Spinat

Blattgemüse · Schwierigkeit leicht

Spinat (Spinacia oleracea)
Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Spinacia oleracea · Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

Spinat mag es kühl und schießt bei langen, warmen Tagen schnell. Deshalb wird er früh im Jahr oder im Spätsommer gesät. Direkt ins Beet geht es 22. Feb – 5. Apr. Geerntet werden kann 5. Apr – 31. Mai. Säen (Herbst): 16. Aug – 13. Sep. Ernte (Herbst): 20. Sep – 15. Nov.

Standort
halbschattig bis sonnig
Pflanzabstand
5 x 20 cm
Wuchshöhe
15 bis 30 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer
Boden mindestens
2 °C

Gießen

Gleichmäßig feucht. Trockenheit und Hitze lassen ihn schnell schießen (blühen).

Mehr über Spinat bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Säen (Frühjahr)22. Feb – 5. Apr
Ernte (Frühjahr)5. Apr – 31. Mai
Säen (Herbst)16. Aug – 13. Sep
Ernte (Herbst)20. Sep – 15. Nov
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 11. Feb und 4. Mär ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Zu dicht aufgegangene Saat auf etwa 5 cm vereinzeln.
  • Zwischen den Reihen flach hacken, bis die Blätter den Boden bedecken.
  • Herbstspinat kann unter Vlies überwintern und im März noch einmal geerntet werden.

Düngen

Bio: Vor der Saat etwa 2 bis 3 Liter reifen Kompost je m² einarbeiten. Weitere Gaben sind meist nicht nötig.

Konventionell: Gemüsedünger nach Packungsangabe, grob etwa 30 bis 40 g je m² vor der Saat. Spinat speichert viel Nitrat: Nicht überdüngen und nicht kurz vor der Ernte düngen.

Mehr und besser ernten

  • Ganze Rosetten ernten, bevor sich ein Blütenstängel zeigt, danach werden die Blätter bitter.
  • Bei Herbstaussaat winterharte Sorten wählen, dann gibt es im Frühjahr eine zweite Ernte.
  • Mittags oder nachmittags ernten, dann ist der Nitratgehalt niedriger als am Morgen.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Wärme und lange Tage
Ab Mai schießt Spinat schnell in Blüte, die Blätter werden bitter. Früh im Frühjahr oder ab August säen, für den Sommer schossfeste Sorten wählen.
Stickstoffüberschuss
Bei viel Stickstoff und wenig Licht reichert Spinat Nitrat in den Blättern an. Sparsam düngen und nicht an trüben Tagen am Morgen ernten.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • Falscher MehltauKrankheit

    Die häufigste Krankheit am Spinat, vor allem bei Herbstsaat und in feuchten Frühjahren. Resistente Sorten wählen und nicht zu dicht säen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Gelbliche, eckige Flecken auf der Blattoberseite, die von den Blattadern begrenzt sind. Auf der Unterseite ein grauer bis violetter Pilzrasen. Die Blätter sterben ab. Anders als Echter Mehltau lässt er sich nicht abwischen.

    Wann: Frühjahr und Herbst oder in nassen Sommern, bei feuchtem, kühlem Wetter

    Vorbeugen

    • Morgens und nur an den Fuß gießen, damit die Blätter trocken bleiben.
    • Weit genug pflanzen und auf luftige Lage achten.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Salat, Spinat, Gurken und Basilikum gibt es welche.
    • Pflanzen der gleichen Art nicht jedes Jahr an dieselbe Stelle setzen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter oder ganze Pflanzen sofort entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Schachtelhalmbrühe vorbeugend spritzen, sie stärkt die Blätter. Gegen einen starken Befall hilft sie nicht.

    Konventionell: Es gibt wenige zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten. Sie wirken nur vorbeugend; bei Blattgemüse die Wartezeit beachten.

  • RübenfliegeSchädling

    Die Maden fressen helle Minen in die Blätter, die dann nicht mehr zu essen sind. Befallene Blätter früh abpflücken, bei frühen Sätzen hilft ein Netz.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große, helle, blasig aufgetriebene Flecken in den Blättern, gegen das Licht sieht man darin Maden und dunklen Kot. Die Flecken werden später braun.

    Wann: Mai bis August, mehrere Generationen

    Vorbeugen

    • Ein Kulturschutznetz auflegen, besonders bei Spinat und Mangold für die Blatternte.
    • Mangold, Rote Bete und Spinat nicht nebeneinander und nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Puppen überwintern im Boden.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter abpflücken und in den Hausmüll geben, solange die Maden noch drin sind.
    • Die übrigen Blätter lassen sich essen. Gut gedüngte Pflanzen wachsen dem Schaden meist davon.

    Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen

  • BlattläuseSchädling

    Die Läuse sitzen an den Blattunterseiten und im Herz, bei Spinat für den Sommer mehr als bei der Herbstsaat. Blätter vor dem Essen gründlich waschen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Sehr frühe Aussaat ist möglich, Spinat keimt schon bei wenigen Grad.
  2. Bei Hitze und Trockenheit schießt er, dann lieber auf die Herbstaussaat (August bis September) warten.
  3. Nicht nach Roter Bete oder Mangold ins selbe Beet säen: Sie sind mit Spinat verwandt und teilen Krankheiten.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Matador
Bewährte samenfeste Sorte mit großen, glatten Blättern für die Frühjahrs- und Herbstsaat.
Monnopa
Samenfeste Sorte, die vergleichsweise wenig Nitrat einlagert und sich für Babyspinat eignet.
Verbesserte Dickblättrige Winterriesen
Winterharte Sorte für die Aussaat im September, sie liefert im zeitigen Frühjahr die erste Ernte.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Spinat im Mai noch säen. Er schießt dann bei langen Tagen fast sofort; säe bis Anfang April und dann erst wieder ab Mitte August.
  • Den Spinat einzeln Blatt für Blatt ernten, bis er blüht. Ernte lieber ganze Rosetten, solange sie jung sind, dann sind die Blätter zart und nicht bitter.
  • Spinat kräftig mit Stickstoff düngen. Das erhöht den Nitratgehalt, reifer Kompost vor der Saat reicht meist aus.
  • Spinat nach Mangold oder Roter Bete auf dasselbe Beet säen. Sie sind verwandt und teilen Krankheiten; wechsle das Beet.

Häufige Fragen zu Spinat

Kann man Spinat wieder aufwärmen?

Ja, wenn du Reste schnell abkühlst und im Kühlschrank aufbewahrst. Beim langen Warmhalten kann sich Nitrat in Nitrit umwandeln. Für Säuglinge sollte Spinat nicht aufgewärmt werden.

Warum keimt mein Spinat im Sommer nicht?

Spinat keimt bei hohen Bodentemperaturen schlecht, über etwa 20 °C gehen viele Samen nicht auf. Säe im Spätsommer in den Abendstunden in feuchte Erde oder warte auf kühlere Tage Ende August.

Kann man Spinat im Topf anbauen?

Ja, für Babyspinat reicht ein Balkonkasten. Säe dicht und ernte die Blätter jung mit der Schere. Für ganze Rosetten brauchen die Pflanzen etwa 10 cm Abstand.

Wie lange dauert es von der Saat bis zur Ernte?

Im Frühjahr etwa sechs bis acht Wochen, im Herbst ähnlich lang. Babyspinat kannst du schon nach etwa vier Wochen schneiden.

Quellen zu Spinat

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Spinat