
Steckbrief
Ocimum basilicum · Lippenblütler (Lamiaceae)
Basilikum liebt Wärme und verträgt keinerlei Frost. Draußen gedeiht er erst, wenn es nachts dauerhaft mild bleibt. Vorgezogen wird Basilikum im Mittel vom 12.–26. Apr. Ins Freie gepflanzt wird erst 10.–24. Mai. Geerntet werden kann 14. Jun – 23. Aug.
- Standort
- vollsonnig, warm
- Pflanzabstand
- 20 x 20 cm
- Wuchshöhe
- 20 bis 50 cm
- Frost
- empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Mittelzehrer
- Boden mindestens
- 12 °C
Gießen
Mäßig, morgens und an die Erde. Keine Staunässe, nicht über die Blätter gießen.
Mehr über Basilikum bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.
- Jungpflanze wächst drinnen
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 29. Apr und 20. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Blütenansätze früh auskneifen, dann bleiben die Blätter zart und aromatisch.
- Beim Ernten immer über einem Blattpaar schneiden, dort treiben neue Triebe aus.
- In kühlen Nächten im Topf ins Haus holen, unter 10 °C leidet Basilikum.
Düngen
Bio: Beim Pflanzen etwas reifen Kompost unter die Erde mischen. Im Topf alle drei bis vier Wochen mit stark verdünnter Brennnesseljauche (1 zu 20) gießen.
Konventionell: Im Topf einen Kräuter- oder Flüssigdünger nach Packungsangabe in halber Menge alle drei bis vier Wochen. Zu viel Dünger schwächt das Aroma.
Mehr und besser ernten
- Früh und oft ernten, jede Ernte an der Triebspitze sorgt für mehr Seitentriebe.
- Einzeln stehende Pflanzen mit etwa 20 cm Abstand bringen mehr als ein dicht besäter Topf.
- Einen Topf mit dichtem Bestand aufteilen und in drei bis vier Töpfe setzen.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Kälte unter 10 °C
- In kühlen Nächten bekommt Basilikum schwarze Flecken und wirft Blätter ab. Erst nach den Eisheiligen ins Freie setzen und im Topf bei kaltem Wetter ins Haus holen.
- Nässe am Abend
- Wer abends über die Blätter gießt, lässt sie die ganze Nacht nass, das fördert Pilzkrankheiten und Stängelfäule. Morgens und nur an den Fuß gießen, Staunässe im Topf vermeiden.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
NacktschneckenSchädling
Frisch ausgepflanzter Basilikum gehört zu den Lieblingen der Schnecken und kann in einer Nacht kahl gefressen werden. Im Beet die ersten Wochen besonders schützen, im Topf auf Balkon oder Fensterbank ist er sicherer.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
BlattläuseSchädling
Blattläuse sitzen bei Basilikum an den weichen Triebspitzen und Blattunterseiten, häufig bei Pflanzen auf der Fensterbank. Befallene Spitzen einfach ernten und wegwerfen, danach treibt die Pflanze neu aus.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
Falscher MehltauKrankheit
Basilikum hat einen eigenen Falschen Mehltau: Die Blätter werden von der Mitte her gelb, unten sitzt ein grauer Belag. Er breitet sich in feuchten Sommern schnell aus, deshalb widerstandsfähige Sorten wählen und befallene Pflanzen früh entfernen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Gelbliche, eckige Flecken auf der Blattoberseite, die von den Blattadern begrenzt sind. Auf der Unterseite ein grauer bis violetter Pilzrasen. Die Blätter sterben ab. Anders als Echter Mehltau lässt er sich nicht abwischen.
Wann: Frühjahr und Herbst oder in nassen Sommern, bei feuchtem, kühlem Wetter
Vorbeugen
- Morgens und nur an den Fuß gießen, damit die Blätter trocken bleiben.
- Weit genug pflanzen und auf luftige Lage achten.
- Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Salat, Spinat, Gurken und Basilikum gibt es welche.
- Pflanzen der gleichen Art nicht jedes Jahr an dieselbe Stelle setzen.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter oder ganze Pflanzen sofort entfernen und in den Hausmüll geben.
- Schachtelhalmbrühe vorbeugend spritzen, sie stärkt die Blätter. Gegen einen starken Befall hilft sie nicht.
Konventionell: Es gibt wenige zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten. Sie wirken nur vorbeugend; bei Blattgemüse die Wartezeit beachten.
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Tipps zum Anbau
- Auf der Fensterbank vorziehen und erst ab Mitte Mai abhärten und auspflanzen.
- Regelmäßig die Triebspitzen ernten, dann verzweigt sich die Pflanze und blüht später.
- Nicht über die Blätter gießen, Pilzkrankheiten sind bei Nässe häufig.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Genoveser
- Der klassische großblättrige Basilikum für Pesto und Tomatensalat.
- Dark Opal
- Rotlaubige Sorte mit mildem Aroma, auch als Zierde im Beet und Topf.
- Griechischer Buschbasilikum
- Kleinblättrig und kompakt, gut für Töpfe auf Balkon und Fensterbank.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Zu früh ins Freie setzen. Unter 10 °C bekommt Basilikum schwarze Flecken; pflanz ihn erst nach den Eisheiligen aus.
- Nur einzelne Blätter abzupfen. Schneide lieber ganze Triebspitzen über einem Blattpaar, dann verzweigt er sich.
- Den Supermarkttopf unverändert stehen lassen. Die Pflänzchen stehen viel zu dicht; teile den Ballen und setz ihn in mehrere Töpfe.
- Die Samen mit Erde bedecken. Basilikum keimt im Licht; drück die Samen nur leicht an.
Häufige Fragen zu Basilikum
Warum wird mein Basilikum gelb?
Häufige Gründe sind zu nasse Erde, Kälte oder Nährstoffmangel im kleinen Topf. Gieß erst, wenn die Oberfläche angetrocknet ist, und topfe in frische Erde um. Gelbe Blätter mit grauem Belag unten deuten auf Falschen Mehltau hin.
Kann man Basilikum überwintern?
Einjähriges Genoveser Basilikum lässt sich kaum überwintern, es braucht viel Licht und Wärme. Mehrjährige Sorten wie Strauchbasilikum überstehen den Winter hell bei etwa 15 °C im Haus.
Kann man Basilikum aus Stecklingen ziehen?
Ja, Triebspitzen von etwa 10 cm Länge bewurzeln im Wasserglas in ein bis zwei Wochen. Dann in Erde setzen.
Wie hält Basilikum nach der Ernte länger?
Frisch geerntete Triebe wie einen Blumenstrauß ins Wasserglas stellen und nicht in den Kühlschrank legen, dort werden die Blätter schwarz. Zum Aufbewahren eignet sich Pesto oder Einfrieren in Öl.
Quellen zu Basilikum
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Aussaat in Saatschalen ab Mitte April, Keimtemperatur mindestens 12 °C, Keimdauer 14 bis 20 Tage. Pflanzung ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Direktsaat ins Freiland Mitte Mai bis Ende Juni. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Basilikum, ein königliches Kraut, gefunden am 30.09.2026)
- Pflanzabstand: Pflanzabstand 20 x 25 cm. Basilikum ist ein Lichtkeimer, die Samen höchstens leicht mit Erde bedecken. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Basilikum, ein königliches Kraut, gefunden am 30.09.2026)
- Bodentemperatur: Optimal sind 20 bis 25 °C. Unter 10 °C stockt das Wachstum, schon leichter Frost schädigt die Pflanzen. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Basilikum, ein königliches Kraut, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Basilikum
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen