Kohlrabi

Kohlgemüse · Schwierigkeit leicht

Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes)
Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Brassica oleracea var. gongylodes · Kreuzblütler (Brassicaceae)

Kohlrabi wächst schnell und lässt sich vom Frühjahr bis in den Spätsommer immer wieder pflanzen. Nach 8 bis 12 Wochen ist er erntereif. Vorgezogen wird Kohlrabi im Mittel vom 22. Feb – 22. Mär. Ins Freie gepflanzt wird 29. Mär – 26. Jul. Geerntet werden kann 10. Mai – 20. Sep.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
25 x 30 cm
Wuchshöhe
30 bis 40 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer

Gießen

Gleichmäßig feucht halten. Nach langer Trockenheit platzen die Knollen oder werden holzig.

Schlechte Nachbarn

  • Kohl (gleiche Schädlinge)
  • Gelbsenf (Kreuzblütler: gleiche Krankheiten wie Kohlhernie, Gelbsenf nicht als Gründüngung davor oder daneben)

Mehr über Kohlrabi bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.

Vorziehen (drinnen)22. Feb – 22. Mär
Auspflanzen29. Mär – 26. Jul
Ernte10. Mai – 20. Sep
  • Jungpflanze wächst drinnen
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 18. Mär und 8. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Regelmäßig flach hacken, bis die Blätter den Boden beschatten.
  • Nach dem Anwachsen dünn mulchen, damit die Feuchtigkeit gleichmäßig bleibt.
  • Gegen Kohlfliege und Erdflöhe ein Kulturschutznetz auflegen.

Düngen

Bio: Vor dem Pflanzen etwa 3 Liter reifen Kompost je m² einarbeiten. Bei späten Sätzen einmal mit Brennnesseljauche (1 zu 10) nachdüngen.

Konventionell: Gemüsedünger nach Packungsangabe, grob etwa 40 bis 50 g je m² beim Pflanzen. Zu viel Stickstoff macht die Knollen wässrig und rissig.

Mehr und besser ernten

  • Für Sommer und Herbst schnell wachsende, blaue oder späte Sorten wählen, die nicht so leicht holzig werden.
  • Jungpflanzen nicht zu kalt stellen, Kälte kann statt Knollen Blüten auslösen.
  • Die jungen Herzblätter sind essbar und lassen sich wie Spinat verwenden.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Ungleichmäßiges Gießen
Wechseln trockene und nasse Phasen, platzen die Knollen auf und werden holzig. Gleichmäßig feucht halten und dünn mulchen.
Kälte bei Jungpflanzen
Stehen junge Pflanzen längere Zeit zu kühl, bilden sie oft Blüten statt Knollen. Frühe Sätze warm vorziehen, abhärten und bei Kälte mit Vlies schützen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • KohlfliegeSchädling

    Die Maden fressen an den Wurzeln und manchmal auch in der Knolle, die dann fleckig und ungenießbar wird. Frühe Sätze unter Netz sind am stärksten gefährdet und am besten geschützt.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Junge Pflanzen welken bei Sonne, färben sich bläulich und bleiben stehen. Beim Herausziehen sieht man weiße, etwa 8 mm lange Maden und Fraßgänge an Wurzel und Stängelgrund. Bei Radieschen braune Gänge in der Knolle.

    Wann: Erste Generation Ende April bis Juni, weitere bis in den Spätsommer

    Vorbeugen

    • Direkt nach Saat oder Pflanzung ein Kulturschutznetz auflegen und die Ränder dicht mit Erde beschweren.
    • Kragen aus Pappe oder Filz (etwa 10 cm Durchmesser) eng um den Stängel von Jungpflanzen legen, dann können die Fliegen keine Eier an den Stängel legen.
    • Kohlgewächse nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Puppen überwintern im Boden.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Welke Pflanzen mit den Maden herausziehen und in den Hausmüll geben, nicht auf den Kompost.
    • Pflanzen, die sich noch halten, anhäufeln und gut gießen, dann bilden sie neue Wurzeln oberhalb der Fraßstellen.

    Konventionell: Gegen die Maden im Boden gibt es für den Haus- und Kleingarten kaum wirksame Mittel. Das Netz ist die sichere Lösung.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • ErdflöheSchädling

    Frisch gepflanzte Kohlrabi im Frühjahr werden bei Trockenheit stark durchlöchert. Den Boden feucht halten, dann wachsen die Pflanzen dem Fraß meist davon.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Viele kleine, runde Löcher in den Blättern, wie mit Schrot beschossen. Bei Berührung springen 2 bis 3 mm kleine, schwarze oder gelb gestreifte Käfer weg. Keimlinge können ganz eingehen.

    Wann: April bis Juni, bei trockenem, warmem Wetter

    Vorbeugen

    • Das Beet feucht halten: Erdflöhe mögen es trocken, bei feuchtem Boden bleiben sie weg.
    • Den Boden zwischen den Reihen mulchen oder hacken.
    • Ein feinmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Saat auflegen.
    • Salat oder Spinat zwischen die Reihen säen, das hält den Boden beschattet und feucht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Beet morgens gründlich gießen und die Pflanzen mehrmals täglich leicht überbrausen.
    • Gesteinsmehl oder Algenkalk morgens auf die taufeuchten Blätter stäuben, das stört die Käfer.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen beißende Insekten. Meist reicht es, die Keimlinge über die ersten zwei Wochen zu bringen, danach wachsen sie dem Fraß davon.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • KohlweißlingSchädling

    Schaden richten vor allem die Sätze im Sommer und Herbst an, die Raupen fressen die Blätter und schwächen die Knollenbildung. Unter dem Netz gegen Kohlfliege ist Kohlrabi auch davor sicher.

    Schützende Nachbarn

    • Sellerie (Der Duft soll die Falter bei der Eiablage verwirren.)
    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Weiße Schmetterlinge über dem Beet, gelbe Eier in Gruppen unter den Blättern, grün-gelb-schwarz gefleckte Raupen (Großer Kohlweißling) oder samtig grüne Raupen (Kleiner Kohlweißling). Große Löcher und Fraß bis auf die Blattrippen, grüner Kot zwischen den Blättern.

    Wann: Mai bis September, zwei bis drei Generationen im Jahr

    Vorbeugen

    • Kohl gleich nach dem Pflanzen mit einem Kulturschutznetz (Maschenweite höchstens 1,4 mm) abdecken und die Ränder mit Erde beschweren.
    • Ab Juni die Blattunterseiten jede Woche nach Eiern absuchen und sie abwischen.
    • Tomaten, Sellerie oder Salbei als Nachbarn sollen die Falter mit ihrem Duft verwirren, ein Netz ersetzen sie aber nicht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Raupen absammeln, bei kleinen Beeten reicht das meist.
    • Mittel mit Bacillus thuringiensis wirken nur auf Raupen, schonen Bienen und Nützlinge und sind im Bio-Anbau erlaubt. Spritzen, solange die Raupen klein sind.
    • Gelbe Kokons neben toten Raupen hängen lassen: Darin wachsen Schlupfwespen, die die nächste Generation befallen.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen fressende Insekten mit synthetischen Wirkstoffen. Sie treffen auch Nützlinge und Bienen, und Bacillus thuringiensis wirkt gegen Raupen ebenso gut.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen, Laufkäfer

  • KohlhernieKrankheit

    Kohlrabi ist etwas weniger anfällig als Kopfkohl, verbreitet den Erreger aber genauso. In der Fruchtfolge zählt Kohlrabi als Kohl.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Die Pflanzen welken bei Sonne, erholen sich nachts und bleiben klein. An den Wurzeln dicke, knollige Wucherungen, die später faulen.

    Wann: Den ganzen Sommer, vor allem in sauren, nassen Böden

    Vorbeugen

    • Kohlgewächse (auch Radieschen, Rucola und Senf als Gründüngung) nur alle vier Jahre auf dasselbe Beet setzen: Die Sporen halten sich viele Jahre im Boden.
    • Saure Böden kalken, bei einem pH-Wert über 7 breitet sich die Krankheit kaum aus.
    • Staunässe vermeiden und nur gesunde Jungpflanzen kaufen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Kohl gibt es einige.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Pflanzen samt Wurzeln herausnehmen und in den Hausmüll geben, nie auf den Kompost.
    • Auf dem Beet mehrere Jahre keine Kohlgewächse anbauen.

    Konventionell: Gegen Kohlhernie gibt es für den Haus- und Kleingarten keine Mittel. Fruchtfolge und Kalk sind die einzigen Wege.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Nicht zu tief pflanzen: Die Knolle bildet sich über der Erde.
  2. Alle drei bis vier Wochen ein paar Pflanzen nachsetzen, dann gibt es bis zum Herbst frische Knollen.
  3. Ernten, solange die Knollen tennisballgroß sind, danach werden sie schnell holzig.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Azur Star
Blauer, schossfester Kohlrabi für den frühen Anbau.
Lanro
Weißer Kohlrabi für den Frühanbau.
Superschmelz
Weißer Riesenkohlrabi für den Herbst, bleibt trotz Größe zart und ist lagerfähig.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Riesenkohlrabi wie normalen Kohlrabi pflanzen: Riesensorten brauchen etwa 45 x 45 cm und werden schon Ende April bis Mai gesetzt, weil sie lange wachsen.
  • Während des Wachstums viele Blätter für die Küche abschneiden: Die Knolle bleibt dann klein. Nur die jungen Herzblätter bei der Ernte verwenden.
  • Kohlrabi zu warm und zu dunkel vorziehen: Auf der warmen Fensterbank werden die Sämlinge lang und weich. Nach dem Keimen hell und bei 15 bis 18 °C stellen, aber nicht dauerhaft unter 12 °C.

Häufige Fragen zu Kohlrabi

Ist blauer Kohlrabi anders als weißer?

Innen sind beide weiß und schmecken sehr ähnlich. Blaue Sorten wachsen oft etwas langsamer und passen gut für Sommer und Herbst, weiße sind meist schneller und zart im Frühjahr.

Kann man Kohlrabi im Topf oder Hochbeet ziehen?

Ja, Kohlrabi ist dafür eine der besten Kohlarten. Im Topf reichen etwa 5 Liter Erde je Pflanze. Im Hochbeet genügt meist die Grunddüngung, weil die Erde nährstoffreich ist.

Wie lange kann man Kohlrabi lagern?

Ohne Blätter hält er sich im Gemüsefach etwa ein bis zwei Wochen. Riesensorten wie 'Superschmelz' lassen sich im kühlen Keller mehrere Wochen lagern.

Quellen zu Kohlrabi

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Kohlrabi