Gelbsenf

Gründüngung · Schwierigkeit leicht

Gelbsenf (Sinapis alba)
Foto: Ariel Palmon, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Sinapis alba · Kreuzblütler (Brassicaceae)

Gelbsenf ist die schnellste Gründüngung: Er keimt in wenigen Tagen und bedeckt ein leeres Beet nach drei bis fünf Wochen. Er ist aber ein Kreuzblütler wie Kohl und Radieschen und kann deshalb die Kohlhernie im Boden halten. Direkt ins Beet geht es 12. Apr – 6. Sep. Geerntet werden kann 31. Mai – 15. Nov.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
breitwürfig, etwa 5 g Samen je m²
Wuchshöhe
60 bis 120 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Schwachzehrer
Boden mindestens
5 °C

Gießen

Bis zum Keimen feucht halten, danach nur bei langer Trockenheit gießen.

Schlechte Nachbarn

  • Kohl (Kreuzblütler, gemeinsame Krankheiten wie Kohlhernie)
  • Kohlrabi (Kreuzblütler, gemeinsame Krankheiten wie Kohlhernie)
  • Radieschen (Kreuzblütler, gemeinsame Krankheiten wie Kohlhernie)

Mehr über Gelbsenf bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)12. Apr – 6. Sep
Einarbeiten31. Mai – 15. Nov
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 1. Apr und 22. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Nach dem Keimen ist kaum Pflege nötig, der dichte Bestand unterdrückt Unkraut.
  • Beginnt die Blüte, abmähen oder abhacken und oberflächlich einarbeiten oder liegen lassen.
  • Abgefrorene Pflanzen im Frühjahr flach einarbeiten, etwa zwei bis drei Wochen vor der nächsten Saat.

Düngen

Bio: Gelbsenf braucht keinen Dünger. Er nimmt die Reste der Vorkultur auf und hält sie über den Winter fest.

Konventionell: Kein Dünger nötig.

Mehr und besser ernten

  • Dicht säen, dann schließt sich der Bestand schnell und lässt Unkraut keine Chance.
  • Nicht zu spät säen: Nach Mitte September wird er vor dem Winter kaum noch groß.
  • Im Frühjahr nur flach einarbeiten, damit das Bodenleben die Blätter schnell zersetzt.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Beete mit Kohlhernie
Auf Beeten, auf denen schon einmal Kohlhernie war, vermehrt Gelbsenf den Erreger weiter. Dort eine Gründüngung aus einer anderen Familie säen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • KohlhernieKrankheit

    Gelbsenf ist selbst anfällig und hält den Erreger im Boden. Kranke Pflanzen welken bei Wärme und haben knollig verdickte Wurzeln. Nie vor oder nach Kohl, Radieschen oder Rettich säen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Die Pflanzen welken bei Sonne, erholen sich nachts und bleiben klein. An den Wurzeln dicke, knollige Wucherungen, die später faulen.

    Wann: Den ganzen Sommer, vor allem in sauren, nassen Böden

    Vorbeugen

    • Kohlgewächse (auch Radieschen, Rucola und Senf als Gründüngung) nur alle vier Jahre auf dasselbe Beet setzen: Die Sporen halten sich viele Jahre im Boden.
    • Saure Böden kalken, bei einem pH-Wert über 7 breitet sich die Krankheit kaum aus.
    • Staunässe vermeiden und nur gesunde Jungpflanzen kaufen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Kohl gibt es einige.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Pflanzen samt Wurzeln herausnehmen und in den Hausmüll geben, nie auf den Kompost.
    • Auf dem Beet mehrere Jahre keine Kohlgewächse anbauen.

    Konventionell: Gegen Kohlhernie gibt es für den Haus- und Kleingarten keine Mittel. Fruchtfolge und Kalk sind die einzigen Wege.

  • ErdflöheSchädling

    Bei trockenem Wetter im Spätsommer löchern sie die Keimblätter. Feucht halten, dann wächst der Senf meist davon.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Viele kleine, runde Löcher in den Blättern, wie mit Schrot beschossen. Bei Berührung springen 2 bis 3 mm kleine, schwarze oder gelb gestreifte Käfer weg. Keimlinge können ganz eingehen.

    Wann: April bis Juni, bei trockenem, warmem Wetter

    Vorbeugen

    • Das Beet feucht halten: Erdflöhe mögen es trocken, bei feuchtem Boden bleiben sie weg.
    • Den Boden zwischen den Reihen mulchen oder hacken.
    • Ein feinmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Saat auflegen.
    • Salat oder Spinat zwischen die Reihen säen, das hält den Boden beschattet und feucht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Beet morgens gründlich gießen und die Pflanzen mehrmals täglich leicht überbrausen.
    • Gesteinsmehl oder Algenkalk morgens auf die taufeuchten Blätter stäuben, das stört die Käfer.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen beißende Insekten. Meist reicht es, die Keimlinge über die ersten zwei Wochen zu bringen, danach wachsen sie dem Fraß davon.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Nur säen, wo in den nächsten vier Jahren kein Kohl, keine Radieschen und kein Rettich stehen sollen. Hatte das Beet schon einmal Kohlhernie, Gelbsenf dort ganz weglassen.
  2. Etwa 1 bis 2 cm tief einharken und leicht andrücken. Gesät wird von April bis Anfang September, am häufigsten nach der Ernte im Spätsommer.
  3. Vor der Samenreife abmähen, sonst samt er sich aus. Im Winter friert er ab und bleibt als Mulch liegen.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Gelbsenf ohne Sortenangabe
Im Gartenhandel meist ohne Sortennamen verkauft und für eine Gründüngung völlig ausreichend.
Nematodenresistente Sorten (z. B. Accent)
Aus dem Ackerbau, vermindern Rübenzystennematoden im Boden; im Garten nur nötig, wenn Nematoden ein Problem sind.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Gelbsenf vor oder nach Kohl säen. Er ist mit Kohl verwandt und kann die Kohlhernie im Boden halten; wähle vor Kohl lieber Phacelia, Buchweizen oder Klee.
  • Den Senf aussamen lassen. Dann keimt er im nächsten Jahr überall im Beet; rechtzeitig zur Blüte abmähen.
  • Zu dünn säen. Lückige Bestände verunkrauten; etwa 5 g Samen je m² ist richtig.
  • Große Mengen frischer Pflanzen tief umgraben. Die Masse fault dann im Boden; lieber abmähen, antrocknen lassen und flach einarbeiten.

Häufige Fragen zu Gelbsenf

Kann man Gelbsenf vor Kohl säen?

Besser nicht. Gelbsenf und Kohl sind Kreuzblütler und haben dieselben Krankheiten, vor allem die Kohlhernie. Zwischen Kreuzblütlern auf derselben Fläche sollten mindestens vier Jahre liegen.

Muss man Gelbsenf im Herbst umgraben?

Nein. Er friert bei stärkerem Frost ab und schützt den Boden über den Winter als Mulchdecke. Im Frühjahr die Reste flach einarbeiten.

Kann man Gelbsenf essen?

Junge Blätter und Keimlinge schmecken scharf und lassen sich wie Kresse verwenden. Aus den Samen wird Senf hergestellt. Saatgut für die Gründüngung ist aber nicht als Lebensmittel gedacht.

Wie lange braucht Gelbsenf bis zur Blüte?

Im Sommer blüht er oft schon fünf bis sechs Wochen nach der Saat. Im Spätsommer gesät, blüht er im Herbst, wenn es lange mild bleibt.

Quellen zu Gelbsenf

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

  • Termine: Wer bis Anfang September sät, kann in einem langen, milden Herbst noch die Blüte von Gelbsenf, Phacelia und Ringelblume sehen. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Gartentipp Gründüngung als Nachkultur, gefunden am 30.09.2026)
  • Schädlinge und Krankheiten: Kohlhernie ist eine typische Fruchtfolgekrankheit an den Wurzeln von Kreuzblütlern und schadet im Hausgarten vor allem an Kohl, Radies und Rettich. (Quelle: Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Kohlhernie, gefunden am 30.09.2026)
  • Schädlinge und Krankheiten: Wo Kohl in der Fruchtfolge steht, keine Kreuzblütler wie Senf oder Ölrettich als Gründüngung säen; zwischen Kreuzblütlern mindestens vier Jahre Anbaupause gegen Kohlhernie. (Quelle: Hortipendium: Grünkohl Boden und Düngung, gefunden am 30.09.2026)

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