Sellerie

Steckbrief
Apium graveolens var. rapaceum · Doldenblütler (Apiaceae)
Knollensellerie braucht eine lange Anzucht und viel Wärme. Bei Kälte unter 10 °C schießen die Jungpflanzen, statt Knollen zu bilden. Vorgezogen wird Sellerie im Mittel vom 8. Feb – 8. Mär. Ins Freie gepflanzt wird erst 10.–31. Mai. Geerntet werden kann 6. Sep – 1. Nov.
- Standort
- sonnig
- Pflanzabstand
- 40 x 50 cm
- Wuchshöhe
- 40 bis 60 cm
- Frost
- empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Starkzehrer
- Boden mindestens
- 12 °C
Gießen
Reichlich und gleichmäßig. Sellerie braucht viel Wasser, vor allem im Spätsommer.
Mehr über Sellerie bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.
- Jungpflanze wächst drinnen
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 29. Apr und 20. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Regelmäßig flach hacken, aber nicht tief, die Wurzeln liegen nah an der Oberfläche.
- Den Boden mulchen, damit er im Sommer nicht austrocknet.
- Nicht anhäufeln, die Knolle soll frei stehen, sonst bildet sie viele Seitenwurzeln.
Düngen
Bio: Zum Pflanzen etwa 5 Liter reifen Kompost und etwa 80 g Hornspäne je m² geben. Von Juli bis Ende August alle zwei Wochen mit Beinwelljauche (1 zu 10) nachdüngen, das Kalium fördert die Knolle.
Konventionell: Gemüsedünger nach Packungsangabe, grob etwa 80 g je m², verteilt auf drei Gaben bis Ende August. Ein kaliumbetonter Dünger ist günstig.
Mehr und besser ernten
- Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen setzen, Kälte lässt Sellerie schießen.
- Möglichst spät im Herbst ernten, im September und Oktober legt die Knolle am meisten zu.
- Einige Blätter kannst du laufend für die Küche nehmen, aber nie mehr als ein Drittel.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Kälte bei Jungpflanzen
- Stehen die Jungpflanzen längere Zeit zu kühl, schießen sie später in Blüte und bilden keine Knolle. Warm vorziehen und erst nach den Eisheiligen auspflanzen.
- Bormangel
- Bei Bormangel reißen die Blattstiele quer ein und die Knolle wird innen braun und hohl. Reifer Kompost und gleichmäßige Feuchte beugen vor, trockene, überkalkte Böden fördern den Mangel.
- Trockenheit
- Sellerie wurzelt flach und bildet bei Trockenheit nur kleine Knollen. Im Sommer regelmäßig gießen und mulchen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
BlattfleckenkrankheitKrankheit
An Sellerie ist die Blattfleckenkrankheit häufig und kann über Saatgut übertragen werden. Gesundes Saatgut verwenden, nicht über die Blätter gießen und befallene Blätter entfernen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Runde, braune bis graue Flecken mit dunklem oder rötlichem Rand, oft mit winzigen schwarzen Punkten darin. Die Flecken fließen zusammen, die Blätter vertrocknen von außen nach innen.
Wann: Juli bis September, bei warmem, feuchtem Wetter
Vorbeugen
- Nicht über die Blätter gießen und weit genug pflanzen.
- Dieselbe Pflanzenart erst nach drei bis vier Jahren wieder auf dasselbe Beet setzen.
- Pflanzenreste nach der Ernte abräumen, der Pilz überwintert darauf.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
- Schachtelhalmbrühe vorbeugend spritzen, um die Blätter zu stärken.
Konventionell: Es gibt wenige zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten, sie wirken nur vorbeugend. Bei Blattgemüse die Wartezeit beachten.
SelleriefliegeSchädling
Die Minen erscheinen ab Mai an den Blättern und schwächen die Pflanze, bei starkem Befall bleibt die Knolle klein. Befallene Blätter früh entfernen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Erst schmale, dann breite, helle Flecken in den Blättern, die später braun werden. Gegen das Licht sieht man die Maden.
Wann: Mai bis Juni und August
Vorbeugen
- Ein Kulturschutznetz auflegen, das auch gegen die Möhrenfliege hilft.
- Sellerie nicht neben Pastinaken und nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter früh abzupfen und in den Hausmüll geben.
- Die Pflanzen gut versorgen: Gesunder Sellerie treibt neue Blätter nach, der Schaden bleibt meist gering.
Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel.
Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen
MöhrenfliegeSchädling
Die Maden fressen auch an Sellerieknollen, vor allem im Spätsommer. Nicht in der Nähe von Möhren ohne Netz pflanzen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Das Laub färbt sich rötlich, die Pflanzen kümmern. In der Wurzel rostbraune, verzweigte Gänge dicht unter der Haut, darin gelblich weiße Maden. Die Rüben schmecken bitter und faulen im Lager.
Wann: Erste Generation Mai bis Juni, zweite August bis September
Vorbeugen
- Direkt nach der Saat ein Kulturschutznetz (höchstens 1,4 mm Maschen) auflegen und bis zur Ernte liegen lassen.
- Einen luftigen, windigen Platz wählen: Die Fliegen fliegen tief und meiden offene Lagen.
- Nicht zu dicht säen, damit das Ausdünnen entfällt. Der Duft zerdrückter Möhrenblätter lockt die Fliegen an.
- Zwiebeln oder Lauch in Reihen dazwischen sollen die Fliegen mit ihrem Geruch verwirren. Das hilft etwas, ersetzt das Netz aber nicht.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Rüben früh ernten und die beschädigten Teile großzügig wegschneiden.
- Befallene Rüben nicht im Beet lassen und nicht einlagern, sonst überwintern die Puppen.
Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel. Das Netz ist die wirksamste Lösung.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
NacktschneckenSchädling
Frisch gesetzte Jungpflanzen sind in den ersten Wochen gefährdet. Abends kontrollieren, bis die Pflanzen kräftig angewachsen sind.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Tipps zum Anbau
- Schon im Februar drinnen vorziehen, die Samen keimen im Licht und brauchen etwa 20 °C.
- Flach pflanzen, die Knolle soll zur Hälfte aus der Erde schauen.
- Ab August Seitenwurzeln und untere Blätter entfernen, dann wird die Knolle größer.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Prager Riesen
- Alte, samenfeste Sorte mit großen, runden Knollen.
- Monarch
- Glatte Knollen mit wenig Seitenwurzeln und hellem Fleisch, die sich leicht putzen lassen.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Die Samen mit Erde bedecken: Sellerie keimt nur im Licht. Die Samen nur andrücken und die Schale mit einer Haube feucht halten.
- Die Sämlinge zu lange in der Saatschale lassen: Die Wurzeln verfilzen und die Pflanzen stocken. Nach drei bis vier Wochen einzeln in Töpfe pikieren.
- Die Knollen nach strengem Frost noch im Beet lassen: Leichte Fröste schaden nicht, starke machen die Knolle glasig und nicht lagerfähig. Vor strengem Frost ernten.
Häufige Fragen zu Sellerie
Wie lange dauert es von der Aussaat bis zur Ernte?
Rund sieben Monate: Aussaat im Februar, Ernte ab September. Wer die lange Anzucht scheut, kauft im Mai kräftige Jungpflanzen.
Wie lagert man Knollensellerie?
Kapp das Laub bis auf die Herzblätter und schneide die Wurzeln grob ab, ohne die Knolle zu verletzen. In feuchtem Sand im kühlen Keller halten die Knollen bis ins Frühjahr. Alternativ in Würfeln einfrieren.
Kann man Sellerie im Topf ziehen?
Knollensellerie braucht einen großen Kübel mit mindestens 20 Litern Erde und sehr viel Wasser. Einfacher ist Schnittsellerie, von dem du laufend Blätter erntest.
Quellen zu Sellerie
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Vorkultur der Jungpflanzen unter Glas, warm (nicht unter 16 °C); geerntet wird, wenn die äußeren Blätter gelb werden, meist Mitte bis Ende Oktober. (Quelle: Hortipendium: Knollensellerie und Bundsellerie Erwerbsanbau, gefunden am 01.10.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Sellerie
Hülsenfrüchte
Knollengemüse
Stielgemüse
Kräuter
Blumen