
Steckbrief
Rubus fruticosus agg. · Rosengewächse (Rosaceae)
Gartenbrombeeren sind wüchsige, anspruchslose Sträucher. Stachellose Sorten lassen sich leicht schneiden und pflücken. Sie tragen im Spätsommer an den Ruten des Vorjahres und brauchen einen warmen Platz und ein Gerüst. Ins Freie gepflanzt wird 25. Okt – 22. Nov. Geerntet werden kann 26. Jul – 20. Sep. Pflanzen (Frühjahr): 8. Mär – 5. Apr.
- Standort
- sonnig, warm und geschützt
- Pflanzabstand
- 200 x 200 cm (rankende Sorten 300 cm in der Reihe)
- Wuchshöhe
- 1,5 bis 2 m, Ranken bis 4 m lang
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Mittelzehrer
Gießen
Nach dem Pflanzen gut angießen. Später nur bei längerer Trockenheit zur Fruchtreife durchdringend gießen, die Wurzeln reichen tief.
Mehr über Brombeeren bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 14. Okt und 4. Nov ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Nach der Ernte oder im Spätwinter die abgetragenen Ruten bodennah abschneiden. Etwa sechs bis acht kräftige junge Ruten stehen lassen.
- Die jungen Ruten im Sommer fächerförmig am Gerüst anbinden, getrennt von den tragenden Ruten.
- Seitentriebe der jungen Ruten im Spätwinter auf zwei bis drei Knospen kürzen, daran wachsen die Früchte.
- Ausläufer und Wurzelschösslinge außerhalb der Reihe regelmäßig entfernen.
Düngen
Bio: Im Frühjahr etwa 3 Liter reifen Kompost je m² um die Pflanzen verteilen und mulchen.
Konventionell: Im März einen Beerendünger nach Packungsangabe streuen, grob etwa 50 g je m². Nicht nach Juni düngen, sonst reift das Holz nicht aus.
Mehr und besser ernten
- Nur vollreife, glänzend schwarze Früchte pflücken, die sich leicht lösen. Rote und frisch schwarze Früchte sind noch sauer.
- In kalten Wintern die jungen Ruten vom Gerüst nehmen, auf den Boden legen und mit Reisig abdecken.
- Alle zwei bis drei Tage pflücken, dann haben Kirschessigfliegen weniger Chancen.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Kahlfrost
- In strengen Wintern erfrieren junge Ruten, vor allem bei rankenden Sorten. An einem geschützten Platz pflanzen und die Ruten in rauen Lagen im Winter mit Reisig abdecken.
- Kühle Lagen
- Brombeeren reifen spät. In kühlen oder hohen Lagen werden viele Früchte vor dem Herbst nicht mehr reif. Einen warmen Platz an einer Wand wählen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
KirschessigfliegeSchädling
Brombeeren reifen genau dann, wenn die Kirschessigfliege am häufigsten ist. Alle zwei bis drei Tage pflücken, befallene Früchte entsorgen und bei starkem Befall vor der Reife ein engmaschiges Netz aufhängen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Die Früchte werden weich, sacken ein und riechen nach Essig, kurz nach der Ernte fallen sie zusammen. Drückt man sie, tritt Saft aus kleinen Einstichen, innen sitzen weiße Maden von wenigen Millimetern. Die Fliegen sind etwa 3 mm groß und haben rote Augen, die Männchen je einen dunklen Fleck an der Flügelspitze.
Wann: Ab Juli, am stärksten von August bis Oktober, besonders nach feuchtwarmem Wetter
Vorbeugen
- Reife Früchte alle zwei bis drei Tage vollständig durchpflücken und gleich kühl stellen.
- Befallene, überreife und heruntergefallene Früchte einsammeln und in der Biotonne oder im Hausmüll entsorgen, nicht auf den Kompost.
- Sträucher luftig schneiden und den Bestand nicht zu dicht halten. Die Fliege mag es feucht und schattig.
- Bei starkem Befall vor der Fruchtreife ein sehr engmaschiges Netz (unter 1 mm Maschenweite) über die Sträucher spannen.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Früchte konsequent entfernen, das unterbricht die Vermehrung.
- Becherfallen mit Apfelessig, Wasser, etwas Rotwein und einem Tropfen Spülmittel zeigen, ob die Fliege da ist. Zur Bekämpfung reichen sie nicht aus.
Konventionell: Für den Haus- und Kleingarten gibt es kaum zugelassene Mittel. Wegen der kurzen Zeit bis zur Ernte sind Netze, Hygiene und häufiges Pflücken die wichtigsten Maßnahmen.
Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen
GrauschimmelKrankheit
In nassen Spätsommern schimmeln reife Früchte. Die Ruten luftig anbinden und faule Früchte gleich mit abpflücken.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Weiche, braune Faulstellen, auf denen ein grauer, stäubender Pilzrasen wächst. Bei Erdbeeren faulen die Früchte schon am Stock, bei Salat die unteren Blätter und der Strunk.
Wann: Bei feuchtem, kühlem Wetter, vor allem zur Erdbeerernte und im Herbst
Vorbeugen
- Weit genug pflanzen, damit die Pflanzen nach Regen schnell abtrocknen.
- Erdbeeren mit Stroh unterlegen, damit die Früchte nicht auf nasser Erde liegen.
- Nicht über die Blätter gießen und nicht zu viel Stickstoff düngen.
Wenn der Befall schon da ist
- Faule Früchte und Blätter bei jeder Ernte mit abnehmen und in den Hausmüll geben.
- Bei Salat die unteren, faulen Blätter früh entfernen.
Konventionell: Für Erdbeeren gibt es zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten, gespritzt in die Blüte. Wartezeiten beachten und nicht an Bienenflugtagen spritzen.
SpinnmilbenSchädling
An heißen, trockenen Wänden saugen Spinnmilben an den Blättern, die dann fein gesprenkelt und später bronzefarben aussehen. Bei Hitze die Pflanzen gut wässern.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, später werden die Blätter gelb bis silbrig und fallen ab. Auf der Unterseite feine Gespinste und winzige, rötliche oder gelbliche Punkte, die sich bewegen.
Wann: Juni bis August, bei heißem, trockenem Wetter, im Gewächshaus und unter Dachvorsprüngen
Vorbeugen
- Für feuchte Luft sorgen: Im Gewächshaus die Wege nass halten, bei Hitze die Blätter morgens überbrausen.
- Pflanzen nicht an heiße, trockene Hauswände stellen, ohne sie regelmäßig zu übersprühen.
- Im Gewächshaus früh Raubmilben ausbringen, wenn es jedes Jahr Befall gab.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter entfernen und die Blattunterseiten mehrmals kräftig mit Wasser abbrausen.
- Raubmilben oder Florfliegenlarven kaufen und aussetzen, besonders im Gewächshaus.
- Zugelassene Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife auf die Blattunterseiten spritzen, mehrmals im Abstand von einer Woche.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen Spinnmilben. Sie töten auch Raubmilben, danach kommen die Spinnmilben oft stärker zurück.
Natürliche Gegenspieler: Raubmilben, Florfliegen, Marienkäfer, Blumenwanzen, Ohrwürmer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Brombeeren anlockt
Brombeeren blühen lange von Juni bis in den August und liefern viel Nektar in einer Zeit, in der im Garten oft wenig blüht.
Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.
Viele Wildbienen und Schwebfliegen besuchen die offenen, flachen Blüten.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Hummeln bestäuben die Blüten gründlich, dann bilden sich vollständige Früchte.
Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.
Tipps zum Anbau
- Einen warmen, geschützten Platz wählen, zum Beispiel an einer Wand oder einem Zaun. In rauen Lagen über etwa 500 m reifen viele Früchte nicht mehr aus.
- Stachellose Sorten nehmen, sie sind viel angenehmer im Garten.
- Gleich beim Pflanzen ein Gerüst mit Drähten in 50, 100 und 150 cm Höhe aufbauen.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Loch Ness
- Stachellose Standardsorte mit gutem Geschmack und Ertrag, reift von Ende Juli bis Anfang September.
- Navaho
- Stachellos, kompakt und aufrecht wachsend, großfrüchtig, robust und winterhart.
- Thornfree
- Stachellose, rankende Sorte mit später Reife, für warme Lagen.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Brombeeren ohne Gerüst wachsen lassen. Dann entsteht schnell ein undurchdringliches Dickicht; die Ruten von Anfang an anbinden.
- Die abgetragenen Ruten stehen lassen. Sie tragen nicht wieder und nehmen den jungen Ruten Licht; nach der Ernte bodennah abschneiden.
- Zu dicht pflanzen. Rankende Sorten brauchen drei Meter in der Reihe, sonst verfilzen sie.
- Spät im Jahr noch düngen. Dann reifen die Ruten nicht aus und erfrieren im Winter.
Häufige Fragen zu Brombeeren
Warum werden manche Brombeeren nicht ganz schwarz?
Bleiben einzelne Teilfrüchte rot und hart, steckt oft die Brombeermilbe dahinter, die an den Früchten saugt. Befallene Früchte früh entfernen und die abgetragenen Ruten nach der Ernte gründlich herausschneiden. Auch ein zu kühler Standort lässt Früchte schlecht ausreifen.
Wann tragen neu gepflanzte Brombeeren?
Im ersten Jahr bildet die Pflanze vor allem Ruten. Geerntet wird ab dem zweiten Jahr an diesen Ruten. Eine volle Ernte gibt es meist ab dem dritten Jahr.
Kann man wilde Brombeeren im Garten ziehen?
Besser nicht. Wilde Brombeeren wuchern stark, sind dicht bestachelt und tragen kleinere Früchte. Gartensorten sind ruhiger im Wuchs und oft stachellos.
Quellen zu Brombeeren
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Gepflanzt wird von November bis März. Brombeeren brauchen einen warmen, geschützten Platz; über etwa 500 m Höhe reifen viele Früchte nicht mehr aus. (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie: Brombeeren im Garten, gefunden am 30.09.2026)
- Sorten: Loch Ness ist stachellos, schmeckt gut und wird von Ende Juli bis Anfang September geerntet. Navaho wächst kompakt und aufrecht, ist stachellos, großfrüchtig, robust und winterhart. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Empfehlenswerte Beerenobst-Sorten (3161), gefunden am 30.09.2026)
- Schädlinge und Krankheiten: Nennt Maßnahmen gegen die Kirschessigfliege im Beerenobst wie kurze Pflückabstände, Hygiene und Netze. (Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Pflanzenschutzdienst: Kirschessigfliege im Beerenobst, Bekämpfungsmaßnahmen, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Brombeeren
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen