
Steckbrief
Centaurea cyanus · Korbblütler (Asteraceae)
Die Kornblume ist eine heimische Wildblume der Getreidefelder. Sie blüht leuchtend blau von Juni bis August und ist eine wichtige Futterpflanze für Wildbienen. Direkt ins Beet geht es 22. Mär – 17. Mai. Geerntet werden kann 7. Jun – 9. Aug. Säen (Herbst): 13. Sep – 4. Okt.
- Standort
- sonnig
- Pflanzabstand
- 20 x 30 cm
- Wuchshöhe
- 30 bis 80 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
- Boden mindestens
- 5 °C
Gießen
Wenig. Kornblumen vertragen Trockenheit und mögen keine nassen Füße.
Mehr über Kornblumen bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 11. Mär und 1. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Verblühtes abschneiden, dann blühen sie länger.
- Hohe Pflanzen bei Wind stützen, am besten locker zwischen anderen Pflanzen säen.
- Nicht düngen und wenig gießen.
Düngen
Bio: Kornblumen brauchen keinen Dünger.
Konventionell: Kein Dünger. Nährstoffreicher Boden macht die Stängel weich.
Mehr und besser ernten
- Für die Vase ernten, wenn die Blüten halb offen sind.
- Die Blüten sind essbar und färben Salate blau.
- Mit Mohn, Kamille und anderen Wildblumen gemischt säen.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Nährstoffreicher Boden
- In fettem Boden werden Kornblumen hoch und weich und fallen um. Auf magere Stellen säen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
BlattläuseSchädling
Blattläuse sitzen gern an den Knospen. Die angelockten Nützlinge räumen meist schnell auf.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
Echter MehltauKrankheit
Im Spätsommer oft weißer Belag auf den Blättern. Dann sind die Pflanzen fast verblüht, abschneiden.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.
Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten
Vorbeugen
- Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
- Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
- Nicht zu viel Stickstoff düngen.
- Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
- Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
- Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.
Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Kornblumen anlockt
Die blauen Blüten sind eine wichtige Pollen- und Nektarquelle für viele Wildbienen.
Hunderte Arten, die viele Obst- und Gemüsesorten bestäuben.
Hummeln besuchen die Blüten den ganzen Sommer.
Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.
Nektardrüsen an den Knospen versorgen Schlupfwespen schon vor der Blüte.
Winzige Wespen, die ihre Eier in Blattläuse und Raupen legen und sie so töten.
Auch Marienkäfer naschen an den Nektardrüsen der Knospen und bleiben dann im Beet.
Käfer und Larven fressen Blattläuse, eine Larve schafft bis zu 600 in ihrer Entwicklung.
Schwebfliegen finden an den offenen Blüten Nektar.
Die Larven fressen Blattläuse, die Fliegen bestäuben Blüten.
Tipps zum Anbau
- Im Frühjahr oder schon im September säen. Im Herbst gesät blühen sie früher und kräftiger.
- Kornblumen haben Nektardrüsen auch außerhalb der Blüte. Die locken Schlupfwespen und Marienkäfer schon vor der Blüte an.
- Einige Blüten aussamen lassen, dann kommen sie im nächsten Jahr von selbst wieder.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Blauer Junge
- Klassisch kräftig blau mit langen Stielen, gut für die Vase.
- Black Ball
- Fast schwarzrote Blüten, ein schöner Kontrast zu blauen Kornblumen.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Die Samen offen liegen lassen. Kornblumen keimen im Dunkeln, bedecke sie etwa 1 bis 2 cm mit Erde.
- Kornblumen vorziehen und umpflanzen. Direkt an Ort und Stelle gesät wachsen sie kräftiger und standfester.
- Nur einmal im Frühjahr säen. Eine zweite Aussaat nach vier Wochen verlängert die Blüte bis in den Spätsommer.
Häufige Fragen zu Kornblumen
Warum ist die Kornblume auf Feldern selten geworden?
Früher wuchs sie massenhaft im Getreide. Saatgutreinigung und Unkrautbekämpfung haben sie dort stark zurückgedrängt. Im Garten gibst du ihr und den Insekten, die sie nutzen, wieder Platz.
Kann man Kornblumen im Topf ziehen?
Ja, niedrige Sorten wachsen auch im Balkonkasten. Nimm magere, mit Sand gemischte Erde und gieß sparsam. In großen Töpfen säst du sie am besten mit anderen einjährigen Wildblumen zusammen.
Wie trocknet man Kornblumen, damit sie blau bleiben?
Die Blüten gleich nach dem Öffnen pflücken und flach auf Papier an einem dunklen, luftigen Ort trocknen. Licht bleicht das Blau aus. Getrocknete Blütenblätter färben Teemischungen.
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Kornblumen
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen