Blaue Süßlupine

Gründüngung · Schwierigkeit leicht

Blaue Süßlupine (Lupinus angustifolius)
Foto: Luis Fernández García, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Lupinus angustifolius · Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Die Blaue Lupine ist eine Gründüngung für leichte, sandige Böden. Ihre Pfahlwurzel lockert den Boden tief, und mit Knöllchenbakterien sammelt sie Stickstoff für die nächste Kultur. Direkt ins Beet geht es 5. Apr – 2. Aug. Geerntet werden kann 7. Jun – 18. Okt.

Standort
sonnig
Pflanzabstand
breitwürfig oder in Reihen mit 15 bis 20 cm Abstand, etwa 15 bis 20 g Samen je m²
Wuchshöhe
50 bis 80 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Boden mindestens
5 °C

Gießen

Bis zum Keimen feucht halten, danach kaum. Die tiefe Pfahlwurzel holt sich das Wasser selbst.

Mehr über Blaue Süßlupine bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)5. Apr – 2. Aug
Einarbeiten7. Jun – 18. Okt
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 25. Mär und 15. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Anfangs Unkraut jäten, bis die Lupinen den Boden bedecken.
  • Nicht düngen und nicht kalken, beides schadet ihr.
  • Den Winter übersteht sie nicht, abgefrorene Reste im Frühjahr einarbeiten.

Düngen

Bio: Kein Dünger nötig. Die Lupine bindet mit ihren Knöllchenbakterien selbst Stickstoff.

Konventionell: Kein Dünger nötig, und keinen Kalk streuen.

Mehr und besser ernten

  • Wo noch nie Lupinen standen, hilft Saatgut, das mit passenden Knöllchenbakterien geimpft ist.
  • Nach Lupinen wachsen Kohl, Kürbis und andere Starkzehrer gut.
  • Nur alle vier bis fünf Jahre Lupinen auf dieselbe Fläche säen.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Kalk und Staunässe
Auf kalkhaltigen Böden bekommt die Lupine gelbe Blätter, auf nassen Böden faulen die Wurzeln. Nur auf leichte, eher saure Böden säen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • BlattrandkäferSchädling

    Fressen buchtige Löcher in die Blattränder junger Pflanzen. Kräftige Bestände wachsen meist darüber hinweg.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Gleichmäßige, halbrunde Fraßstellen am Rand der Blätter, wie ausgestanzt. Die graubraunen Käfer sind etwa 4 mm groß und lassen sich bei Störung fallen. Die Larven fressen im Boden an den Wurzelknöllchen.

    Wann: April bis Juni, vor allem bei warmem, trockenem Frühjahrswetter

    Vorbeugen

    • Erbsen und Bohnen nicht jedes Jahr auf dasselbe Beet setzen.
    • Früh säen und für zügiges Wachstum sorgen: Kräftige Pflanzen wachsen dem Fraß davon.
    • Den Boden feucht und gut versorgt halten.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Meist nicht nötig, ältere Pflanzen verkraften den Fraß.
    • Junge Saaten bei starkem Befall mit einem Kulturschutznetz abdecken.

    Konventionell: Für den Haus- und Kleingarten sind gegen Blattrandkäfer kaum Mittel zugelassen, und bei dem meist geringen Schaden lohnt es sich auch nicht.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • BlattläuseSchädling

    Die Lupinenblattlaus sitzt in dichten Kolonien an Triebspitzen und Blütenständen. Bei einer Gründüngung meist kein Grund zum Eingreifen, lieber früher abmähen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

  • NacktschneckenSchädling

    Fressen die jungen Keimlinge. In feuchten Wochen kontrollieren.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.

    Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen

    Vorbeugen

    • Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
    • Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
    • Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
    • Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
    • Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
    • Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
    • Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.

    Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • Anthraknose der LupineKrankheit

    Verdrehte, einknickende Stängel mit eingesunkenen braunen Flecken. Kommt meist mit dem Saatgut, darum nur gesundes Saatgut säen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Vor oder während der Blüte verdrehen sich die Stängel, Blattstiele knicken ab und die Blätter welken. An der Innenseite der Krümmung und später an den Hülsen sitzen eingesunkene Flecken mit braunem Rand, bei feuchtem Wetter mit orangefarbenen Sporenpolstern.

    Wann: Vor und während der Blüte, vor allem bei warmem, feuchtem Wetter

    Vorbeugen

    • Nur gesundes, zertifiziertes Saatgut säen. Der Pilz sitzt oft unsichtbar im Samen.
    • Keine eigenen Samen von befallenen Pflanzen nehmen.
    • Lupinen nicht jedes Jahr auf dasselbe Beet säen und Pflanzenreste nach dem Abmähen gut einarbeiten oder entfernen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Pflanzen früh herausziehen und in den Hausmüll geben.
    • Eine Gründüngung bei Befall einfach früher abmähen und einarbeiten.

    Konventionell: Für den Haus- und Kleingarten sind gegen die Anthraknose der Lupine keine Mittel zugelassen. Gesundes Saatgut ist der wichtigste Schutz.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Nützlinge, die Blaue Süßlupine anlockt

  • Hummeln

    Hummeln öffnen die Schmetterlingsblüten und sammeln dort Pollen.

    Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.

Tipps zum Anbau

  1. Etwa 3 bis 4 cm tief säen, die großen Samen brauchen Erde über sich.
  2. Gesät wird von April bis Anfang August. Leichte Nachtfröste verträgt sie.
  3. Zur Blüte abmähen und flach einarbeiten, bevor die Stängel hart werden.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Boregine
Verzweigte, ertragreiche Sorte der Blauen Süßlupine, die Unkraut gut unterdrückt.
Probor
Sorte der Blauen Süßlupine mit kleinen Körnern und hohem Eiweißgehalt, auch im Gartenhandel erhältlich.
Düngelupine (bitter)
Im Gartenhandel oft ohne Sortennamen; die bitteren Samen sind nicht essbar, zur Gründüngung aber gleich gut.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Lupinen auf kalkreichen Boden säen. Dort werden die Blätter gelb und die Pflanzen kümmern; auf solchen Böden Klee oder Phacelia nehmen.
  • Zu flach säen. Die großen Samen trocknen oben aus oder werden von Vögeln gefressen; 3 bis 4 cm tief säen.
  • Samen von Bitterlupinen oder Zierlupinen essen. Sie enthalten giftige Bitterstoffe; nur geprüfte Süßlupinen sind als Lebensmittel gedacht.

Häufige Fragen zu Blaue Süßlupine

Was ist der Unterschied zwischen Süßlupine und Bitterlupine?

Süßlupinen sind auf wenig Bitterstoffe gezüchtet, ihre Körner werden als Futter und Lebensmittel genutzt. Bitterlupinen enthalten giftige Alkaloide. Als Gründüngung wirken beide gleich.

Wie tief wurzeln Lupinen?

Die Pfahlwurzel kann bis etwa 1,5 m tief reichen. Sie lockert verdichtete Schichten und holt Nährstoffe aus der Tiefe nach oben.

Sind Gartenlupinen aus dem Staudenbeet auch eine Gründüngung?

Nein. Die Vielblättrige Lupine ist eine mehrjährige Zierstaude und giftig. Für die Gründüngung nimmt man einjährige Arten wie die Blaue Lupine.

Quellen zu Blaue Süßlupine

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

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