Petersilie

Kräuter · Schwierigkeit mittel

Petersilie (Petroselinum crispum)
Foto: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Petroselinum crispum · Doldenblütler (Apiaceae)

Petersilie keimt langsam, oft erst nach drei bis vier Wochen. Einmal angewachsen, liefert sie bis in den Winter frisches Grün. Direkt ins Beet geht es 22. Mär – 28. Jun. Geerntet werden kann 31. Mai – 15. Nov.

Standort
halbschattig bis sonnig
Pflanzabstand
15 x 25 cm
Wuchshöhe
20 bis 40 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer
Boden mindestens
8 °C

Gießen

Gleichmäßig feucht halten, keine Staunässe.

Schlechte Nachbarn

Mehr über Petersilie bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)22. Mär – 28. Jun
Ernte31. Mai – 15. Nov
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 11. Mär und 1. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Die Reihen in den ersten Wochen sauber halten, Petersilie keimt langsam und wird leicht überwuchert.
  • Den Boden zwischen den Pflanzen locker halten und leicht mulchen.
  • Im Herbst mit Vlies oder Reisig abdecken, dann kann bis in den Winter geerntet werden.

Düngen

Bio: Vor der Saat etwa 2 Liter reifen Kompost je m² einarbeiten. Nach mehreren Ernten einmal mit verdünnter Brennnesseljauche (1 zu 10) gießen.

Konventionell: Wenig Gemüse- oder Kräuterdünger nach Packungsangabe, in ein bis zwei kleinen Gaben im Sommer. Petersilie reagiert empfindlich auf zu viel Salz im Boden.

Mehr und besser ernten

  • Regelmäßig ernten, dann treibt die Pflanze immer neue Stiele.
  • Im zweiten Jahr blüht Petersilie, darum jedes Jahr neu säen.
  • Glatte Sorten sind meist aromatischer, krause Sorten sehen im Beet ordentlicher aus.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Bodenmüdigkeit
Petersilie verträgt sich nicht mit sich selbst: Am selben Platz oder nach anderen Doldenblütlern keimt sie schlecht und kümmert. Mit Petersilie etwa vier Jahre Pause an einer Stelle einhalten.
Staunässe
In nassem, verdichtetem Boden faulen die Wurzeln und die Blätter werden gelb. Auf lockeren Boden säen und im Topf für guten Wasserabzug sorgen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • MöhrenfliegeSchädling

    Die Maden fressen an den Wurzeln, die Pflanzen welken und das Laub färbt sich rötlich oder gelb. Besonders betroffen ist Wurzelpetersilie. Petersilie nicht direkt neben Möhren säen, weil beide dieselbe Fliege anziehen.

    Schützende Nachbarn

    • Zwiebeln (Ihr Geruch soll die Fliegen verwirren, ersetzt aber kein Netz.)
    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Das Laub färbt sich rötlich, die Pflanzen kümmern. In der Wurzel rostbraune, verzweigte Gänge dicht unter der Haut, darin gelblich weiße Maden. Die Rüben schmecken bitter und faulen im Lager.

    Wann: Erste Generation Mai bis Juni, zweite August bis September

    Vorbeugen

    • Direkt nach der Saat ein Kulturschutznetz (höchstens 1,4 mm Maschen) auflegen und bis zur Ernte liegen lassen.
    • Einen luftigen, windigen Platz wählen: Die Fliegen fliegen tief und meiden offene Lagen.
    • Nicht zu dicht säen, damit das Ausdünnen entfällt. Der Duft zerdrückter Möhrenblätter lockt die Fliegen an.
    • Zwiebeln oder Lauch in Reihen dazwischen sollen die Fliegen mit ihrem Geruch verwirren. Das hilft etwas, ersetzt das Netz aber nicht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Rüben früh ernten und die beschädigten Teile großzügig wegschneiden.
    • Befallene Rüben nicht im Beet lassen und nicht einlagern, sonst überwintern die Puppen.

    Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel. Das Netz ist die wirksamste Lösung.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • BlattläuseSchädling

    Blattläuse sitzen bei Petersilie an den jungen Stielen im Herz und an den Blattunterseiten, vor allem bei Trockenheit. Stark befallene Stiele abschneiden, das Herz treibt wieder aus.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Samen über Nacht in lauwarmem Wasser einweichen, dann keimen sie schneller.
  2. Nicht dort säen, wo im Vorjahr Petersilie, Möhren oder Sellerie standen, sonst kümmern die Pflanzen.
  3. Immer die äußeren Stiele abschneiden, das Herz stehen lassen.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Gigante d'Italia
Großblättrige glatte Petersilie mit kräftigem Aroma und hohem Ertrag.
Einfache Schnitt 3
Bewährte glatte Schnittpetersilie, treibt nach dem Schnitt gut nach.
Mooskrause 2
Krause Petersilie mit dicht gekrausten Blättern, schön zum Garnieren.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Die Reihe nach zwei Wochen ohne Keimlinge umgraben. Petersilie braucht oft drei bis vier Wochen; markiere die Reihe mit ein paar Radieschen und halte sie feucht.
  • Petersilie wieder an dieselbe Stelle oder nach Möhren säen. Dort kümmert sie; wähle jedes Jahr ein neues Beet.
  • Die Saatrille austrocknen lassen. Die Samen keimen dann gar nicht mehr; gieß die Reihe bis zum Aufgang regelmäßig.
  • Das Herz mit abschneiden. Schneide nur die äußeren Stiele, dann treibt sie immer wieder nach.

Häufige Fragen zu Petersilie

Ist Petersilie mehrjährig?

Petersilie ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie Blätter, im zweiten blüht sie und stirbt danach ab. Im zweiten Frühjahr gibt es noch einige Wochen Blätter, dann schmecken sie bitterer.

Kann man Petersilie einfrieren?

Ja, gewaschen, trocken getupft und gehackt in Dosen oder Eiswürfelformen. So bleibt das Aroma besser erhalten als beim Trocknen.

Warum wird meine Petersilie gelb?

Oft ist der Boden zu nass oder die Pflanze steht an einer Stelle, an der schon Petersilie oder Möhren wuchsen. Auch die Möhrenfliege kann dahinterstecken, dann sind die Wurzeln angefressen. Säe im nächsten Jahr an einem neuen Platz.

Kann man Petersilie im Topf ziehen?

Ja, in einem mindestens 15 cm tiefen Topf mit guter Drainage. Gekaufte Töpfe sind meist sehr dicht bepflanzt, teile sie in zwei bis drei kleinere Horste.

Quellen zu Petersilie

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

  • Termine: Petersilie ab März im Frühbeet oder in Töpfen auf der Fensterbank säen, die Direktsaat im Garten ab Ende April. (Quelle: Hortipendium: Küchenkräuter, gefunden am 30.09.2026)
  • Bodentemperatur: Petersilie braucht zum Keimen mindestens 6 °C, die Keimdauer beträgt 14 bis 28 Tage. Eine Markiersaat mit schnell keimenden Arten wie Radieschen ist sinnvoll. (Quelle: Hortipendium: Petersilie im Hausgarten, gefunden am 30.09.2026)
  • Pflege: Petersilie muss jedes Jahr an einer anderen Stelle gesät werden. Saattiefe 1 bis 2 cm, mehrere Samen je Saatstelle. (Quelle: Hortipendium: Petersilie im Hausgarten, gefunden am 30.09.2026)

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Petersilie