Dicke Bohnen

Steckbrief
Vicia faba · Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Dicke Bohnen, auch Puffbohnen oder Ackerbohnen genannt, sind die ersten Bohnen im Jahr. Sie vertragen Frost und werden schon im März gesät, wenn für andere Bohnen noch lange nicht Zeit ist. Direkt ins Beet geht es 22. Feb – 29. Mär. Geerntet werden kann 21. Jun – 19. Jul.
- Standort
- sonnig bis halbschattig
- Pflanzabstand
- 10 x 40 cm
- Wuchshöhe
- 60 bis 120 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
- Boden mindestens
- 5 °C
Gießen
Mäßig. Zur Blüte und wenn die Hülsen wachsen, bei Trockenheit durchdringend gießen.
Mehr über Dicke Bohnen bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 11. Feb und 4. Mär ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Hohe Sorten anhäufeln oder mit Schnur zwischen Pfählen stützen.
- Die Triebspitzen nach dem Blütenansatz abknipsen.
- Hacken, solange die Pflanzen klein sind.
Düngen
Bio: Dicke Bohnen sammeln ihren Stickstoff selbst. Eine Handvoll Kompost je m² reicht.
Konventionell: Kein Stickstoffdünger nötig. Auf armem Boden etwas Kalium- und Phosphordünger vor der Saat.
Mehr und besser ernten
- Grün ernten, wenn die Kerne in der Hülse gut zu fühlen sind, aber noch zart sind.
- Für getrocknete Bohnen die Hülsen an der Pflanze schwarz werden lassen.
- Sorten mit hellem Samennabel schmecken jung besonders mild.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Hitze und Trockenheit
- Bei Hitze fallen die Blüten ab und die Läuse nehmen zu. Deshalb so früh wie möglich säen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
BlattläuseSchädling
Die Schwarze Bohnenlaus sitzt ab Mai in dichten Kolonien an den Triebspitzen. Spitzen abknipsen, sobald die ersten Läuse auftauchen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
SchokoladenfleckenkrankheitKrankheit
Die typische Krankheit der Dicken Bohne, vor allem in feuchten Frühjahren und bei dichter Saat.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Zuerst kleine, runde, rotbraune Punkte auf den Blättern, die bei feuchtem Wetter zu großen, dunkelbraunen Flecken zusammenwachsen. Stark befallene Blätter sterben ab, die Blüten fallen ab.
Wann: Mai und Juni, bei feuchtem, kühlem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu dicht säen, damit die Pflanzen schnell abtrocknen.
- Mit Kalium gut versorgen und nicht zu viel Stickstoff geben.
- Pflanzenreste nach der Ernte abräumen und nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen.
Wenn der Befall schon da ist
- Stark befallene Blätter entfernen. Bei trockenem Wetter kommt die Krankheit oft zum Stillstand.
- Morgens und an den Boden gießen.
Konventionell: Für den Haus- und Kleingarten gibt es kaum zugelassene Mittel. Luftiger Stand und Fruchtfolge sind die besten Wege.
BlattrandkäferSchädling
Die Käfer fressen Buchten in die Blattränder der jungen Pflanzen. Meist harmlos, wenn die Pflanzen schnell wachsen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Gleichmäßige, halbrunde Fraßstellen am Rand der Blätter, wie ausgestanzt. Die graubraunen Käfer sind etwa 4 mm groß und lassen sich bei Störung fallen. Die Larven fressen im Boden an den Wurzelknöllchen.
Wann: April bis Juni, vor allem bei warmem, trockenem Frühjahrswetter
Vorbeugen
- Erbsen und Bohnen nicht jedes Jahr auf dasselbe Beet setzen.
- Früh säen und für zügiges Wachstum sorgen: Kräftige Pflanzen wachsen dem Fraß davon.
- Den Boden feucht und gut versorgt halten.
Wenn der Befall schon da ist
- Meist nicht nötig, ältere Pflanzen verkraften den Fraß.
- Junge Saaten bei starkem Befall mit einem Kulturschutznetz abdecken.
Konventionell: Für den Haus- und Kleingarten sind gegen Blattrandkäfer kaum Mittel zugelassen, und bei dem meist geringen Schaden lohnt es sich auch nicht.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Tipps zum Anbau
- So früh säen, wie der Boden sich bearbeiten lässt. Früh gesät bleiben sie von der Schwarzen Bohnenlaus eher verschont.
- Wenn die ersten Hülsen ansetzen, die Triebspitzen abknipsen. Das hält Läuse fern und die Spitzen schmecken gedünstet wie Spinat.
- Nach der Ernte die Wurzeln im Boden lassen, ihre Knöllchen haben Stickstoff gesammelt.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Hangdown Grünkernig
- Bewährte Sorte mit grünen Kernen, die jung besonders zart sind.
- Dreifach Weiße
- Sorte mit weißem Samennabel, deren Kerne mild schmecken und beim Kochen hell bleiben.
- Osnabrücker Markt
- Alte, samenfeste Sorte, die robust ist und gut trägt.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Zu flach säen: Vögel und Mäuse holen die großen Samen aus der Erde. Die Bohnen 5 bis 8 cm tief legen.
- Dicke Bohnen nach anderen Hülsenfrüchten anbauen: Fußkrankheiten reichern sich im Boden an. Zwischen Erbsen, Bohnen und Dicken Bohnen auf derselben Fläche mehrere Jahre Pause lassen.
- Zu eng säen: In dichten Beständen trocknet das Laub schlecht ab und die Schokoladenfleckenkrankheit breitet sich aus. Mindestens 10 cm in der Reihe und breite Reihenabstände lassen.
Häufige Fragen zu Dicke Bohnen
Kann man Dicke Bohnen roh essen?
Junge Kerne werden in manchen Ländern roh gegessen. Menschen mit Favismus, einer angeborenen Stoffwechselstörung, dürfen Dicke Bohnen aber weder roh noch gegart essen, bei ihnen können sie eine gefährliche Blutarmut auslösen. Im Zweifel die Bohnen gegart essen.
Muss man die Kerne schälen?
Junge, kleine Kerne kannst du mit Haut essen. Bei größeren Kernen wird die Haut zäh: Dann die Bohnen kurz blanchieren und die Kerne aus der Haut drücken.
Kann man Dicke Bohnen im Herbst säen?
In milden Lagen gibt es winterharte Sorten für die Herbstsaat, die im Folgejahr früher tragen. In rauen Gegenden überstehen sie strenge Kahlfröste oft nicht, dort ist die Saat im Februar oder März sicherer.
Was kann man nach Dicken Bohnen pflanzen?
Die Ernte ist meist im Juli vorbei, dann bleibt Platz für eine zweite Kultur. Gut passen Grünkohl, Endivien, Herbstsalat oder Feldsalat, die vom Stickstoff im Boden profitieren.
Quellen zu Dicke Bohnen
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Aussaat je nach Region etwa im Februar bis März. (Quelle: Hortipendium: Dicke Bohne Erwerbsanbau, gefunden am 30.09.2026)
- Nährstoffbedarf: Dicke Bohnen bilden Pfahlwurzeln bis 120 cm Tiefe mit vielen Wurzelknöllchen, mit denen sie Luftstickstoff binden und nutzen. (Quelle: Hortipendium: Dicke Bohne Erwerbsanbau, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Dicke Bohnen
Stielgemüse
Kräuter
Blumen