Erbsen

Hülsenfrüchte · Schwierigkeit leicht

Erbsen (Pisum sativum)
Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Pisum sativum · Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Erbsen mögen kühle Frühjahrstemperaturen und werden früh ausgesät. Bei Hitze im Sommer lässt der Ertrag stark nach. Direkt ins Beet geht es 1. Mär – 5. Apr. Geerntet werden kann 31. Mai – 28. Jun.

Standort
sonnig
Pflanzabstand
5 x 30 cm
Wuchshöhe
40 cm bis 2 m, je nach Sorte
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Boden mindestens
5 °C

Gießen

Wenig, solange sie klein sind. Zur Blüte und wenn die Hülsen ansetzen, bei Trockenheit kräftig gießen.

Schlechte Nachbarn

Mehr über Erbsen bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)1. Mär – 5. Apr
Ernte31. Mai – 28. Jun
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 18. Feb und 11. Mär ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Wenn die Pflanzen handhoch sind, leicht anhäufeln, das stützt die zarten Stängel.
  • Zwischen den Reihen flach hacken und danach dünn mulchen, damit der Boden kühl und feucht bleibt.
  • Junge Triebe an die Rankhilfe führen, danach halten sich die Ranken selbst fest.

Düngen

Bio: Erbsen binden Stickstoff selbst und brauchen keinen Dünger. Frischer Mist oder viel Kompost schaden eher, ein Beet mit Kompost vom Vorjahr genügt.

Konventionell: Kein mineralischer Dünger nötig. Stickstoffdünger hemmt die Knöllchenbakterien an den Wurzeln und bringt nur mehr Laub.

Mehr und besser ernten

  • Alle zwei bis drei Tage pflücken, sobald die Hülsen prall sind. Überreife Erbsen werden mehlig und die Pflanze stellt die Blüte ein.
  • Früh säen, Erbsen tragen in der kühlen Zeit besser als bei Sommerhitze.
  • Zwei Sätze im Abstand von drei Wochen verlängern die Erntezeit.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Hitze
Bei Sommerhitze stellen Erbsen die Blüte ein und die Erbsen werden schnell mehlig. Früh im Jahr säen, damit die Ernte vor den heißen Wochen liegt.
Staunässe
In nassem, schwerem Boden faulen die Samen, bevor sie keimen. Erst säen, wenn der Boden abgetrocknet ist.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • ErbsenwicklerSchädling

    Betroffen sind vor allem spät gesäte Erbsen, die noch im Juni und Juli blühen. Früh gesäte Sätze entgehen dem Falter oft ganz.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Außen sieht man den Hülsen wenig an. Innen sind einzelne Erbsen angefressen, dazwischen Kot und eine gelbliche Raupe mit dunklem Kopf.

    Wann: Flug der Falter Juni bis Juli, zur Blüte der Erbsen

    Vorbeugen

    • Früh säen: Erbsen, die vor Mitte Juni verblüht sind, bleiben meist verschont.
    • Während der Blüte ein Kulturschutznetz überlegen, danach wieder abnehmen.
    • Erbsen nicht jedes Jahr an dieselbe Stelle säen, die Raupen überwintern im Boden.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Erbsen beim Palen aussortieren, die übrigen lassen sich essen.
    • Nach der Ernte den Boden flach hacken, das stört die überwinternden Raupen.

    Konventionell: Im Haus- und Kleingarten lohnen sich chemische Mittel nicht: Sie müssten genau zur Eiablage in die Blüten und träfen dort Bienen.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen

  • Echter MehltauKrankheit

    Kommt vor allem bei späten Sätzen im Hochsommer, dann ist die Haupternte oft schon vorbei. Für späte Aussaaten mehltautolerante Sorten wählen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.

    Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten

    Vorbeugen

    • Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
    • Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
    • Nicht zu viel Stickstoff düngen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
    • Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.

  • BlattläuseSchädling

    An Erbsen sitzt oft die große, grüne Erbsenblattlaus an Triebspitzen und Blüten. Bei starkem Befall bleiben die Hülsen klein, früh abspritzen hilft.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

  • BlattrandkäferSchädling

    Bei Erbsen im Frühjahr die typischen Buchten in den Blatträndern. Früh gesäte, kräftige Erbsen wachsen dem Fraß meist davon.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Gleichmäßige, halbrunde Fraßstellen am Rand der Blätter, wie ausgestanzt. Die graubraunen Käfer sind etwa 4 mm groß und lassen sich bei Störung fallen. Die Larven fressen im Boden an den Wurzelknöllchen.

    Wann: April bis Juni, vor allem bei warmem, trockenem Frühjahrswetter

    Vorbeugen

    • Erbsen und Bohnen nicht jedes Jahr auf dasselbe Beet setzen.
    • Früh säen und für zügiges Wachstum sorgen: Kräftige Pflanzen wachsen dem Fraß davon.
    • Den Boden feucht und gut versorgt halten.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Meist nicht nötig, ältere Pflanzen verkraften den Fraß.
    • Junge Saaten bei starkem Befall mit einem Kulturschutznetz abdecken.

    Konventionell: Für den Haus- und Kleingarten sind gegen Blattrandkäfer kaum Mittel zugelassen, und bei dem meist geringen Schaden lohnt es sich auch nicht.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Saat direkt ins Beet, sobald der Boden bearbeitbar ist (Bodentemperatur ab etwa 5 °C).
  2. Rankhilfe stellen, auch bei niedrigen Sorten.
  3. Die Wurzeln nach der Ernte im Boden lassen, sie hinterlassen Stickstoff für die Folgekultur.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Kleine Rheinländerin
Niedrige, samenfeste Palerbse, die sehr früh gesät werden kann.
Wunder von Kelvedon
Niedrige Markerbse mit süßen Körnern, die nur eine kurze Stütze braucht.
Norli
Niedrige Zuckererbse, deren junge Hülsen ganz gegessen werden.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Mark- und Palerbsen gleichzeitig säen: Markerbsen brauchen wärmeren Boden als Palerbsen. Palerbsen zuerst im März säen, Markerbsen einige Wochen später.
  • Erbsen zu flach säen: Vögel picken die Samen und Keimlinge heraus. Etwa 4 cm tief säen und das Beet anfangs mit einem Netz abdecken.
  • Erbsen jedes Jahr ins gleiche Beet säen: Fußkrankheiten reichern sich an und die Pflanzen kümmern. Mehrere Jahre Pause zwischen Erbsen und anderen Hülsenfrüchten lassen.

Häufige Fragen zu Erbsen

Was ist der Unterschied zwischen Pal-, Mark- und Zuckererbsen?

Palerbsen haben glatte Samen, vertragen Kälte und werden früh gesät, die Körner werden aber bald mehlig. Markerbsen haben runzlige, süßere Samen und brauchen etwas mehr Wärme. Zuckererbsen isst man mit der Hülse, bevor die Körner dick werden.

Kann man Erbsen im Sommer noch einmal säen?

Eine Saat bis etwa Anfang Juli bringt im Herbst noch eine kleine Ernte. Die Keimlinge brauchen dann viel Wasser, und Mehltau sowie Erbsenwickler sind häufiger als bei früher Saat.

Kann man Erbsen im Topf ziehen?

Ja, niedrige Sorten wachsen gut im Balkonkasten oder in einem Topf mit mindestens 20 cm Tiefe. Ein paar Reisigzweige reichen als Stütze.

Quellen zu Erbsen

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

  • Termine: Palerbsen können ab etwa 2 °C Bodentemperatur gesät werden, der übliche Saattermin liegt im März. Markerbsen brauchen 5 bis 8 °C Bodentemperatur. (Quelle: Hortipendium: Erbsen im Hausgarten, gefunden am 30.09.2026)
  • Pflanzabstand: Saattiefe etwa 4 cm, Reihenabstand 40 cm, in der Reihe etwa 3 cm. (Quelle: Hortipendium: Erbsen im Hausgarten, gefunden am 30.09.2026)

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Erbsen