Radieschen

Wurzelgemüse · Schwierigkeit leicht

Radieschen (Raphanus sativus var. sativus)
Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Raphanus sativus var. sativus · Kreuzblütler (Brassicaceae)

Radieschen sind mit 4 bis 6 Wochen von der Saat bis zur Ernte die schnellste Kultur im Garten und eignen sich für Einsteiger. Direkt ins Beet geht es 15. Mär – 13. Sep. Geerntet werden kann 12. Apr – 18. Okt.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
3 x 10 cm
Wuchshöhe
10 bis 20 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Boden mindestens
5 °C

Gießen

Gleichmäßig feucht. Bei Trockenheit werden sie holzig, pelzig und sehr scharf.

Schlechte Nachbarn

  • Kohl (gleiche Schädlinge)
  • Rucola (gleiche Schädlinge)
  • Rettich (gleiche Schädlinge)
  • Gelbsenf (Kreuzblütler: gleiche Krankheiten wie Kohlhernie, Gelbsenf nicht als Gründüngung davor oder daneben)

Mehr über Radieschen bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)15. Mär – 13. Sep
Ernte12. Apr – 18. Okt
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 4. Mär und 25. Mär ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Zu dicht aufgegangene Saat auf 3 bis 5 cm ausdünnen, sonst bilden sich keine Knollen.
  • Die Oberfläche zwischen den Reihen locker halten, damit sie nicht verkrustet.
  • Gegen Erdflöhe hilft ein Vlies oder Kulturschutznetz direkt nach der Saat.

Düngen

Bio: Radieschen brauchen keinen Dünger. Auf einem Beet, das im Vorjahr Kompost bekommen hat, wachsen sie am besten.

Konventionell: Kein mineralischer Dünger nötig. Stickstoff führt nur zu viel Laub und kleinen Knollen.

Mehr und besser ernten

  • Rechtzeitig ernten, sobald die Knollen Murmelgröße erreichen, sonst werden sie pelzig.
  • Lieber kleine Mengen säen, dann kommt nichts auf einmal und nichts verdirbt.
  • Als Lückenfüller zwischen langsamen Kulturen wie Pastinaken nutzen, dann bringt dieselbe Fläche doppelt Ertrag.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Hitze und lange Tage
Im Hochsommer schießen Radieschen schnell in Blüte, die Knollen bleiben klein oder werden pelzig. Im Frühjahr und ab Mitte August säen oder im Sommer halbschattig stellen.
Trockenheit
Bei Trockenheit werden die Knollen scharf, holzig und platzen nach dem nächsten Regen. Die Reihen gleichmäßig feucht halten.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • ErdflöheSchädling

    Radieschen sind in trockenen Frühjahren oft die ersten Opfer, die Keimblätter sind schnell zerlöchert. Ein engmaschiges Netz oder Vlies direkt nach der Saat und feuchte Erde helfen am besten.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Viele kleine, runde Löcher in den Blättern, wie mit Schrot beschossen. Bei Berührung springen 2 bis 3 mm kleine, schwarze oder gelb gestreifte Käfer weg. Keimlinge können ganz eingehen.

    Wann: April bis Juni, bei trockenem, warmem Wetter

    Vorbeugen

    • Das Beet feucht halten: Erdflöhe mögen es trocken, bei feuchtem Boden bleiben sie weg.
    • Den Boden zwischen den Reihen mulchen oder hacken.
    • Ein feinmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Saat auflegen.
    • Salat oder Spinat zwischen die Reihen säen, das hält den Boden beschattet und feucht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Beet morgens gründlich gießen und die Pflanzen mehrmals täglich leicht überbrausen.
    • Gesteinsmehl oder Algenkalk morgens auf die taufeuchten Blätter stäuben, das stört die Käfer.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen beißende Insekten. Meist reicht es, die Keimlinge über die ersten zwei Wochen zu bringen, danach wachsen sie dem Fraß davon.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • KohlfliegeSchädling

    Die Maden fressen Gänge in die Knollen, die dann braun und bitter sind. Spätere Sätze sind stärker betroffen, ein Netz hält die Fliegen fern.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Junge Pflanzen welken bei Sonne, färben sich bläulich und bleiben stehen. Beim Herausziehen sieht man weiße, etwa 8 mm lange Maden und Fraßgänge an Wurzel und Stängelgrund. Bei Radieschen braune Gänge in der Knolle.

    Wann: Erste Generation Ende April bis Juni, weitere bis in den Spätsommer

    Vorbeugen

    • Direkt nach Saat oder Pflanzung ein Kulturschutznetz auflegen und die Ränder dicht mit Erde beschweren.
    • Kragen aus Pappe oder Filz (etwa 10 cm Durchmesser) eng um den Stängel von Jungpflanzen legen, dann können die Fliegen keine Eier an den Stängel legen.
    • Kohlgewächse nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Puppen überwintern im Boden.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Welke Pflanzen mit den Maden herausziehen und in den Hausmüll geben, nicht auf den Kompost.
    • Pflanzen, die sich noch halten, anhäufeln und gut gießen, dann bilden sie neue Wurzeln oberhalb der Fraßstellen.

    Konventionell: Gegen die Maden im Boden gibt es für den Haus- und Kleingarten kaum wirksame Mittel. Das Netz ist die sichere Lösung.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Alle 2 bis 3 Wochen nachsäen, dann gibt es durchgehend frische Knollen.
  2. Im Hochsommer nicht säen, Hitze und Trockenheit machen sie holzig und scharf.
  3. Gleichmäßig gießen, sonst platzen die Knollen.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Saxa
Schnelle, runde rote Sorte für die Saat im Frühjahr und Herbst.
Cherry Belle
Rasch wachsende, runde rote Knollen, auch für die Saat im Sommer empfohlen.
Eiszapfen
Lange weiße Wurzeln, die im Sommer nicht so schnell pelzig werden.
Riesenbutter
Große rote Knollen, die länger zart bleiben als kleine Sorten.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Zu tief säen: Radieschen gehören nur etwa 1 cm tief in die Erde. Tiefer gesät bilden sie längliche, unförmige Knollen.
  • Im Sommer Frühjahrssorten säen: Sie schießen bei Hitze und langen Tagen. Ab Ende Mai lieber Sommersorten wie 'Eiszapfen' oder 'Cherry Belle' nehmen.
  • Radieschen auf ein Beet säen, auf dem gerade Kohl oder Rucola stand: Kohlhernie und Kohlfliege bleiben im Boden. In der Fruchtfolge zählen Radieschen zu den Kreuzblütlern.
  • Radieschen auf der Fensterbank ziehen: Drinnen fehlt Licht, die Pflanzen werden lang und dünn und bilden kaum Knollen. Säe lieber direkt ins Beet oder in einen Kasten draußen.

Häufige Fragen zu Radieschen

Kann man Radieschenblätter essen?

Ja, die jungen Blätter schmecken leicht scharf und passen in Salat, Pesto oder Suppe. Nimm frische, zarte Blätter, ältere werden rau und haarig.

Kann man Radieschen im Balkonkasten ziehen?

Ja, ein Kasten mit etwa 15 cm Erde reicht. Säe mit 3 bis 4 cm Abstand und stell ihn hell, im Sommer aber nicht in die pralle Mittagssonne. Im Kasten trocknet die Erde schnell aus, darum täglich prüfen.

Wie lange sind Radieschen haltbar?

Ohne Laub halten sie im Gemüsefach in einer Dose oder einem feuchten Tuch etwa eine Woche. Mit Blättern werden sie schneller weich, weil das Laub Wasser verdunstet. Dreh die Blätter darum gleich nach der Ernte ab.

Kann man Radieschen auch im Winter ernten?

Im Freiland wachsen sie von November bis Februar kaum. In einem ungeheizten Gewächshaus oder Frühbeet kannst du aber schon ab Mitte Februar säen und im Herbst länger ernten.

Quellen zu Radieschen

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

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