Pastinaken

Wurzelgemüse · Schwierigkeit mittel

Pastinaken (Pastinaca sativa)
Foto: Jacob und Johann Georg Sturm, Public domain, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Pastinaca sativa · Doldenblütler (Apiaceae)

Pastinaken wachsen langsam und bleiben bis in den Winter im Beet. Nach dem ersten Frost schmecken sie süßer. Direkt ins Beet geht es 15. Mär – 3. Mai. Geerntet werden kann 20. Sep – 29. Nov.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
10 x 40 cm
Wuchshöhe
Laub 40 bis 60 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer
Boden mindestens
5 °C

Gießen

Bis zur Keimung gleichmäßig feucht, danach nur bei längerer Trockenheit gießen.

Schlechte Nachbarn

Mehr über Pastinaken bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)15. Mär – 3. Mai
Ernte20. Sep – 29. Nov
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 4. Mär und 25. Mär ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Die Reihen in den ersten Wochen sauber hacken, die Keimlinge sind sehr klein und schwach.
  • Auf etwa 10 cm Abstand vereinzeln, sobald die Pflänzchen zwei echte Blätter haben.
  • Den Boden später mulchen, das spart Arbeit und hält die Feuchtigkeit im Boden.

Düngen

Bio: Reifen Kompost (etwa 2 bis 3 Liter je m²) vor der Saat einarbeiten, keinen frischen Mist. Weitere Gaben sind meist nicht nötig.

Konventionell: Grob etwa 30 bis 40 g Gemüsedünger je m² vor der Saat genügen, bei Bedarf eine kleine zweite Gabe im Juli. Zu viel Stickstoff macht die Wurzeln beinig.

Mehr und besser ernten

  • Nach den ersten Frösten ernten, dann schmecken die Wurzeln süßer.
  • Die Wurzeln können im Beet bleiben und nach Bedarf geerntet werden, bei starkem Frost mit Laub abdecken.
  • Mit einer Grabegabel tief lockern, bevor du ziehst, dann brechen die langen Wurzeln nicht ab.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Altes Saatgut
Pastinakensamen verlieren schnell ihre Keimkraft, älteres Saatgut läuft kaum oder lückenhaft auf. Jedes Jahr frisches Saatgut kaufen.
Frischer Mist, dichter Boden
Auf frisch gedüngtem oder verdichtetem Boden werden die langen Wurzeln beinig und krumm. Tief lockern und nur reifen Kompost geben.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • MöhrenfliegeSchädling

    Pastinaken werden meist weniger befallen als Möhren, die Gänge sitzen oft im oberen Teil der Wurzel. Bei starkem Druck im Garten hilft ein Netz.

    Schützende Nachbarn

    • Zwiebeln (Der Zwiebelgeruch soll den Duft der Wurzeln überdecken.)
    • Lauch (Der Geruch kann die Fliegen verwirren.)
    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Das Laub färbt sich rötlich, die Pflanzen kümmern. In der Wurzel rostbraune, verzweigte Gänge dicht unter der Haut, darin gelblich weiße Maden. Die Rüben schmecken bitter und faulen im Lager.

    Wann: Erste Generation Mai bis Juni, zweite August bis September

    Vorbeugen

    • Direkt nach der Saat ein Kulturschutznetz (höchstens 1,4 mm Maschen) auflegen und bis zur Ernte liegen lassen.
    • Einen luftigen, windigen Platz wählen: Die Fliegen fliegen tief und meiden offene Lagen.
    • Nicht zu dicht säen, damit das Ausdünnen entfällt. Der Duft zerdrückter Möhrenblätter lockt die Fliegen an.
    • Zwiebeln oder Lauch in Reihen dazwischen sollen die Fliegen mit ihrem Geruch verwirren. Das hilft etwas, ersetzt das Netz aber nicht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Rüben früh ernten und die beschädigten Teile großzügig wegschneiden.
    • Befallene Rüben nicht im Beet lassen und nicht einlagern, sonst überwintern die Puppen.

    Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel. Das Netz ist die wirksamste Lösung.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • SelleriefliegeSchädling

    Die Maden fressen helle Flecken in die Blätter, meist ohne großen Schaden an der Wurzel. Stark befallene Blätter abschneiden.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Erst schmale, dann breite, helle Flecken in den Blättern, die später braun werden. Gegen das Licht sieht man die Maden.

    Wann: Mai bis Juni und August

    Vorbeugen

    • Ein Kulturschutznetz auflegen, das auch gegen die Möhrenfliege hilft.
    • Sellerie nicht neben Pastinaken und nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh abzupfen und in den Hausmüll geben.
    • Die Pflanzen gut versorgen: Gesunder Sellerie treibt neue Blätter nach, der Schaden bleibt meist gering.

    Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen

  • WühlmäuseSchädling

    Da Pastinaken den ganzen Winter im Beet bleiben, werden sie oft gerade dann angefressen. Die Wurzeln bei Wühlmausbefall lieber vor dem Winter ernten und einlagern.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Pflanzen welken plötzlich und lassen sich ohne Wurzeln herausziehen. Flache, unregelmäßige Erdhügel (anders als die runden, hohen Hügel des Maulwurfs), Gänge dicht unter der Oberfläche, angenagte Möhren und Kartoffeln.

    Wann: Ganzjährig, am meisten Schaden im Herbst und Winter

    Vorbeugen

    • Hochbeete mit einem engmaschigen Drahtgitter (Maschenweite höchstens 13 mm) am Boden bauen.
    • Pflanzkörbe aus Draht für Knollen und wertvolle Pflanzen.
    • Katzen, Greifvögel und Wiesel halten den Bestand klein; eine Sitzstange für Greifvögel am Beet hilft.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Den Gang freilegen und prüfen, ob er wieder verschlossen wird (Verwühlprobe). Dann ist er bewohnt.
    • Fallen, die für Wühlmäuse gemacht sind, in bewohnte Gänge stellen. Das ist die wirksamste Methode.
    • Gerüche wie Knoblauch oder Holunderjauche vertreiben die Tiere höchstens kurz.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Giftköder und Begasungsmittel für den Haus- und Kleingarten. Sie gefährden auch Haustiere und andere Tiere; Fallen sind die sicherere Wahl.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Nur frisches Saatgut verwenden, ältere Samen keimen kaum. Die Keimung dauert bis zu vier Wochen.
  2. Mit Radieschen als Markiersaat säen, dann sieht man die Reihe schon beim Hacken.
  3. Das Laub kann bei Sonne die Haut reizen: Beim Ernten Handschuhe tragen.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Halblange Weiße
Bewährte, samenfeste Sorte mit mittellangen Wurzeln, die auch auf weniger tiefem Boden gelingt.
Tender and True
Samenfeste Sorte mit langen Wurzeln und feinem Geschmack für tiefgründige Böden.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Zu tief säen: Die Keimlinge sind sehr schwach und kommen aus großer Tiefe nicht hoch. Nur etwa 1 bis 2 cm tief säen.
  • Pastinaken jedes Jahr nach Möhren, Sellerie oder Petersilie säen: Diese Doldenblütler teilen sich Schädlinge und Krankheiten. Drei bis vier Jahre Pause auf derselben Fläche einhalten.
  • Geerntete Wurzeln offen liegen lassen: Sie werden schnell schlaff. Ungewaschen in feuchtem Sand im kühlen Keller lagern oder nur so viel ernten, wie du bald brauchst.

Häufige Fragen zu Pastinaken

Was ist der Unterschied zwischen Pastinaken und Petersilienwurzeln?

Beide sehen sich ähnlich. Pastinaken sind meist dicker, haben einen breiten, eingesenkten Blattansatz und schmecken süßlich-nussig. Petersilienwurzeln sind schlanker und schmecken deutlich nach Petersilie.

Kann man Pastinaken roh essen?

Ja, jung und fein geraspelt schmecken sie im Salat. Ältere, dicke Wurzeln sind gegart bekömmlicher und süßer.

Warum haben meine Pastinaken braune, rissige Stellen?

Meist ist das Pastinakenkrebs, eine Pilzkrankheit, die über kleine Verletzungen an der Schulter eindringt, etwa durch Fraß der Möhrenfliege. Befallene Stellen großzügig wegschneiden, der Rest ist essbar. Eine späte Saat im April bis Mai und etwas engerer Stand geben kleinere Wurzeln, die seltener befallen werden.

Was passiert, wenn Pastinaken bis zum Frühjahr im Beet bleiben?

Pastinaken sind zweijährig und bilden im zweiten Jahr Blütenstängel. Die Wurzel wird dann holzig und ungenießbar. Deshalb bis zum Austrieb im Frühjahr alle Wurzeln ernten.

Quellen zu Pastinaken

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Pastinaken