Blumenkohl

Steckbrief
Brassica oleracea var. botrytis · Kreuzblütler (Brassicaceae)
Blumenkohl ist die anspruchsvollste Kohlart: Er braucht viel Wasser, Nährstoffe und gleichmäßiges Wetter. Dann lohnt er sich mit großen, weißen Köpfen. Vorgezogen wird Blumenkohl im Mittel vom 22. Feb – 21. Jun. Ins Freie gepflanzt wird 19. Apr – 26. Jul. Geerntet werden kann 28. Jun – 15. Nov.
- Standort
- sonnig
- Pflanzabstand
- 50 x 50 cm
- Wuchshöhe
- 40 bis 60 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Starkzehrer
Gießen
Reichlich und gleichmäßig. Schon kurze Trockenheit lässt kleine, lockere Köpfe entstehen.
Mehr über Blumenkohl bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 8. Apr und 29. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Die Jungpflanzen gut andrücken und anfangs täglich gießen.
- Hacken und mulchen, damit der Boden locker und feucht bleibt.
- Die Köpfe mit den eigenen Blättern vor Sonne schützen.
Düngen
Bio: Beim Pflanzen etwa 4 Liter Kompost je m² und 60 g Hornspäne einarbeiten. Nach vier Wochen noch einmal Hornspäne oder Brennnesseljauche.
Konventionell: Etwa 80 bis 100 g Volldünger je m², geteilt: die Hälfte beim Pflanzen, den Rest nach vier Wochen.
Mehr und besser ernten
- Ernten, solange der Kopf fest und geschlossen ist. Wird er locker, ist es zu spät.
- Früh- und Herbstsorten wählen, im Hochsommer gebildete Köpfe werden oft locker.
- Auf kalkhaltigem Boden wächst er besser. Saure Böden im Herbst vorher kalken.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Unregelmäßige Versorgung
- Kälte, Trockenheit oder Hunger im jungen Alter lassen nur kleine Köpfe entstehen. Gleichmäßig gießen und düngen.
- Sonne auf dem Kopf
- In praller Sonne verfärbt sich der Kopf gelblich. Blätter darüber knicken.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
KohlweißlingSchädling
Die Raupen fressen die Blätter und verschmutzen den Kopf. Netz auflegen.
Schützende Nachbarn
- Sellerie (Der Duft soll die Falter bei der Eiablage verwirren.)
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Weiße Schmetterlinge über dem Beet, gelbe Eier in Gruppen unter den Blättern, grün-gelb-schwarz gefleckte Raupen (Großer Kohlweißling) oder samtig grüne Raupen (Kleiner Kohlweißling). Große Löcher und Fraß bis auf die Blattrippen, grüner Kot zwischen den Blättern.
Wann: Mai bis September, zwei bis drei Generationen im Jahr
Vorbeugen
- Kohl gleich nach dem Pflanzen mit einem Kulturschutznetz (Maschenweite höchstens 1,4 mm) abdecken und die Ränder mit Erde beschweren.
- Ab Juni die Blattunterseiten jede Woche nach Eiern absuchen und sie abwischen.
- Tomaten, Sellerie oder Salbei als Nachbarn sollen die Falter mit ihrem Duft verwirren, ein Netz ersetzen sie aber nicht.
Wenn der Befall schon da ist
- Raupen absammeln, bei kleinen Beeten reicht das meist.
- Mittel mit Bacillus thuringiensis wirken nur auf Raupen, schonen Bienen und Nützlinge und sind im Bio-Anbau erlaubt. Spritzen, solange die Raupen klein sind.
- Gelbe Kokons neben toten Raupen hängen lassen: Darin wachsen Schlupfwespen, die die nächste Generation befallen.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen fressende Insekten mit synthetischen Wirkstoffen. Sie treffen auch Nützlinge und Bienen, und Bacillus thuringiensis wirkt gegen Raupen ebenso gut.
Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen, Laufkäfer
KohlfliegeSchädling
Die Maden fressen an den Wurzeln, junge Pflanzen welken. Netz sofort nach dem Pflanzen auflegen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Junge Pflanzen welken bei Sonne, färben sich bläulich und bleiben stehen. Beim Herausziehen sieht man weiße, etwa 8 mm lange Maden und Fraßgänge an Wurzel und Stängelgrund. Bei Radieschen braune Gänge in der Knolle.
Wann: Erste Generation Ende April bis Juni, weitere bis in den Spätsommer
Vorbeugen
- Direkt nach Saat oder Pflanzung ein Kulturschutznetz auflegen und die Ränder dicht mit Erde beschweren.
- Kragen aus Pappe oder Filz (etwa 10 cm Durchmesser) eng um den Stängel von Jungpflanzen legen, dann können die Fliegen keine Eier an den Stängel legen.
- Kohlgewächse nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Puppen überwintern im Boden.
Wenn der Befall schon da ist
- Welke Pflanzen mit den Maden herausziehen und in den Hausmüll geben, nicht auf den Kompost.
- Pflanzen, die sich noch halten, anhäufeln und gut gießen, dann bilden sie neue Wurzeln oberhalb der Fraßstellen.
Konventionell: Gegen die Maden im Boden gibt es für den Haus- und Kleingarten kaum wirksame Mittel. Das Netz ist die sichere Lösung.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
KohlhernieKrankheit
Blumenkohl ist besonders anfällig. Nur auf Beete pflanzen, auf denen vier Jahre kein Kreuzblütler stand.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Die Pflanzen welken bei Sonne, erholen sich nachts und bleiben klein. An den Wurzeln dicke, knollige Wucherungen, die später faulen.
Wann: Den ganzen Sommer, vor allem in sauren, nassen Böden
Vorbeugen
- Kohlgewächse (auch Radieschen, Rucola und Senf als Gründüngung) nur alle vier Jahre auf dasselbe Beet setzen: Die Sporen halten sich viele Jahre im Boden.
- Saure Böden kalken, bei einem pH-Wert über 7 breitet sich die Krankheit kaum aus.
- Staunässe vermeiden und nur gesunde Jungpflanzen kaufen.
- Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Kohl gibt es einige.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Pflanzen samt Wurzeln herausnehmen und in den Hausmüll geben, nie auf den Kompost.
- Auf dem Beet mehrere Jahre keine Kohlgewächse anbauen.
Konventionell: Gegen Kohlhernie gibt es für den Haus- und Kleingarten keine Mittel. Fruchtfolge und Kalk sind die einzigen Wege.
ErdflöheSchädling
Bei trockenem Wetter an den Jungpflanzen. Feucht halten und abdecken.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Viele kleine, runde Löcher in den Blättern, wie mit Schrot beschossen. Bei Berührung springen 2 bis 3 mm kleine, schwarze oder gelb gestreifte Käfer weg. Keimlinge können ganz eingehen.
Wann: April bis Juni, bei trockenem, warmem Wetter
Vorbeugen
- Das Beet feucht halten: Erdflöhe mögen es trocken, bei feuchtem Boden bleiben sie weg.
- Den Boden zwischen den Reihen mulchen oder hacken.
- Ein feinmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Saat auflegen.
- Salat oder Spinat zwischen die Reihen säen, das hält den Boden beschattet und feucht.
Wenn der Befall schon da ist
- Beet morgens gründlich gießen und die Pflanzen mehrmals täglich leicht überbrausen.
- Gesteinsmehl oder Algenkalk morgens auf die taufeuchten Blätter stäuben, das stört die Käfer.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen beißende Insekten. Meist reicht es, die Keimlinge über die ersten zwei Wochen zu bringen, danach wachsen sie dem Fraß davon.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Tipps zum Anbau
- Direkt nach dem Pflanzen ein Kulturschutznetz auflegen, das hält Kohlweißling, Kohlfliege und Erdflöhe fern.
- Wenn sich der Kopf zeigt, einige große Blätter darüber knicken. So bleibt er weiß und fest.
- Jungpflanzen nicht zu lange im Topf lassen, ältere Pflanzen bilden oft nur Miniköpfe.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Erfurter Zwerg
- Alte, samenfeste Frühsorte mit kompakten Köpfen.
- Neckarperle
- Samenfeste, frühe Sorte mit weißen, festen Köpfen.
- Clapton F1
- Resistent gegen Kohlhernie, sinnvoll auf Böden, auf denen die Krankheit schon aufgetreten ist.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Blumenkohl zu tief setzen: Anders als Kopfkohl wird er ebenerdig gepflanzt, so tief wie er im Topf stand.
- Zu dicht pflanzen: Mehr als drei bis vier Pflanzen je m² bringen nur kleine Köpfe. 50 x 50 bis 50 x 60 cm Abstand einhalten.
- Herbstblumenkohl zu spät pflanzen: Nach Ende Juli reicht die Zeit bis zum Frost nicht mehr für feste Köpfe. Spätestens Ende Juli setzen.
Häufige Fragen zu Blumenkohl
Wie lange dauert es vom Pflanzen bis zur Ernte?
Frühe Sorten brauchen im Mittel 55 bis 70 Tage. Eine Pflanzung Ende März bringt so Köpfe ab Ende Mai, Herbstblumenkohl aus einer Pflanzung im Juli wird im Oktober und November geerntet.
Gibt es Blumenkohl in anderen Farben?
Ja, es gibt violette, grüne und orange Sorten, dazu den grünen Romanesco mit spitzen Türmchen. Farbige Sorten musst du nicht mit Blättern abdecken.
Wie lange ist Blumenkohl haltbar?
Im Kühlschrank bleibt ein frischer Kopf etwa eine Woche fest, mit einigen Hüllblättern trocknet er langsamer aus. Zum Einfrieren die Röschen kurz blanchieren.
Quellen zu Blumenkohl
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Anzucht ab Februar unter Glas; frühe Sorten mit 55 bis 70 Tagen Entwicklungszeit werden ab Ende März gepflanzt und ab Ende Mai bis Juni geerntet; Herbstblumenkohl wird im Juli gepflanzt (spätestens 31. Juli) und im Oktober und November geerntet. (Quelle: Sächsische Gartenakademie (LfULG): Anbau von Blumenkohl im Haus- und Kleingarten, gefunden am 30.09.2026)
- Pflanzabstand: Pflanzabstand 50 x 50 bis 50 x 60 cm, 3 bis höchstens 4 Pflanzen je m²; ebenerdig pflanzen; besonders wichtig ist eine gleichmäßige, ausreichende Wasserversorgung. (Quelle: Sächsische Gartenakademie (LfULG): Anbau von Blumenkohl im Haus- und Kleingarten, gefunden am 30.09.2026)
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