Kapuzinerkresse

Steckbrief
Tropaeolum majus · Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Kapuzinerkresse blüht vom Sommer bis zum Frost in Gelb, Orange und Rot. Blüten und Blätter sind essbar und schmecken scharf wie Kresse. Direkt ins Beet geht es 3.–31. Mai. Geerntet werden kann 14. Jun – 4. Okt.
- Standort
- sonnig bis halbschattig
- Pflanzabstand
- 30 x 40 cm
- Wuchshöhe
- 20 bis 30 cm, rankend bis 2 m
- Frost
- empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
- Boden mindestens
- 12 °C
Gießen
Mäßig gießen. In magerem, eher trockenem Boden blüht sie am reichsten.
Mehr über Kapuzinerkresse bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 22. Apr und 13. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Rankende Sorten an Zaun oder Gitter leiten, sonst überwuchern sie Nachbarpflanzen.
- Zu dicht aufgegangene Pflanzen ausdünnen, damit Luft zwischen die Blätter kommt.
- Verblühtes abzupfen, wenn keine Samen gebraucht werden.
Düngen
Bio: Kapuzinerkresse braucht keinen Kompost und keine Jauche. Ein magerer Boden sorgt für viele Blüten.
Konventionell: Kein mineralischer Dünger. Stickstoff führt zu großem Laub und kaum Blüten.
Mehr und besser ernten
- Blätter und Blüten laufend ernten, beides ist essbar und scharf im Geschmack.
- Grüne Samen lassen sich wie Kapern einlegen, dafür jung pflücken.
- Für den Balkon kompakte, nicht rankende Sorten wählen.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Frost
- Kapuzinerkresse erfriert schon bei leichtem Frost. Erst nach den Eisheiligen säen und im Herbst mit dem ersten Frost abräumen.
- Zu viel Dünger
- Auf gedüngtem oder sehr nährstoffreichem Boden bildet sie große Blätter und kaum Blüten. Auf magerem Boden ohne Dünger ziehen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
BlattläuseSchädling
Kapuzinerkresse zieht vor allem schwarze Blattläuse stark an und dient so als Fangpflanze, die Läuse von Bohnen und anderem Gemüse fernhalten kann. Stark befallene Triebe rechtzeitig abschneiden und entsorgen, damit die Läuse nicht auf Nachbarpflanzen überwandern.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
KohlweißlingSchädling
Die Raupen fressen auch an Kapuzinerkresse, manchmal bis auf die Stiele. Neben Kohl lenkt sie Blattläuse ab, kann aber zugleich Kohlweißlinge anlocken: Die Blattunterseiten von Kresse und Kohl deshalb auf Eier prüfen und Raupen absammeln, ein Netz über dem Kohl ersetzt sie nicht.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Weiße Schmetterlinge über dem Beet, gelbe Eier in Gruppen unter den Blättern, grün-gelb-schwarz gefleckte Raupen (Großer Kohlweißling) oder samtig grüne Raupen (Kleiner Kohlweißling). Große Löcher und Fraß bis auf die Blattrippen, grüner Kot zwischen den Blättern.
Wann: Mai bis September, zwei bis drei Generationen im Jahr
Vorbeugen
- Kohl gleich nach dem Pflanzen mit einem Kulturschutznetz (Maschenweite höchstens 1,4 mm) abdecken und die Ränder mit Erde beschweren.
- Ab Juni die Blattunterseiten jede Woche nach Eiern absuchen und sie abwischen.
- Tomaten, Sellerie oder Salbei als Nachbarn sollen die Falter mit ihrem Duft verwirren, ein Netz ersetzen sie aber nicht.
Wenn der Befall schon da ist
- Raupen absammeln, bei kleinen Beeten reicht das meist.
- Mittel mit Bacillus thuringiensis wirken nur auf Raupen, schonen Bienen und Nützlinge und sind im Bio-Anbau erlaubt. Spritzen, solange die Raupen klein sind.
- Gelbe Kokons neben toten Raupen hängen lassen: Darin wachsen Schlupfwespen, die die nächste Generation befallen.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen fressende Insekten mit synthetischen Wirkstoffen. Sie treffen auch Nützlinge und Bienen, und Bacillus thuringiensis wirkt gegen Raupen ebenso gut.
Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen, Laufkäfer
NacktschneckenSchädling
Die Keimlinge nach der Aussaat im Mai werden gern gefressen. Die großen Samen lieber in kleinen Gruppen legen, damit genug Pflanzen durchkommen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Kapuzinerkresse anlockt
Die Blüten tragen den Nektar in einem langen Sporn, den Hummeln gut erreichen. Sie bestäuben dabei auch Zucchini, Kürbis und Tomaten in der Nähe.
Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.
Schwebfliegen legen ihre Eier gern an Blattlauskolonien, wie sie an Kapuzinerkresse häufig sind. Ihre Larven fressen die Läuse ab.
Die Larven fressen Blattläuse, die Fliegen bestäuben Blüten.
Die Blattläuse an der Kapuzinerkresse sind Futter für Marienkäfer und ihre Larven. So baut sich im Beet ein Bestand an Blattlausjägern auf.
Käfer und Larven fressen Blattläuse, eine Larve schafft bis zu 600 in ihrer Entwicklung.
Tipps zum Anbau
- Die großen Samen nach den Eisheiligen direkt an Ort und Stelle legen, 2 cm tief.
- Nicht düngen: Auf magerem Boden blüht sie am meisten.
- Zieht Blattläuse an und lenkt sie so von Bohnen und Kohl ab. Befallene Triebe einfach abschneiden.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Empress of India
- Kompakt mit dunklem Laub und scharlachroten Blüten, gut für Töpfe.
- Alaska
- Buschig mit weiß-grün marmorierten Blättern, schön im Beet und im Kasten.
- Tom Thumb
- Niedrige Zwergsorte, die nicht rankt, für Balkonkästen und Beetränder.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Die großen Samen trocken säen und ungeduldig werden. Leg sie vor der Aussaat einige Stunden in Wasser, dann keimen sie schneller und gleichmäßiger.
- Sie im kleinen Topf in die pralle Mittagssonne stellen. Dort welkt sie jeden Tag, nimm einen größeren Topf oder einen Platz mit etwas Schatten am Nachmittag.
- Jedes Jahr neue Samen kaufen. Sammle reife, hellbraune Samen, die leicht abfallen, trockne sie und säe sie im nächsten Mai wieder aus.
Häufige Fragen zu Kapuzinerkresse
Kann man Kapuzinerkresse vorziehen?
Ja, ab Mitte April in Töpfen auf der Fensterbank, dann blüht sie früher. Die Jungpflanzen bleiben bis nach den Eisheiligen drinnen und werden vorher tagsüber draußen abgehärtet.
Kann man Kapuzinerkresse überwintern?
Nein, bei uns ist sie einjährig und erfriert beim ersten Frost. Sammle vorher Samen oder schneide Stecklinge, die du hell und kühl im Haus überwinterst.
Warum schmeckt Kapuzinerkresse so scharf?
Sie enthält wie Kresse und Senf Senfölglykoside, aus denen beim Kauen scharfe Senföle entstehen. Alle Teile sind essbar, die Blätter ab Mai, die Blüten von Juni bis Oktober. Bei Hitze und Trockenheit werden die Blätter schärfer.
Quellen zu Kapuzinerkresse
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Bienenfreundliche Sommerblumen wie Ringelblumen, Kapuzinerkresse und Sonnenblumen können im Mai noch ins Freiland gesät werden. Vorgezogene Pflanzen bleiben bis zu den Eisheiligen drinnen und werden tagsüber abgehärtet. (Quelle: NABU Berlin: Gartenmonat Mai, gefunden am 30.09.2026)
- Termine: Alle Teile der Pflanze sind essbar. Die Blätter werden ab Mai geerntet, die Blüten ab Juni bis in den Oktober. (Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Die scharf-würzige Kapuzinerkresse, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Kapuzinerkresse
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen