Bohnen

Steckbrief
Phaseolus vulgaris var. nanus · Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Buschbohnen sind schnell und unkompliziert, aber frostempfindlich. Sie kommen erst ins Beet, wenn der Boden richtig warm ist. Direkt ins Beet geht es 10. Mai – 28. Jun. Geerntet werden kann 5. Jul – 6. Sep.
- Standort
- sonnig bis halbschattig, warm
- Pflanzabstand
- 5 x 40 cm
- Wuchshöhe
- 30 bis 50 cm (Buschbohnen)
- Frost
- empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
- Boden mindestens
- 12 °C
Gießen
Nach dem Keimen mäßig, ab der Blüte gleichmäßig feucht halten. An den Fuß gießen, nicht über die Blätter.
Mehr über Bohnen bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 29. Apr und 20. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Wenn die Pflanzen etwa 15 cm hoch sind, leicht anhäufeln, das gibt Halt und fördert neue Wurzeln.
- Den Boden zwischen den Reihen flach hacken und später mulchen, die Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche.
- Stangenbohnen beim Hochwachsen an die Stange führen, sie winden sich gegen den Uhrzeigersinn.
Düngen
Bio: Bohnen binden Stickstoff mit ihren Wurzeln selbst und brauchen keinen Dünger. Etwas reifer Kompost (etwa 2 Liter je m²) vor der Saat reicht völlig.
Konventionell: Mineralischer Dünger ist nicht nötig. Wenn überhaupt, nur ein stickstoffarmer Dünger in kleiner Menge nach Packungsangabe, zu viel Stickstoff bringt Blätter statt Hülsen.
Mehr und besser ernten
- Hülsen pflücken, solange die Kerne darin noch klein sind, dann bleiben sie zart und die Pflanze trägt länger.
- Stangenbohnen bringen auf gleicher Fläche meist mehr als Buschbohnen, brauchen aber länger bis zur Ernte.
- Bei großer Hitze während der Blüte fallen Blüten ab, dann hilft gleichmäßige Feuchtigkeit.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Kalter, nasser Boden
- In kaltem Boden keimen Bohnen langsam, faulen leicht und sind länger der Bohnenfliege ausgesetzt. Erst säen, wenn der Boden warm und abgetrocknet ist.
- Wind
- Stangenbohnen bieten dem Wind viel Fläche, schlecht verankerte Stangen kippen um. Die Stangen tief einschlagen und oben zusammenbinden.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
BlattläuseSchädling
An Bohnen ist es meist die Schwarze Bohnenlaus, die dichte Kolonien an Triebspitzen und jungen Hülsen bildet. Ab Juni regelmäßig die Spitzen ansehen und befallene Triebe früh abknipsen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
BohnenfliegeSchädling
Gefährlich nur in der Keimphase, vor allem bei Saat in kühlen Boden. Wer in Töpfen vorzieht oder erst in warmen Boden sät, hat meist keine Probleme.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Die Bohnen keimen schlecht oder die Keimlinge haben zerfressene Keimblätter ohne Spitze. Im Samen und Stängel kleine, weiße Maden.
Wann: Mai bis Juni, bei kühlem Wetter nach der Saat
Vorbeugen
- Erst säen, wenn der Boden warm ist (mindestens 10 °C), dann keimen die Bohnen schnell und entwachsen der Gefahr.
- Frischen Mist und Kompost nicht kurz vor der Saat einarbeiten, der Geruch lockt die Fliegen.
- Bohnen in Töpfen vorziehen und als kräftige Jungpflanzen setzen.
- Ein Kulturschutznetz über die frische Saat legen.
Wenn der Befall schon da ist
- Lücken schnell nachsäen, sobald der Boden wärmer ist.
Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel. Warmer Boden ist der beste Schutz.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
NacktschneckenSchädling
Fressen die austreibenden Keimlinge oft über Nacht ab, bevor die ersten Blätter richtig da sind. Nach der Aussaat abends kontrollieren und fehlende Pflanzen nachsäen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Tipps zum Anbau
- Nicht zu früh säen: In kaltem Boden faulen die Bohnen, statt zu keimen.
- Alle drei bis vier Wochen nachsäen, dann gibt es bis in den September frische Bohnen.
- Jung und regelmäßig pflücken, dann setzt die Pflanze immer neue Hülsen an. Roh sind Bohnen giftig, immer garen.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Saxa
- Frühe, samenfeste Buschbohne mit fadenlosen Hülsen.
- Maxi
- Buschbohne, die ihre Hülsen über dem Laub trägt, dadurch geht das Pflücken leicht.
- Neckarkönigin
- Samenfeste Stangenbohne mit langen, fadenlosen Hülsen und hohem Ertrag.
- Blauhilde
- Stangenbohne mit violetten Hülsen, die man zwischen den Blättern leicht findet und die beim Kochen grün werden.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Zu tief säen: Tief gelegte Bohnen brauchen lange bis an die Oberfläche und faulen leichter. Höchstens 2 bis 3 cm tief säen.
- Bei nassem Laub pflücken oder hacken: So werden Krankheiten wie die Fettfleckenkrankheit von Pflanze zu Pflanze getragen. Nur bei trockenen Blättern durch die Reihen gehen.
- Zu kurze Stangen stellen: Stangenbohnen wachsen weit über 2 m hoch und hängen sonst oben wild herum. Die Stangen sollten mindestens 2,5 m aus dem Boden ragen.
Häufige Fragen zu Bohnen
Kann man Bohnen vorziehen?
Ja, in kühlen Lagen oder bei vielen Schnecken lohnt es sich, zwei bis drei Wochen vor dem Pflanzen in Töpfen zu säen. Die Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen setzen und die Wurzeln dabei nicht verletzen.
Was ist der Unterschied zwischen Busch- und Stangenbohnen?
Buschbohnen bleiben niedrig, tragen früh und bringen den Großteil der Ernte innerhalb weniger Wochen. Stangenbohnen ranken meterhoch, beginnen später, tragen dann aber bis in den Herbst.
Kann man grüne Bohnen einfrieren?
Ja, jung geerntet, geputzt und einige Minuten blanchiert lassen sie sich gut einfrieren. Vor dem Essen trotzdem gründlich garen.
Quellen zu Bohnen
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Säen ab einer Bodentemperatur von etwa 10 °C, das heißt ab etwa Mitte Mai. Wegen der Frühfröste im Herbst spätestens Anfang Juli säen. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Buschbohnen (Phaseolus vulgaris) 2177, gefunden am 30.09.2026)
- Pflanzabstand: Buschbohnen in Reihen mit 40 x 6 cm säen, bei Horstsaat 5 bis 10 Körner je Horst mit 60 x 25 bis 30 cm, höchstens 2 bis 3 cm tief. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Buschbohnen (Phaseolus vulgaris) 2177, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Bohnen
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen