Kohl

Kohlgemüse · Schwierigkeit mittel

Kohl (Brassica oleracea convar. capitata)
Foto: Bill Tarpenning, Public domain, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Brassica oleracea convar. capitata · Kreuzblütler (Brassicaceae)

Weiß- und Rotkohl brauchen viel Platz, Nährstoffe und Geduld. Dafür lassen sich die festen Köpfe im Herbst ernten und lange lagern. Vorgezogen wird Kohl im Mittel vom 1. Feb – 24. Mai. Ins Freie gepflanzt wird 5. Apr – 28. Jun. Geerntet werden kann 5. Jul – 29. Nov.

Standort
sonnig
Pflanzabstand
50 x 60 cm
Wuchshöhe
30 bis 50 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Starkzehrer

Gießen

Reichlich und gleichmäßig, vor allem wenn sich die Köpfe bilden. Wechsel von trocken und nass lässt sie platzen.

Schlechte Nachbarn

Mehr über Kohl bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Vorziehen (drinnen)1. Feb – 24. Mai
Auspflanzen5. Apr – 28. Jun
Ernte5. Jul – 29. Nov
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 25. Mär und 15. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Regelmäßig hacken und nach und nach leicht anhäufeln, das gibt den schweren Pflanzen Halt.
  • Den Boden mulchen, sobald die Pflanzen angewachsen sind, das hält ihn gleichmäßig feucht.
  • Gelbe untere Blätter entfernen und Raupen unter den Blättern regelmäßig absammeln.

Düngen

Bio: Zum Pflanzen etwa 5 Liter reifen Kompost und etwa 100 g Hornspäne je m² einarbeiten. Bis Mitte August alle zwei bis drei Wochen mit Brennnesseljauche (1 zu 10) nachdüngen.

Konventionell: Gemüsedünger nach Packungsangabe, grob etwa 80 bis 100 g je m², verteilt auf drei Gaben bis Mitte August. Spätere Gaben machen Köpfe weich und schlecht lagerfähig.

Mehr und besser ernten

  • Früh-, Sommer- und Herbstsorten kombinieren, dann gibt es über viele Monate frische Köpfe.
  • Feste Köpfe ernten, bevor sie platzen. Bei Frühkohl bilden sich am Strunk oft noch kleine Nachköpfe.
  • Kohlhernie vorbeugen: Mindestens vier Jahre Pause auf demselben Beet einhalten.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Ungleichmäßiges Gießen
Folgt auf eine Trockenphase viel Regen, platzen feste Köpfe auf. Gleichmäßig gießen und mulchen, reife Köpfe bald ernten.
Nährstoffmangel
Als Starkzehrer bildet Kohl auf magerem Boden nur kleine, lockere Köpfe, und die unteren Blätter werden früh gelb. Vor dem Pflanzen reichlich Kompost geben und bis Mitte August nachdüngen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • KohlweißlingSchädling

    Die Raupen sitzen oft tief zwischen den Blättern und fressen sich bis ins Herz, bei Wirsing und Rosenkohl bleibt das lange unbemerkt. Die gelben Eigelege auf den Blattunterseiten ab Mai regelmäßig suchen und zerdrücken.

    Schützende Nachbarn

    • Sellerie (Der Duft soll die Falter bei der Eiablage verwirren.)
    • Salbei (Der kräftige Duft kann die Falter ablenken, ein Netz ersetzt er nicht.)
    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Weiße Schmetterlinge über dem Beet, gelbe Eier in Gruppen unter den Blättern, grün-gelb-schwarz gefleckte Raupen (Großer Kohlweißling) oder samtig grüne Raupen (Kleiner Kohlweißling). Große Löcher und Fraß bis auf die Blattrippen, grüner Kot zwischen den Blättern.

    Wann: Mai bis September, zwei bis drei Generationen im Jahr

    Vorbeugen

    • Kohl gleich nach dem Pflanzen mit einem Kulturschutznetz (Maschenweite höchstens 1,4 mm) abdecken und die Ränder mit Erde beschweren.
    • Ab Juni die Blattunterseiten jede Woche nach Eiern absuchen und sie abwischen.
    • Tomaten, Sellerie oder Salbei als Nachbarn sollen die Falter mit ihrem Duft verwirren, ein Netz ersetzen sie aber nicht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Raupen absammeln, bei kleinen Beeten reicht das meist.
    • Mittel mit Bacillus thuringiensis wirken nur auf Raupen, schonen Bienen und Nützlinge und sind im Bio-Anbau erlaubt. Spritzen, solange die Raupen klein sind.
    • Gelbe Kokons neben toten Raupen hängen lassen: Darin wachsen Schlupfwespen, die die nächste Generation befallen.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen fressende Insekten mit synthetischen Wirkstoffen. Sie treffen auch Nützlinge und Bienen, und Bacillus thuringiensis wirkt gegen Raupen ebenso gut.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen, Laufkäfer

  • KohlfliegeSchädling

    Gefährdet sind vor allem frisch gesetzte Jungpflanzen im Frühjahr. Kragen aus Pappe oder Filz eng um den Stängel oder ein Netz direkt nach dem Pflanzen verhindern die Eiablage am Wurzelhals.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Junge Pflanzen welken bei Sonne, färben sich bläulich und bleiben stehen. Beim Herausziehen sieht man weiße, etwa 8 mm lange Maden und Fraßgänge an Wurzel und Stängelgrund. Bei Radieschen braune Gänge in der Knolle.

    Wann: Erste Generation Ende April bis Juni, weitere bis in den Spätsommer

    Vorbeugen

    • Direkt nach Saat oder Pflanzung ein Kulturschutznetz auflegen und die Ränder dicht mit Erde beschweren.
    • Kragen aus Pappe oder Filz (etwa 10 cm Durchmesser) eng um den Stängel von Jungpflanzen legen, dann können die Fliegen keine Eier an den Stängel legen.
    • Kohlgewächse nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Puppen überwintern im Boden.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Welke Pflanzen mit den Maden herausziehen und in den Hausmüll geben, nicht auf den Kompost.
    • Pflanzen, die sich noch halten, anhäufeln und gut gießen, dann bilden sie neue Wurzeln oberhalb der Fraßstellen.

    Konventionell: Gegen die Maden im Boden gibt es für den Haus- und Kleingarten kaum wirksame Mittel. Das Netz ist die sichere Lösung.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • KohlhernieKrankheit

    Kohl ist die anfälligste Kultur im Garten. Befallene Pflanzen mit den Wurzeln entfernen und in den Restmüll geben, nicht auf den Kompost.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Die Pflanzen welken bei Sonne, erholen sich nachts und bleiben klein. An den Wurzeln dicke, knollige Wucherungen, die später faulen.

    Wann: Den ganzen Sommer, vor allem in sauren, nassen Böden

    Vorbeugen

    • Kohlgewächse (auch Radieschen, Rucola und Senf als Gründüngung) nur alle vier Jahre auf dasselbe Beet setzen: Die Sporen halten sich viele Jahre im Boden.
    • Saure Böden kalken, bei einem pH-Wert über 7 breitet sich die Krankheit kaum aus.
    • Staunässe vermeiden und nur gesunde Jungpflanzen kaufen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Kohl gibt es einige.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Pflanzen samt Wurzeln herausnehmen und in den Hausmüll geben, nie auf den Kompost.
    • Auf dem Beet mehrere Jahre keine Kohlgewächse anbauen.

    Konventionell: Gegen Kohlhernie gibt es für den Haus- und Kleingarten keine Mittel. Fruchtfolge und Kalk sind die einzigen Wege.

  • BlattläuseSchädling

    An Kohl lebt vor allem die Mehlige Kohlblattlaus, die grau bepudert in dichten Kolonien in den Herzblättern und an Rosenkohlröschen sitzt. Im Spätsommer die Herzen gezielt kontrollieren, dort kommt der Wasserstrahl schlecht hin.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Jungpflanzen etwas tiefer setzen als sie im Topf standen und gut andrücken.
  2. Direkt nach dem Pflanzen ein Kulturschutznetz auflegen, das hält Kohlweißling und Kohlfliege fern.
  3. Nicht nach anderem Kohl, Radieschen oder Rucola pflanzen: So vermeidest du die Kohlhernie im Boden.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Dithmarscher Früher
Früher Weißkohl mit kleinen, festen Köpfen für die Ernte im Sommer.
Filderkraut
Spitzer Weißkohl mit großen Köpfen, traditionell für Sauerkraut.
Kalibos
Roter Spitzkohl mit zarten Blättern, schmeckt auch roh.
Kilaton F1
Lagerfähiger Weißkohl mit Resistenz gegen Kohlhernie, sinnvoll auf belasteten Böden.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Kohl auf sauren Boden setzen: Kohlhernie breitet sich dort besonders stark aus. Den pH-Wert prüfen und bei Bedarf im Herbst vorher kalken.
  • Zu eng pflanzen, um Platz zu sparen: Die Köpfe bleiben klein, und in der feuchten Luft zwischen den Blättern breiten sich Pilze und Läuse aus. Die 50 x 60 cm einhalten und die Lücken anfangs mit Salat füllen.
  • Das Netz nur locker auflegen: Kohlweißlinge und Kohlfliegen finden jede Lücke. Die Ränder rundum mit Erde oder Brettern beschweren und das Netz so hoch lassen, dass die Blätter es nicht berühren.
  • Überständige Jungpflanzen setzen: Setzlinge, die zu lange im Topf standen, wachsen schlecht an und bilden kleine Köpfe. Mit vier bis sechs Blättern pflanzen.

Häufige Fragen zu Kohl

Wie lagert man Weißkohl und Rotkohl?

Feste, trockene Köpfe mit einem Stück Strunk und einigen Hüllblättern kühl bei 0 bis 5 °C lagern, etwa im Keller. Lagersorten halten so mehrere Monate, Früh- und Sommerkohl nur wenige Wochen.

Warum bildet mein Kohl keinen Kopf?

Meist fehlt es an Nährstoffen, Wasser oder Sonne, oder die Jungpflanzen hatten nach dem Pflanzen einen Wachstumsstopp. Auch ein beschädigtes Herz, etwa durch die Hacke oder Maden der Kohldrehherzmücke, verhindert den Kopf.

Wie lange dauert es vom Pflanzen bis zur Ernte?

Frühkohl ist etwa acht bis zehn Wochen nach dem Pflanzen erntereif. Herbst- und Lagerkohl braucht vier bis fünf Monate und wird darum spätestens Ende Juni gepflanzt.

Quellen zu Kohl

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

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