Kerbel

Kräuter · Schwierigkeit leicht

Kerbel (Anthriscus cerefolium)
Foto: Derzsi Elekes Andor, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Anthriscus cerefolium · Doldenblütler (Apiaceae)

Kerbel ist ein schnelles, einjähriges Kraut mit feinem Anisaroma. Er mag es kühl und wächst am besten im Frühjahr und Herbst. Direkt ins Beet geht es 29. Mär – 31. Mai. Geerntet werden kann 10. Mai – 26. Jul. Säen (Herbst): 2. Aug – 6. Sep. Ernte (Herbst): 13. Sep – 1. Nov.

Standort
halbschattig
Pflanzabstand
in Reihen, 20 cm Abstand
Wuchshöhe
30 bis 60 cm (blühend)
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Boden mindestens
5 °C

Gießen

Gleichmäßig feucht halten. Trockenheit lässt ihn schnell blühen.

Mehr über Kerbel bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Säen (Frühjahr)29. Mär – 31. Mai
Ernte (Frühjahr)10. Mai – 26. Jul
Säen (Herbst)2. Aug – 6. Sep
Ernte (Herbst)13. Sep – 1. Nov
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 18. Mär und 8. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Zu dicht aufgegangene Saat auf etwa 5 cm ausdünnen.
  • Alle drei bis vier Wochen eine kleine Reihe nachsäen.
  • Die Reihen unkrautfrei halten, die Keimlinge sind klein.

Düngen

Bio: Kerbel braucht keinen Dünger. Ein Beet, das im Vorjahr Kompost bekommen hat, reicht aus.

Konventionell: Kein mineralischer Dünger nötig.

Mehr und besser ernten

  • Etwa sechs Wochen nach der Saat die ersten Blätter schneiden, die Pflanze treibt nach.
  • Frisch verwenden, getrocknet verliert Kerbel fast sein ganzes Aroma.
  • Im Herbst gesät gibt es im Frühjahr als erstes frisches Grün.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Hitze und Trockenheit
Bei Hitze schießt Kerbel innerhalb weniger Tage in die Blüte. Halbschattig säen und feucht halten.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • BlattläuseSchädling

    Blattläuse sitzen gern an den jungen Trieben. Befallene Pflanzen ernten, bevor es viele werden.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

  • NacktschneckenSchädling

    Die zarten Keimlinge sind bei Schnecken beliebt. In feuchten Frühjahren die Reihen schützen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.

    Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen

    Vorbeugen

    • Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
    • Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
    • Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
    • Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
    • Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
    • Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
    • Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.

    Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Direkt säen und nicht umpflanzen. Die Samen nur dünn mit Erde bedecken, Kerbel keimt im Licht.
  2. Im Frühjahr und ab August säen. Im Hochsommer blüht er zu schnell.
  3. Er wird oft zwischen Salat gesät, wo er Platz ausnutzt und Blattläuse ablenken soll.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Einfacher
Glattblättriger Kerbel mit feinem Anisaroma, die übliche Sorte für Küche und Suppe.
Krausblättriger
Kerbel mit gekrausten Blättern, dekorativ zum Garnieren.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Kerbel im Hochsommer in die Sonne säen. Er blüht dann in wenigen Tagen; säe im Frühjahr und ab August und im Sommer halbschattig.
  • Die Samen tief eingraben. Kerbel keimt im Licht; bedecke sie nur dünn.
  • Kerbel trocknen, um ihn aufzubewahren. Er verliert dabei fast das ganze Aroma; verwende ihn frisch oder friere ihn ein.
  • Jungpflanzen umsetzen. Kerbel verträgt das schlecht; säe ihn direkt an Ort und Stelle.

Häufige Fragen zu Kerbel

Wofür verwendet man Kerbel?

Kerbel gehört zur Frankfurter Grünen Soße und passt zu Eiern, Kartoffeln, Fisch und Frühlingssuppen. Gib ihn erst zum Schluss dazu, beim Kochen verliert er sein Aroma.

Kann man Kerbel mit Wiesenkerbel verwechseln?

Ja, und auch mit giftigen Doldenblütlern wie dem Gefleckten Schierling. Sammle Kerbel deshalb nicht wild, sondern ernte nur aus eigener Saat.

Ist Kerbel winterhart?

Kerbel verträgt Kälte gut. Im Spätsommer gesät übersteht er oft milde Winter und liefert im zeitigen Frühjahr das erste Grün.

Kann man Kerbel im Topf ziehen?

Ja, auf einer halbschattigen Fensterbank oder dem Balkon gelingt er gut. Säe ihn direkt in den Topf und ernte laufend, bevor er blüht.

Quellen zu Kerbel

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

  • Termine: Kerbel ist nicht kälteempfindlich und kann je nach Region ab Mitte März gesät werden. Frühe Saaten bringen mehr Blattmasse, weil die Blüte erst bei langen Tagen einsetzt. Satzweise Aussaat von März bis August etwa alle 14 Tage. (Quelle: Hortipendium: Kerbel Erwerbsanbau, gefunden am 30.09.2026)

Weitere Pflanzen

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