
Steckbrief
Salvia officinalis · Lippenblütler (Lamiaceae)
Salbei ist ein mehrjähriger Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum. Er liebt Sonne und Wärme und übersteht die meisten Winter im Freien. Vorgezogen wird Salbei im Mittel vom 8.–29. Mär. Ins Freie gepflanzt wird 3.–24. Mai. Geerntet werden kann 31. Mai – 4. Okt.
- Standort
- vollsonnig, warm
- Pflanzabstand
- 40 x 40 cm
- Wuchshöhe
- 40 bis 70 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
Gießen
Sparsam. Salbei verträgt Trockenheit, aber keine Staunässe.
Mehr über Salbei bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.
- Jungpflanze wächst drinnen
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 22. Apr und 13. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Verblühte Triebe nach der Blüte einkürzen, dann bildet sich neues, frisches Laub.
- Im Herbst nicht mehr schneiden, sonst treiben weiche Triebe aus, die im Winter erfrieren.
- Nicht mulchen, der Boden um den Salbei soll trocken und luftig bleiben.
Düngen
Bio: Salbei nicht düngen, auch keinen Kompost geben. Auf magerem Boden wird er aromatischer und robuster im Winter.
Konventionell: Kein mineralischer Dünger. Stickstoff bringt weiches, anfälliges Laub mit wenig Aroma.
Mehr und besser ernten
- Kurz vor der Blüte ernten, dann sind die Blätter am würzigsten.
- Nie mehr als ein Drittel der Triebe auf einmal schneiden.
- Nach vier bis fünf Jahren verholzt Salbei stark, dann durch Stecklinge verjüngen.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Staunässe und Winternässe
- Salbei verträgt Frost besser als nassen Boden: In nassen Wintern faulen die Wurzeln und die Pflanze stirbt ab. Auf durchlässigen Boden setzen, im Topf für guten Wasserabzug sorgen und im Winter kaum gießen.
- Zu viel Dünger
- Gedüngter Salbei bildet weiches, weniger aromatisches Laub, das anfälliger für Mehltau ist und schlechter durch den Winter kommt. Auf magerem Boden ohne Dünger ziehen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
Echter MehltauKrankheit
Bei Salbei zeigt er sich im Spätsommer als weißer Belag auf den behaarten Blättern und ist darauf leicht zu übersehen. Befallene Triebe zurückschneiden, dann treibt der Salbei gesund nach.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.
Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten
Vorbeugen
- Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
- Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
- Nicht zu viel Stickstoff düngen.
- Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
- Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
- Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.
Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.
BlattläuseSchädling
Blattläuse sitzen an den jungen Triebspitzen im Frühjahr, oft nach zu viel Dünger. Meist reicht es, befallene Spitzen abzuschneiden.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
SpinnmilbenSchädling
Spinnmilben treten vor allem bei Salbei im Topf an heißen, trockenen Standorten auf, etwa an einer Hauswand. Die Blätter werden fein hell gesprenkelt. Pflanzen luftig stellen und bei Hitze die Blätter morgens abbrausen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, später werden die Blätter gelb bis silbrig und fallen ab. Auf der Unterseite feine Gespinste und winzige, rötliche oder gelbliche Punkte, die sich bewegen.
Wann: Juni bis August, bei heißem, trockenem Wetter, im Gewächshaus und unter Dachvorsprüngen
Vorbeugen
- Für feuchte Luft sorgen: Im Gewächshaus die Wege nass halten, bei Hitze die Blätter morgens überbrausen.
- Pflanzen nicht an heiße, trockene Hauswände stellen, ohne sie regelmäßig zu übersprühen.
- Im Gewächshaus früh Raubmilben ausbringen, wenn es jedes Jahr Befall gab.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter entfernen und die Blattunterseiten mehrmals kräftig mit Wasser abbrausen.
- Raubmilben oder Florfliegenlarven kaufen und aussetzen, besonders im Gewächshaus.
- Zugelassene Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife auf die Blattunterseiten spritzen, mehrmals im Abstand von einer Woche.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen Spinnmilben. Sie töten auch Raubmilben, danach kommen die Spinnmilben oft stärker zurück.
Natürliche Gegenspieler: Raubmilben, Florfliegen, Marienkäfer, Blumenwanzen, Ohrwürmer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Salbei anlockt
Die Lippenblüten sind auf schwere Bestäuber wie Hummeln gebaut, die den Nektar tief in der Blüte erreichen. Hummeln bestäuben dabei auch Gemüse in der Nähe.
Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.
Viele Wildbienen, darunter Wollbienen, sammeln an Salbei Nektar und Pollen. Blühender Salbei im Frühsommer ist für sie eine wichtige Futterquelle.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Honigbienen fliegen die Salbeiblüten bei warmem Wetter gern an. Sie bestäuben auf dem Weg auch Obst und Gemüse im Garten.
Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.
Tipps zum Anbau
- Im Frühjahr um ein Drittel zurückschneiden, aber nicht ins alte Holz, dann bleibt er buschig.
- Die Blüten im Frühsommer sind bei Hummeln und Wildbienen sehr beliebt.
- In rauen Lagen im Winter mit Reisig abdecken, im Topf geschützt an die Hauswand stellen.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Berggarten
- Großblättriger Salbei, der kaum blüht, sehr buschig wächst und als recht winterhart gilt.
- Purpurascens
- Salbei mit purpurnem Laub, würzig wie der grüne und hübsch im Kräuterbeet.
- Icterina
- Gelbgrün panaschierte Blätter und milderes Aroma, etwas frostempfindlicher.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Salbei auf schweren, nassen Boden pflanzen. Er stirbt eher an Winternässe als an Frost; mische Sand oder Splitt unter oder setz ihn auf einen leichten Hügel.
- Im Herbst kräftig zurückschneiden. Die Triebe schützen ihn im Winter; schneide erst im Frühjahr, wenn neue Knospen sichtbar sind.
- Bis ins alte Holz schneiden. Dort treibt Salbei schlecht aus; schneide nur in den beblätterten Teil zurück.
- Salbei düngen wie Gemüse. Er wird dann weich und weniger aromatisch; lass ihn auf magerem Boden wachsen.
Häufige Fragen zu Salbei
Kann man Salbeiblüten essen?
Ja, die Blüten sind essbar und schmecken milder als die Blätter. Sie passen in Salate oder als Deko. Bienen und Hummeln freuen sich aber auch über die Blüten.
Wie vermehrt man Salbei?
Am einfachsten über Stecklinge: Im Frühsommer weiche Triebspitzen mit einigen Blattpaaren abschneiden und in feuchte, magere Erde stecken. Nach wenigen Wochen haben sie Wurzeln.
Wie trocknet man Salbei?
Ganze Triebe kurz vor der Blüte schneiden und kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort trocknen. Dann die Blätter abstreifen und dunkel in Gläsern lagern.
Warum wird mein Salbei unten kahl?
Salbei verholzt mit den Jahren von unten. Ein regelmäßiger Rückschnitt im Frühjahr hält ihn buschig. Ist er sehr alt, lieber aus Stecklingen neu ziehen.
Quellen zu Salbei
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Salbei wird meist direkt gesät, am besten Ende April bis Anfang Mai; er keimt ab 8 bis 10 °C Bodentemperatur nach etwa drei Wochen. Vorgezogene Pflanzen oder Stecklinge werden ebenfalls gesetzt. (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie: Echter Salbei, Anbauempfehlungen, gefunden am 01.10.2026)
- Schädlinge und Krankheiten: Salbei ist mäßig frostempfindlich und verträgt Trockenperioden. Er bevorzugt humose, wasserhaltende, aber nicht staunasse und nicht zu schwere Böden. Nach Salbei und anderen Lippenblütlern vier Jahre Anbaupause einhalten. (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie: Echter Salbei, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Salbei
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen