Kürbis

Fruchtgemüse · frostempfindlich · Schwierigkeit leicht

Kürbis (Cucurbita maxima, Cucurbita pepo)
Foto: Wildfeuer, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Cucurbita maxima, Cucurbita pepo · Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Kürbis braucht Wärme, viel Platz und Nährstoffe, sonst wenig Pflege. Gegen Frost ist er sehr empfindlich. Vorgezogen wird Kürbis im Mittel vom 12.–26. Apr. Ins Freie gepflanzt wird erst 17.–31. Mai. Geerntet werden kann 6. Sep – 18. Okt.

Standort
sonnig, warm
Pflanzabstand
1 x 1,5 m
Wuchshöhe
30 cm, Ranken 2 bis 5 m
Frost
empfindlich
Nährstoffbedarf
Starkzehrer
Boden mindestens
12 °C

Gießen

Reichlich, vor allem bei Hitze und wenn die Früchte wachsen. Nur an den Fuß gießen.

Schlechte Nachbarn

Mehr über Kürbis bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.

Vorziehen (drinnen)12.–26. Apr
Auspflanzen17.–31. Mai
Ernte6. Sep – 18. Okt
  • Jungpflanze wächst drinnen
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 6.–20. Mai und 27. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Den Boden unter den Ranken mit Stroh oder Rasenschnitt mulchen, das hält ihn feucht und unkrautfrei.
  • Lange Ranken in die gewünschte Richtung legen, damit sie nicht über Nachbarbeete wachsen.
  • Ab Ende Juli neue Blüten und Triebspitzen entfernen, diese Früchte würden ohnehin nicht mehr reif.

Düngen

Bio: Beim Pflanzen etwa 5 Liter reifen Kompost und etwa 80 g Hornspäne je m² geben. Bis Ende Juli alle zwei Wochen mit Brennnessel- oder Beinwelljauche (1 zu 10) nachdüngen.

Konventionell: Gemüsedünger nach Packungsangabe, grob etwa 60 bis 80 g je m² in zwei bis drei Gaben bis Ende Juli. Später nicht mehr düngen, sonst lagern die Früchte schlecht.

Mehr und besser ernten

  • Bei großfrüchtigen Sorten nur zwei bis drei Früchte je Pflanze wachsen lassen, dann werden sie größer.
  • Die Ranke einige Blätter hinter der letzten Frucht kappen, dann fließt die Kraft in die Früchte.
  • Nach der Ernte zwei Wochen warm nachreifen lassen, dann halten die Früchte bis in den Winter.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Kälte
Kürbis verträgt keinen Frost und wächst bei kühlem Wetter kaum. Erst nach den Eisheiligen pflanzen und die Früchte vor dem ersten Herbstfrost ernten.
Trockenheit
Die großen Blätter verdunsten viel Wasser, bei Trockenheit bleiben die Früchte klein und die Pflanzen werden anfälliger für Mehltau. Mulchen und bei Trockenheit durchdringend gießen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • Echter MehltauKrankheit

    Tritt meist ab August auf, wenn die Früchte schon angesetzt haben. Ein später Befall schadet der Ernte wenig, wichtig ist, dass die Blätter bis zur Reife der Früchte grün bleiben.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.

    Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten

    Vorbeugen

    • Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
    • Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
    • Nicht zu viel Stickstoff düngen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
    • Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.

  • NacktschneckenSchädling

    Gefährdet sind vor allem die Jungpflanzen nach dem Auspflanzen. Später nagen Schnecken an Früchten, die direkt auf feuchter Erde liegen, ein Brett oder Stroh darunter hilft.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.

    Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen

    Vorbeugen

    • Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
    • Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
    • Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
    • Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
    • Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
    • Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
    • Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.

    Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Nützlinge, die Kürbis anlockt

  • Hummeln

    Die großen Blüten öffnen sich früh am Morgen und schließen sich oft schon mittags. Hummeln sind dann schon unterwegs und bestäuben sie auch bei kühlem Wetter.

    Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.

  • Honigbienen

    Kürbisblüten bieten reichlich Nektar und Pollen. Bienen tragen den Pollen von den männlichen zu den weiblichen Blüten, ohne das wachsen keine Früchte.

    Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.

  • Wildbienen

    Viele Wildbienen nutzen die großen, offenen Blüten als Nahrungsquelle. Gut bestäubte Blüten ergeben gleichmäßig geformte Früchte.

    Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.

Tipps zum Anbau

  1. Ende April drinnen vorziehen, erst nach den Eisheiligen auspflanzen und nachts mit Vlies schützen.
  2. Ein Brett oder Stroh unter die Früchte legen, dann faulen sie nicht.
  3. Erst ernten, wenn der Stiel verholzt ist und die Schale beim Klopfen hohl klingt. Vor dem ersten Frost hereinholen.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Uchiki Kuri
Roter Hokkaido-Kürbis mit essbarer Schale, der auch in kühleren Lagen gut ausreift.
Waltham Butternut
Samenfester Butternut mit birnenförmigen Früchten, der sich lange lagern lässt, aber einen warmen Sommer braucht.
Muscade de Provence
Großer Muskatkürbis mit aromatischem Fleisch für warme Lagen und lange Sommer.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Samen aus eigenen Kürbissen nachziehen, wenn Zierkürbisse in der Nähe wachsen: Die Nachkommen können giftige Bitterstoffe enthalten. Für Speisekürbisse gekauftes Saatgut verwenden und bittere Früchte nie essen.
  • Kürbisse ohne Stiel oder mit verletzter Schale einlagern: Sie faulen schnell. Mit einem Stück Stiel abschneiden, nie am Stiel tragen und beschädigte Früchte zuerst verbrauchen.
  • Im feuchten Keller lagern: Dort faulen Kürbisse bald. Besser trocken und frostfrei bei etwa 10 bis 14 °C lagern und nicht waschen.

Häufige Fragen zu Kürbis

Wie lange lässt sich Kürbis lagern?

Das hängt vor allem von der Sorte ab: Je dicker die Schale und je fester das Fleisch, desto länger hält er. Hokkaido hält meist bis in den Winter, Butternut und Muskatkürbisse oft noch länger. Prüfe die Früchte regelmäßig auf weiche Stellen.

Warum setzt mein Kürbis keine Früchte an?

Die ersten Blüten sind oft nur männlich, die weiblichen mit dem kleinen Fruchtknoten darunter kommen später. Bei kühlem, nassem Wetter fehlen Insekten. Dann morgens eine männliche Blüte abpflücken und an die offene weibliche halten.

Kann man Kürbis im Kübel ziehen?

Kleinfrüchtige Sorten wie Hokkaido gehen in einem großen Kübel mit mindestens 60 Litern Erde. Die Ranken brauchen trotzdem Platz oder ein stabiles Gitter. Im Kübel musst du im Sommer täglich gießen und regelmäßig düngen.

Kann man die Schale mitessen?

Beim Hokkaido ja, sie wird beim Garen weich. Butternut- und Muskatkürbisse schält man besser, ihre Schale bleibt zäh.

Quellen zu Kürbis

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Kürbis