Paprika

Steckbrief
Capsicum annuum · Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Paprika braucht eine lange Wachstumszeit und Wärme. Ohne frühes Vorziehen reifen die Früchte in kühlen Regionen kaum aus. Vorgezogen wird Paprika im Mittel vom 1.–22. Feb. Ins Freie gepflanzt wird erst 10.–24. Mai. Geerntet werden kann 26. Jul – 4. Okt.
- Standort
- vollsonnig, warm
- Pflanzabstand
- 40 x 50 cm
- Wuchshöhe
- 40 bis 80 cm
- Frost
- empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Starkzehrer
- Boden mindestens
- 15 °C
Gießen
Mäßig und gleichmäßig. Staunässe vermeiden, zwischendurch die obere Erde antrocknen lassen.
Mehr über Paprika bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.
- Jungpflanze wächst drinnen
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 29. Apr und 20. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Höhere Pflanzen an einen Stab binden, voll behangene Triebe brechen leicht.
- Den Boden mulchen, sobald er warm ist, das hält die Feuchtigkeit gleichmäßig.
- Im Kübel für ein großes Gefäß mit mindestens 10 Litern Erde sorgen, kleine Töpfe trocknen zu schnell aus.
Düngen
Bio: Beim Pflanzen etwa 3 Liter Kompost und etwa 50 g Hornspäne je m² einarbeiten. Ab der Blüte alle zwei Wochen mit verdünnter Beinwelljauche (1 zu 10) gießen.
Konventionell: Tomaten- oder Gemüsedünger nach Packungsangabe, in kleinen Gaben alle zwei bis drei Wochen von Juni bis August. Zu viel Stickstoff bringt viele Blätter und wenig Früchte.
Mehr und besser ernten
- Die ersten Früchte grün ernten, dann setzt die Pflanze mehr neue an.
- Sehr voll behangene Pflanzen ausdünnen, dann werden die restlichen Früchte größer und reifen sicher aus.
- Für kühle Lagen früh reifende, kleinfrüchtige Sorten wählen.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Kälte
- Unter kühlen Bedingungen wächst Paprika kaum weiter, wirft Blüten ab und die Früchte reifen nicht aus. Erst in warmen Boden pflanzen und einen geschützten, sonnigen Platz wählen.
- Ungleichmäßiges Gießen
- Wechseln Trockenheit und Nässe, bekommen die Früchte an der Spitze eingesunkene, braune Stellen (Blütenendfäule). Gleichmäßig feucht halten, besonders im Kübel.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
BlattläuseSchädling
Sitzen gern an den Triebspitzen und in den Blütenknospen, besonders bei jungen Pflanzen auf der Fensterbank und kurz nach dem Auspflanzen. Pflanzen vor dem Auspflanzen gründlich ansehen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
SpinnmilbenSchädling
Treten vor allem an heißen, trockenen Standorten auf, also genau dort, wo Paprika gern steht: vor Südwänden, unter Dachvorsprüngen und im Gewächshaus. Dort regelmäßig die Blattunterseiten prüfen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, später werden die Blätter gelb bis silbrig und fallen ab. Auf der Unterseite feine Gespinste und winzige, rötliche oder gelbliche Punkte, die sich bewegen.
Wann: Juni bis August, bei heißem, trockenem Wetter, im Gewächshaus und unter Dachvorsprüngen
Vorbeugen
- Für feuchte Luft sorgen: Im Gewächshaus die Wege nass halten, bei Hitze die Blätter morgens überbrausen.
- Pflanzen nicht an heiße, trockene Hauswände stellen, ohne sie regelmäßig zu übersprühen.
- Im Gewächshaus früh Raubmilben ausbringen, wenn es jedes Jahr Befall gab.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter entfernen und die Blattunterseiten mehrmals kräftig mit Wasser abbrausen.
- Raubmilben oder Florfliegenlarven kaufen und aussetzen, besonders im Gewächshaus.
- Zugelassene Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife auf die Blattunterseiten spritzen, mehrmals im Abstand von einer Woche.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen Spinnmilben. Sie töten auch Raubmilben, danach kommen die Spinnmilben oft stärker zurück.
Natürliche Gegenspieler: Raubmilben, Florfliegen, Marienkäfer, Blumenwanzen, Ohrwürmer
NacktschneckenSchädling
Gefährlich sind sie vor allem für frisch gepflanzte Jungpflanzen, die sie über Nacht abfressen können. Später fressen sie gelegentlich an reifenden Früchten, die tief hängen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Nützlinge, die Paprika anlockt
Paprika bestäubt sich zwar selbst, doch Hummeln schütteln den Pollen durch Vibrieren aus den Blüten. Dadurch setzen mehr und gleichmäßiger geformte Früchte an.
Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.
Tipps zum Anbau
- Sehr früh vorziehen (ab Februar) und hell sowie warm halten, Keimtemperatur 24 bis 28 °C.
- In kühleren Regionen lohnt sich ein Platz im Gewächshaus oder an einer Südwand.
- Die erste Königsblüte ausbrechen, damit die Pflanze buschiger wächst.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Pusztagold
- Samenfester, gelber Spitzpaprika, der vergleichsweise früh reift.
- Sweet Chocolate
- Samenfeste Sorte mit braunen Früchten, die früh reift und sich für kühlere Lagen eignet.
- Yolo Wonder
- Klassische, samenfeste Blockpaprika mit dickem Fruchtfleisch für einen warmen Platz.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Sämlinge nach dem Keimen zu warm und zu dunkel stehen lassen: Sie werden lang und weich. Nach der Keimung etwas kühler bei etwa 20 °C und so hell wie möglich stellen.
- Früchte abreißen: Die Triebe brechen dabei leicht mit ab. Paprika immer mit Schere oder Messer abschneiden.
- Paprika nach Tomaten, Kartoffeln oder Auberginen pflanzen: Diese Nachtschattengewächse teilen sich Krankheiten. Sie im Wechsel mit anderen Gemüsearten anbauen.
- Samen aus gekauften Früchten nehmen: Paprika aus dem Laden stammen fast immer von F1-Sorten für das Gewächshaus. Für den Garten Saatgut samenfester Sorten kaufen.
Häufige Fragen zu Paprika
Warum werden meine Paprika nicht rot?
Grüne Paprika sind unreif, Rot, Gelb oder Orange ist die Reifefarbe. Bis zur Ausfärbung vergehen oft noch einige Wochen, in kühlen Sommern reicht die Zeit manchmal nicht. Grüne Früchte kannst du trotzdem essen, sie schmecken nur herber.
Kann man Paprika überwintern?
Ja, Paprika ist eigentlich mehrjährig. Im Herbst die Pflanze zurückschneiden, in einen Topf setzen und hell bei etwa 10 bis 15 °C mit wenig Wasser überwintern. Im Frühjahr treibt sie neu aus und trägt früher.
Werden Paprika scharf, wenn Chili daneben wächst?
Nein, die Früchte selbst ändern ihren Geschmack nicht. Nur die Samen darin können gekreuzt sein, Pflanzen daraus bringen dann womöglich scharfe Früchte. Wer Samen gewinnen will, pflanzt Paprika und Chili deshalb weit auseinander.
Quellen zu Paprika
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Paprika hat eine lange Anzuchtzeit und wird schon im Februar gesät, dann gibt es bis Mai kräftige Jungpflanzen für Beet oder Kübel. Keimtemperatur 25 °C, danach hell bei Zimmertemperatur weiterziehen. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Gemüseblog Paprika-Aussaat im Februar, gefunden am 30.09.2026)
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