und Pollen.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Tipps zum Anbau
- Alle drei Wochen eine kleine Reihe nachsäen, dann gibt es den ganzen Sommer Blätter.
- Im Hochsommer halbschattig säen, dort blüht er später.
- Einige Pflanzen blühen lassen: Die weißen Dolden locken Schwebfliegen und Schlupfwespen an, und die reifen Samen sind ein Gewürz.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Santo
- Blattkoriander, der langsam schießt und deshalb länger Blätter liefert.
- Calypso
- Buschig wachsender Blattkoriander, der besonders spät in Blüte geht.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Koriander in der Hitze säen und in die volle Sonne stellen. Dann blüht er sofort; säe im Hochsommer halbschattig.
- Vorgezogene Pflanzen umsetzen. Koriander blüht danach meist gleich; säe direkt an Ort und Stelle.
- Samen zu flach säen. Koriander keimt im Dunkeln; säe 1 bis 2 cm tief und bedecke die Rille.
- Die Saat ungeduldig austrocknen lassen. Er keimt langsam; halte die Rille mehrere Wochen gleichmäßig feucht.
Häufige Fragen zu Koriander
Warum schmeckt Koriander für manche nach Seife?
Das liegt an den Genen: Manche Menschen nehmen bestimmte Aldehyde im Koriander stark wahr, die für sie seifig schmecken. Mit dem Garten hat das nichts zu tun. Die reifen Samen schmecken ganz anders und sind für viele trotzdem angenehm.
Kann man Koriandersamen selbst ernten?
Ja, lass einige Pflanzen blühen und schneide die Dolden, wenn die Samen braun werden. Zum Nachtrocknen kopfüber in eine Papiertüte hängen.
Wie lange keimt Koriander?
Im Freiland dauert es oft zwei bis drei Wochen, bei kühlem Wetter auch länger. Leicht angedrückte, halbierte Samen keimen oft etwas schneller.
Kann man Koriander im Topf ziehen?
Ja, in einem tiefen Topf mit lockerer Erde. Im Topf trocknet er schneller aus und schießt dann, also regelmäßig gießen und nicht in die Mittagssonne stellen.
Quellen zu Koriander
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Für die Blatternte reicht eine Aussaat von Mitte April bis Ende Juli. Wer Samen ernten will, sät so früh wie möglich, Ende März bis Mitte April. (Quelle: Hortipendium: Koriander im Hausgarten, gefunden am 30.09.2026)
- Pflanzabstand: Direktsaat mit etwa 100 Korn je m² und 25 bis 30 cm Reihenabstand. Koriander ist Dunkelkeimer, Saattiefe 1 bis 2 cm, Keimdauer im Mittel etwa 25 Tage. (Quelle: Hortipendium: Koriander im Hausgarten, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Koriander
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen