Kartoffeln

Wurzelgemüse · frostempfindlich · Schwierigkeit leicht

Kartoffeln (Solanum tuberosum)
Foto: Scott Bauer, USDA ARS, Public domain, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Solanum tuberosum · Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Kartoffeln kommen ohne Vorziehen aus. Entscheidend ist, dass die Triebe nach dem Austrieb nicht mehr in einen Frost geraten. Direkt ins Beet geht es 5. Apr – 3. Mai. Geerntet werden kann 28. Jun – 11. Okt.

Standort
sonnig
Pflanzabstand
35 x 70 cm
Wuchshöhe
50 bis 80 cm
Frost
empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer
Boden mindestens
8 °C

Gießen

Mäßig. Ab der Blüte, wenn die Knollen wachsen, bei Trockenheit durchdringend gießen.

Schlechte Nachbarn

Mehr über Kartoffeln bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Legen (Beet)5. Apr – 3. Mai
Ernte28. Jun – 11. Okt
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 25. Mär und 15. Apr ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Zwei- bis dreimal anhäufeln, das erste Mal bei etwa 15 cm Laubhöhe.
  • Zwischen den Dämmen hacken, solange das Laub den Boden noch nicht bedeckt.
  • Das Laub regelmäßig auf Kartoffelkäfer und deren Larven absuchen und diese absammeln.
  • Blätter mit braunen Flecken früh entfernen, damit sich die Krautfäule nicht ausbreitet.

Düngen

Bio: Vor dem Legen etwa 3 Liter reifen Kompost je m² einarbeiten. Beim ersten Anhäufeln können noch etwa 40 g Hornspäne je m² dazu.

Konventionell: Kartoffel- oder Gemüsedünger nach Packungsangabe, grob etwa 40 bis 50 g je m², halb beim Legen und halb beim ersten Anhäufeln. Zu viel Stickstoff macht die Knollen wässrig und anfällig.

Mehr und besser ernten

  • Nur gesunde Pflanzkartoffeln verwenden, eigene Nachzucht bringt oft Krankheiten mit.
  • Frühkartoffeln ernten, sobald die Pflanzen blühen, Lagerkartoffeln erst, wenn das Laub abgestorben ist.
  • Für Lagerware nach dem Absterben des Laubs noch zwei Wochen warten, dann wird die Schale fest.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Spätfrost am Kraut
Das junge Laub erfriert schon bei leichtem Frost, die Pflanzen treiben dann verzögert neu aus. Austreibendes Laub bei Frostgefahr mit Erde anhäufeln oder mit Vlies abdecken.
Licht an den Knollen
Knollen, die ans Licht kommen, werden grün und bilden giftiges Solanin. Regelmäßig anhäufeln und grüne Stellen großzügig wegschneiden.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • KartoffelkäferSchädling

    Die Larven fressen im Frühsommer innerhalb weniger Tage ganze Pflanzen kahl. Bei Kartoffeln lohnt es sich, die Blattunterseiten von Beginn an zu kontrollieren, bevor die Larven groß werden.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Gelbe Käfer mit zehn schwarzen Längsstreifen, orange Eigelege unter den Blättern, rote bis orange Larven mit schwarzen Punkten. Die Blätter werden bis auf die Stängel abgefressen.

    Wann: Mai bis August

    Vorbeugen

    • Kartoffeln nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Käfer überwintern im Boden.
    • Früh pflanzen und vorgekeimte Knollen nehmen, dann ist ein Teil der Ernte schon da, bevor die Larven zahlreich werden.
    • Ab Mai zweimal pro Woche die Blattunterseiten nach Eigelegen absuchen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Käfer, Larven und Eigelege absammeln und in einem Eimer Wasser mit etwas Spülmittel sammeln. Das ist bei kleinen Beeten die wirksamste Methode.
    • Mittel mit Neem (Azadirachtin) sind für den Haus- und Kleingarten zugelassen und wirken gegen junge Larven.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen fressende Insekten. Die Käfer werden schnell unempfindlich, deshalb nur bei starkem Befall und nicht zu oft dasselbe Mittel.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer, Blumenwanzen

  • Kraut- und BraunfäuleKrankheit

    Bei Kartoffeln heißt sie auch Krautfäule und tritt in nassen Sommern oft ab Juni auf. Wird das Kraut früh zerstört, bleiben die Knollen klein. Frühe Sorten und vorgekeimte Knollen haben einen Vorsprung.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Graugrüne, später braune Flecken auf den Blättern, bei feuchtem Wetter mit weißem Belag auf der Unterseite. Die Stängel werden braun, die Pflanze stirbt von unten ab. Tomaten bekommen harte, braune, eingesunkene Stellen, Kartoffelknollen braune Faulstellen.

    Wann: Ab Juni, vor allem nach mehreren nassen Tagen über 15 °C

    Vorbeugen

    • Blätter trocken halten: Tomaten unter ein Dach oder in ein Gewächshaus stellen, nur an den Fuß gießen.
    • Weit genug pflanzen und die unteren Blätter entfernen, damit die Pflanzen schnell abtrocknen.
    • Tomaten und Kartoffeln nicht nebeneinander anbauen, der Erreger springt von einer auf die andere.
    • Robuste Sorten wählen, bei Tomaten gibt es inzwischen gut widerstandsfähige.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter sofort abschneiden und in den Hausmüll geben, nicht auf den Kompost.
    • Bei Kartoffeln das befallene Kraut abschneiden und die Knollen noch zwei Wochen im Boden ausreifen lassen, dann ernten.
    • Mittel mit Kupfer sind auch im Bio-Anbau zugelassen, aber nur in begrenzter Menge, und wirken nur vorbeugend. Schachtelhalmbrühe stärkt die Blätter.

    Konventionell: Zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten wirken nur, wenn sie vor oder ganz am Anfang des Befalls gespritzt werden. Ein Regendach bringt bei Tomaten mehr.

  • DrahtwürmerSchädling

    Die Löcher in den Knollen fallen erst bei der Ernte auf. Besonders betroffen sind Beete, die kurz vorher noch Rasen waren.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Schmale, runde Bohrgänge in Kartoffeln und Rüben, junge Pflanzen welken. Im Boden 1 bis 3 cm lange, gelbe, harte Larven mit drei kurzen Beinpaaren.

    Wann: Frühjahr und Spätsommer, vor allem im ersten Jahr nach Rasen oder Wiese

    Vorbeugen

    • Nach dem Umbrechen von Rasen oder Wiese ein bis zwei Jahre keine Kartoffeln und Möhren anbauen.
    • Den Boden im Frühjahr und Herbst lockern, dann trocknen die Larven aus oder werden von Vögeln gefressen.
    • Kartoffeln früh ernten, je länger sie liegen, desto mehr Löcher.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Kartoffelhälften als Köder mit der Schnittfläche nach unten 5 bis 10 cm tief eingraben und die Stelle markieren. Nach einigen Tagen mit den Larven ausgraben.
    • Salat oder Weizen als Fangpflanzen zwischen die Reihen säen, die Larven sammeln sich an deren Wurzeln.

    Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • WühlmäuseSchädling

    Fressen vor allem im Spätsommer und Herbst an den reifen Knollen. Plötzlich welkende Pflanzen sind ein Warnzeichen, dann die Kartoffeln bald ernten.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Pflanzen welken plötzlich und lassen sich ohne Wurzeln herausziehen. Flache, unregelmäßige Erdhügel (anders als die runden, hohen Hügel des Maulwurfs), Gänge dicht unter der Oberfläche, angenagte Möhren und Kartoffeln.

    Wann: Ganzjährig, am meisten Schaden im Herbst und Winter

    Vorbeugen

    • Hochbeete mit einem engmaschigen Drahtgitter (Maschenweite höchstens 13 mm) am Boden bauen.
    • Pflanzkörbe aus Draht für Knollen und wertvolle Pflanzen.
    • Katzen, Greifvögel und Wiesel halten den Bestand klein; eine Sitzstange für Greifvögel am Beet hilft.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Den Gang freilegen und prüfen, ob er wieder verschlossen wird (Verwühlprobe). Dann ist er bewohnt.
    • Fallen, die für Wühlmäuse gemacht sind, in bewohnte Gänge stellen. Das ist die wirksamste Methode.
    • Gerüche wie Knoblauch oder Holunderjauche vertreiben die Tiere höchstens kurz.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Giftköder und Begasungsmittel für den Haus- und Kleingarten. Sie gefährden auch Haustiere und andere Tiere; Fallen sind die sicherere Wahl.

  • NematodenSchädling

    Befallene Pflanzen bleiben auf einzelnen Stellen im Beet klein, die Knollen auch. Tagetes hilft gegen die wandernden Wurzelnematoden, kaum aber gegen Kartoffelzystennematoden: Gegen diese helfen nur resistente Sorten und mindestens vier bis fünf Jahre ohne Kartoffeln, Tomaten und Auberginen auf dem Beet.

    Schützende Nachbarn

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Mit bloßem Auge nicht zu sehen. Die Pflanzen bleiben auf einem Teil des Beets klein und welken schnell. An den Wurzeln braune Flecken oder kleine Gallen, Möhren werden beinig und verzweigt, Kartoffeln bleiben klein.

    Wann: Den ganzen Sommer, vor allem auf Beeten, auf denen jahrelang dasselbe wächst

    Vorbeugen

    • Fruchtfolge einhalten: Nicht jedes Jahr dieselbe Pflanzenfamilie auf dasselbe Beet setzen.
    • Studentenblumen (Tagetes) eine ganze Saison dicht auf befallene Beete säen. Ihre Wurzeln locken die Nematoden an und töten sie ab.
    • Viel Kompost geben: Ein belebter Boden hält Nematoden durch Pilze und Räuber in Schach.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Auf dem Beet ein Jahr lang Tagetes oder Ringelblumen dicht säen und danach einarbeiten.
    • Befallene Wurzeln und Knollen nicht auf den Kompost geben.

    Konventionell: Gegen schädliche Nematoden sind für den Haus- und Kleingarten keine Mittel zugelassen. Fruchtfolge und Tagetes sind die wirksamsten Wege.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Pflanzkartoffeln vor dem Legen ein paar Wochen an einem hellen, kühlen Ort vorkeimen lassen.
  2. Beim Anhäufeln die Erde um die Stängel ziehen, das schützt vor grünen Knollen und leichtem Spätfrost.
  3. Nicht im selben Beet wie im Vorjahr anbauen (Fruchtfolge, mindestens 3 Jahre Pause).

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Annabelle
Sehr frühe, festkochende Sorte für junge Kartoffeln im Frühsommer.
Linda
Festkochende, gut lagerfähige Sorte, die im Hausgarten seit langem beliebt ist.
Sarpo Mira
Sehr widerstandsfähig gegen die Krautfäule, deshalb gut für den Anbau ohne Spritzmittel.
Bamberger Hörnchen
Alte, festkochende Salatkartoffel mit länglichen Knollen und nussigem Geschmack, bringt aber weniger Ertrag.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Speisekartoffeln aus dem Laden legen: Sie sind oft keimgehemmt und nicht auf Viren geprüft. Zertifizierte Pflanzkartoffeln kaufen.
  • In kalten, nassen Boden legen: Die Knollen faulen oder treiben nur zögerlich. Warten, bis der Boden abgetrocknet ist und sich auf etwa 8 °C erwärmt hat.
  • Kartoffeln hell lagern: Im Licht werden sie grün und bilden Solanin. Dunkel, kühl und frostfrei bei etwa 4 bis 8 °C lagern.

Häufige Fragen zu Kartoffeln

Kann man Kartoffeln im Kübel oder Pflanzsack anbauen?

Ja, in einem Gefäß ab etwa 30 bis 40 Litern. Zuerst nur etwa 15 cm Erde einfüllen, die Knollen legen und beim Wachsen nach und nach Erde nachfüllen, so wie beim Anhäufeln. Frühe Sorten eignen sich dafür am besten.

Was bedeuten festkochend und mehligkochend?

Festkochende Sorten bleiben beim Kochen in Form und passen zu Salat und Bratkartoffeln. Mehligkochende zerfallen leicht und eignen sich für Püree, Klöße und Suppen. Vorwiegend festkochende Sorten liegen dazwischen.

Warum haben meine Kartoffeln raue, korkige Flecken?

Das ist meist Kartoffelschorf, verursacht von Bodenbakterien, die vor allem in trockenen, lockeren und kalkreichen Böden auftreten. Die Knollen sind geschält essbar. Den Boden während des Knollenansatzes gleichmäßig feucht halten und das Beet nicht kalken hilft.

Quellen zu Kartoffeln

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

  • Termine: Pflanzung ab 8 °C Bodentemperatur, meist Mitte April bis Anfang Mai. Ernte je nach Reifegruppe von Juni/Juli (sehr früh) bis September/Oktober (mittelspät bis spät). (Quelle: Hortipendium: Kartoffeln im Hausgarten, gefunden am 01.10.2026)
  • Pflanzabstand: Reihen etwa 70 cm auseinander, in der Reihe etwa 35 cm. (Quelle: Hortipendium: Kartoffeln im Hausgarten, gefunden am 01.10.2026)

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Kartoffeln