Feldsalat

Blattgemüse · Schwierigkeit leicht

Feldsalat (Valerianella locusta)
Foto: Kristian Peters -- Fabelfroh 12:15, 6 September 2006 (UTC), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Valerianella locusta · Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)

Feldsalat ist der Salat für Herbst und Winter. Er wird im Spätsommer gesät, verträgt starken Frost und liefert frische Blätter, wenn sonst im Beet kaum etwas wächst. Direkt ins Beet geht es 26. Jul – 20. Sep. Geerntet werden kann 20. Sep – 27. Dez.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
in Reihen, 10 bis 15 cm Abstand
Wuchshöhe
5 bis 15 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer

Gießen

Bis zum Keimen feucht halten, danach mäßig. Im Winter nur bei langer Trockenheit gießen.

Mehr über Feldsalat bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)26. Jul – 20. Sep
Ernte20. Sep – 27. Dez
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 15. Jul und 5. Aug ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Die Reihen in den ersten Wochen unkrautfrei halten.
  • Nach dem Keimen auf etwa 5 cm ausdünnen, wenn zu dicht gesät.
  • Bei Kahlfrost ein Vlies auflegen, unter Schnee überwintert er gut.

Düngen

Bio: Feldsalat braucht keinen Dünger. Die Reste der Vorkultur reichen aus.

Konventionell: Kein mineralischer Dünger nötig. Zu viel Stickstoff lagert Nitrat in den Blättern ein.

Mehr und besser ernten

  • Ganze Rosetten knapp über dem Boden abschneiden, dann treibt der Stumpf manchmal nach.
  • Großblättrige Sorten für die Herbsternte, kleinblättrige, winterfeste für die Ernte im Frühjahr wählen.
  • An frostfreien Tagen ernten, gefrorene Blätter werden matschig.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Hitze bei der Keimung
Über etwa 20 °C keimt Feldsalat schlecht. Im Hochsommer lieber bis Ende Juli warten oder halbschattig säen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • Falscher MehltauKrankheit

    Tritt im feuchten Herbst auf, erkennbar an gelben Flecken und grauem Belag auf der Unterseite. Nicht zu dicht säen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Gelbliche, eckige Flecken auf der Blattoberseite, die von den Blattadern begrenzt sind. Auf der Unterseite ein grauer bis violetter Pilzrasen. Die Blätter sterben ab. Anders als Echter Mehltau lässt er sich nicht abwischen.

    Wann: Frühjahr und Herbst oder in nassen Sommern, bei feuchtem, kühlem Wetter

    Vorbeugen

    • Morgens und nur an den Fuß gießen, damit die Blätter trocken bleiben.
    • Weit genug pflanzen und auf luftige Lage achten.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Salat, Spinat, Gurken und Basilikum gibt es welche.
    • Pflanzen der gleichen Art nicht jedes Jahr an dieselbe Stelle setzen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter oder ganze Pflanzen sofort entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Schachtelhalmbrühe vorbeugend spritzen, sie stärkt die Blätter. Gegen einen starken Befall hilft sie nicht.

    Konventionell: Es gibt wenige zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten. Sie wirken nur vorbeugend; bei Blattgemüse die Wartezeit beachten.

  • NacktschneckenSchädling

    Gefährdet sind vor allem die Keimlinge im Spätsommer. In feuchten Wochen die Reihen kontrollieren.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.

    Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen

    Vorbeugen

    • Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
    • Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
    • Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
    • Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
    • Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
    • Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
    • Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.

    Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Auf abgeerntete Beete säen, etwa nach Kartoffeln, Zwiebeln oder Bohnen. Den Boden nicht umgraben, sondern nur oberflächlich lockern und festtreten.
  2. Mehrere Saaten von Ende Juli bis Mitte September bringen Ernte von Oktober bis ins Frühjahr.
  3. In rauen Lagen im Winter ein Vlies auflegen, dann wächst er auch an milden Tagen weiter.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Dunkelgrüner Vollherziger
Klassische, samenfeste Sorte mit kompakten Rosetten, sehr winterhart.
Verte de Cambrai
Kleinblättrige, sehr winterharte Sorte für die Ernte im Winter und Frühjahr.
Vit
Gilt als wenig anfällig für Falschen Mehltau und eignet sich für die Ernte im Herbst.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Zu tief säen: Feldsalat gehört nur etwa 1 cm tief in die Erde. Tiefer gesät läuft er lückenhaft auf.
  • Erst im Oktober säen: Dann bleiben die Pflanzen bis zum Winter winzig. Für eine Ernte vor Weihnachten bis Ende August säen, spätere Saaten liefern vor allem im Frühjahr.
  • Das Vlies bei mildem Wetter liegen lassen: Darunter bleibt es feucht und warm, Falscher Mehltau breitet sich aus. Nur bei starkem Frost abdecken.

Häufige Fragen zu Feldsalat

Kann man Feldsalat auch im Frühjahr säen?

Ja, eine Saat im März oder April bringt nach sechs bis acht Wochen Ernte. Mit länger werdenden Tagen schießt er aber bald, darum nur kleine Mengen säen.

Wie wäscht man Feldsalat richtig?

Schwenk die Rosetten mehrmals in einer Schüssel mit kaltem Wasser, bis kein Sand mehr am Boden liegt. Knips die Wurzel erst danach ab, dann bleiben die Blätter zusammen.

Kann man blühenden Feldsalat noch essen?

Ja, im Frühjahr bildet er kleine hellblaue Blüten, die Blätter werden dann fester und etwas bitter. Lässt du einige Pflanzen blühen, sät er sich für den Herbst selbst aus.

Quellen zu Feldsalat

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

  • Termine: Für die Ernte im Herbst und Winter Ende Juli bis Mitte September säen; Saaten bis Mitte August sind meist noch im selben Jahr schnittreif. (Quelle: Hortipendium: Feldsalat im Hausgarten, gefunden am 01.10.2026)

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