Brokkoli

Kohlgemüse · Schwierigkeit mittel

Brokkoli (Brassica oleracea var. italica)
Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Brassica oleracea var. italica · Kreuzblütler (Brassicaceae)

Brokkoli wächst schneller als die meisten anderen Kohlarten und ist etwa zwei bis drei Monate nach dem Pflanzen erntereif. Nach dem Hauptkopf bildet er oft noch viele kleine Seitentriebe. Vorgezogen wird Brokkoli im Mittel vom 8. Mär – 21. Jun. Ins Freie gepflanzt wird 12. Apr – 26. Jul. Geerntet werden kann 14. Jun – 25. Okt.

Standort
sonnig
Pflanzabstand
40 x 50 cm
Wuchshöhe
40 bis 80 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Starkzehrer

Gießen

Reichlich und gleichmäßig. Trockenheit lässt die Köpfe klein bleiben und schnell blühen.

Schlechte Nachbarn

Mehr über Brokkoli bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Vorziehen (drinnen)8. Mär – 21. Jun
Auspflanzen12. Apr – 26. Jul
Ernte14. Jun – 25. Okt
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 1. Apr und 22. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Die Jungpflanzen etwas tiefer setzen als im Topf und gut andrücken.
  • Ein- bis zweimal leicht anhäufeln, das gibt Halt.
  • Mulchen, damit der Boden gleichmäßig feucht bleibt.

Düngen

Bio: Beim Pflanzen etwa 4 Liter Kompost je m² und 60 g Hornspäne einarbeiten. Nach vier Wochen Brennnesseljauche.

Konventionell: Etwa 80 g Volldünger je m², geteilt: die Hälfte beim Pflanzen, den Rest nach vier Wochen.

Mehr und besser ernten

  • Den Hauptkopf ernten, solange die Knospen fest geschlossen und grün sind.
  • Danach die Pflanze stehen lassen, sie bildet noch wochenlang Seitentriebe.
  • Morgens ernten und schnell kühlen, Brokkoli welkt rasch.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Hitze
Bei Hitze über 25 °C gehen die Knospen schnell auf und der Kopf wird locker. Im Sommer schnell ernten, für den Herbst später pflanzen.
Trockenheit
Trockener Boden lässt die Köpfe klein bleiben. Gleichmäßig gießen und mulchen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • KohlweißlingSchädling

    Die Raupen verstecken sich gern im Kopf. Netz auflegen und die Blattunterseiten auf Eier absuchen.

    Schützende Nachbarn

    • Sellerie (Der Duft soll die Falter bei der Eiablage verwirren.)
    • Thymian (Der Duft soll die Falter bei der Eiablage stören.)
    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Weiße Schmetterlinge über dem Beet, gelbe Eier in Gruppen unter den Blättern, grün-gelb-schwarz gefleckte Raupen (Großer Kohlweißling) oder samtig grüne Raupen (Kleiner Kohlweißling). Große Löcher und Fraß bis auf die Blattrippen, grüner Kot zwischen den Blättern.

    Wann: Mai bis September, zwei bis drei Generationen im Jahr

    Vorbeugen

    • Kohl gleich nach dem Pflanzen mit einem Kulturschutznetz (Maschenweite höchstens 1,4 mm) abdecken und die Ränder mit Erde beschweren.
    • Ab Juni die Blattunterseiten jede Woche nach Eiern absuchen und sie abwischen.
    • Tomaten, Sellerie oder Salbei als Nachbarn sollen die Falter mit ihrem Duft verwirren, ein Netz ersetzen sie aber nicht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Raupen absammeln, bei kleinen Beeten reicht das meist.
    • Mittel mit Bacillus thuringiensis wirken nur auf Raupen, schonen Bienen und Nützlinge und sind im Bio-Anbau erlaubt. Spritzen, solange die Raupen klein sind.
    • Gelbe Kokons neben toten Raupen hängen lassen: Darin wachsen Schlupfwespen, die die nächste Generation befallen.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen fressende Insekten mit synthetischen Wirkstoffen. Sie treffen auch Nützlinge und Bienen, und Bacillus thuringiensis wirkt gegen Raupen ebenso gut.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen, Laufkäfer

  • KohlfliegeSchädling

    Besonders die frisch gepflanzten Setzlinge. Netz sofort nach dem Pflanzen auflegen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Junge Pflanzen welken bei Sonne, färben sich bläulich und bleiben stehen. Beim Herausziehen sieht man weiße, etwa 8 mm lange Maden und Fraßgänge an Wurzel und Stängelgrund. Bei Radieschen braune Gänge in der Knolle.

    Wann: Erste Generation Ende April bis Juni, weitere bis in den Spätsommer

    Vorbeugen

    • Direkt nach Saat oder Pflanzung ein Kulturschutznetz auflegen und die Ränder dicht mit Erde beschweren.
    • Kragen aus Pappe oder Filz (etwa 10 cm Durchmesser) eng um den Stängel von Jungpflanzen legen, dann können die Fliegen keine Eier an den Stängel legen.
    • Kohlgewächse nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Puppen überwintern im Boden.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Welke Pflanzen mit den Maden herausziehen und in den Hausmüll geben, nicht auf den Kompost.
    • Pflanzen, die sich noch halten, anhäufeln und gut gießen, dann bilden sie neue Wurzeln oberhalb der Fraßstellen.

    Konventionell: Gegen die Maden im Boden gibt es für den Haus- und Kleingarten kaum wirksame Mittel. Das Netz ist die sichere Lösung.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • ErdflöheSchädling

    Die Jungpflanzen bei trockenem Wetter feucht halten und abdecken.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Viele kleine, runde Löcher in den Blättern, wie mit Schrot beschossen. Bei Berührung springen 2 bis 3 mm kleine, schwarze oder gelb gestreifte Käfer weg. Keimlinge können ganz eingehen.

    Wann: April bis Juni, bei trockenem, warmem Wetter

    Vorbeugen

    • Das Beet feucht halten: Erdflöhe mögen es trocken, bei feuchtem Boden bleiben sie weg.
    • Den Boden zwischen den Reihen mulchen oder hacken.
    • Ein feinmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Saat auflegen.
    • Salat oder Spinat zwischen die Reihen säen, das hält den Boden beschattet und feucht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Beet morgens gründlich gießen und die Pflanzen mehrmals täglich leicht überbrausen.
    • Gesteinsmehl oder Algenkalk morgens auf die taufeuchten Blätter stäuben, das stört die Käfer.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen beißende Insekten. Meist reicht es, die Keimlinge über die ersten zwei Wochen zu bringen, danach wachsen sie dem Fraß davon.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • KohlhernieKrankheit

    Kohlhernie bleibt Jahre im Boden. Mindestens vier Jahre keine Kreuzblütler auf dasselbe Beet.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Die Pflanzen welken bei Sonne, erholen sich nachts und bleiben klein. An den Wurzeln dicke, knollige Wucherungen, die später faulen.

    Wann: Den ganzen Sommer, vor allem in sauren, nassen Böden

    Vorbeugen

    • Kohlgewächse (auch Radieschen, Rucola und Senf als Gründüngung) nur alle vier Jahre auf dasselbe Beet setzen: Die Sporen halten sich viele Jahre im Boden.
    • Saure Böden kalken, bei einem pH-Wert über 7 breitet sich die Krankheit kaum aus.
    • Staunässe vermeiden und nur gesunde Jungpflanzen kaufen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Kohl gibt es einige.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Pflanzen samt Wurzeln herausnehmen und in den Hausmüll geben, nie auf den Kompost.
    • Auf dem Beet mehrere Jahre keine Kohlgewächse anbauen.

    Konventionell: Gegen Kohlhernie gibt es für den Haus- und Kleingarten keine Mittel. Fruchtfolge und Kalk sind die einzigen Wege.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Direkt nach dem Pflanzen ein Kulturschutznetz auflegen, das hält Kohlweißling, Kohlfliege und Erdflöhe fern.
  2. Für eine Ernte im Herbst im Juni noch einmal vorziehen, im Herbst bleibt der Kopf fester.
  3. Nicht nach anderem Kohl, Radieschen oder Rucola pflanzen: So vermeidest du die Kohlhernie im Boden.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Calabrese
Samenfeste Sorte mit grünem Mittelkopf, die danach viele Seitentriebe bildet.
Purple Sprouting
Violetter Sprossenbrokkoli, der den Winter im Beet übersteht und im Frühjahr viele zarte Triebe bildet.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Den Hauptkopf mit dem ganzen Stängel tief abschneiden: Dann fehlen die Blattachseln, aus denen Seitentriebe wachsen. Den Kopf mit etwa 10 cm Stiel schräg abschneiden.
  • Zu alte Jungpflanzen setzen oder sie nach dem Pflanzen hungern lassen: Stress lässt Brokkoli früh winzige Köpfe bilden. Mit vier bis sechs Blättern pflanzen und gleich gut versorgen.
  • Brokkoli auf sauren Boden setzen: Dort breitet sich Kohlhernie besonders leicht aus. Den pH-Wert prüfen und saure Böden im Herbst vorher kalken.

Häufige Fragen zu Brokkoli

Kann man Brokkoliblätter und den Stiel essen?

Ja, der geschälte Stiel ist zart und schmeckt ähnlich wie Kohlrabi. Junge Blätter lassen sich wie Grünkohl dünsten.

Wie lange kann man Seitentriebe ernten?

Nach dem Hauptkopf wachsen meist noch mehrere Wochen kleinere Triebe nach, bei kühlem Wetter länger. Ernte sie, bevor sich die Knospen öffnen, dann bildet die Pflanze weiter neue.

Kann man Brokkoli einfrieren?

Ja, die Röschen zwei bis drei Minuten blanchieren, in Eiswasser abschrecken und gut abgetropft einfrieren. So bleiben Farbe und Biss erhalten.

Quellen zu Brokkoli

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

  • Termine: Brokkoli kann von März bis Ende Juli ins Freie gepflanzt werden; Herbstbrokkoli wird im Juni und Juli angebaut. (Quelle: Hortipendium: Brokkoli im Hausgarten, gefunden am 01.10.2026)

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