
Steckbrief
Beta vulgaris subsp. vulgaris var. vulgaris · Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Mangold ist robust und liefert vom Frühsommer bis in den Herbst Blätter und Stiele. Bunte Sorten sind auch ein Schmuck im Beet oder Kübel. Direkt ins Beet geht es 26. Apr – 14. Jun. Geerntet werden kann 14. Jun – 15. Nov.
- Standort
- sonnig bis halbschattig
- Pflanzabstand
- 30 x 40 cm
- Wuchshöhe
- 30 bis 60 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Mittelzehrer
- Boden mindestens
- 8 °C
Gießen
Gleichmäßig feucht halten, bei Trockenheit werden die Blätter zäh.
Mehr über Mangold bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 15. Apr und 6. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Regelmäßig hacken und später mulchen, das hält den Boden feucht und locker.
- Blütenstängel sofort abschneiden, sonst werden die Blätter hart.
- Beschädigte oder alte Blätter ganz entfernen, damit keine Fäulnis entsteht.
Düngen
Bio: Vor der Saat etwa 3 Liter reifen Kompost je m² einarbeiten. Nach einer großen Ernte einmal mit Brennnesseljauche (1 zu 10) nachdüngen.
Konventionell: Gemüsedünger nach Packungsangabe, grob etwa 40 g je m², geteilt in eine Gabe zur Saat und eine im Juli. Mangold reichert Nitrat an, darum nicht überdüngen.
Mehr und besser ernten
- Alle ein bis zwei Wochen ernten, das hält die Pflanze im Wachstum.
- Etwa 3 cm über dem Herz abschneiden, dann bleibt der Vegetationspunkt unverletzt.
- Bunte Stielsorten sind hübsch, grüne Sorten wachsen oft kräftiger.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Trockenheit
- Bei Trockenheit werden Blätter und Stiele hart und faserig, und die Pflanzen neigen eher zum Schießen. Gleichmäßig gießen und mulchen.
- Kälte nach früher Saat
- Nach einer sehr frühen Saat kann eine längere kühle Phase Mangold schon im ersten Jahr zum Blühen bringen. Nicht zu früh ins Freie säen oder schossfeste Sorten wählen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
RübenfliegeSchädling
Die Minen zeigen sich zuerst an den jungen Blättern im Frühsommer. Befallene Blätter abschneiden, die Pflanze treibt von innen neu nach.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große, helle, blasig aufgetriebene Flecken in den Blättern, gegen das Licht sieht man darin Maden und dunklen Kot. Die Flecken werden später braun.
Wann: Mai bis August, mehrere Generationen
Vorbeugen
- Ein Kulturschutznetz auflegen, besonders bei Spinat und Mangold für die Blatternte.
- Mangold, Rote Bete und Spinat nicht nebeneinander und nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Puppen überwintern im Boden.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter abpflücken und in den Hausmüll geben, solange die Maden noch drin sind.
- Die übrigen Blätter lassen sich essen. Gut gedüngte Pflanzen wachsen dem Schaden meist davon.
Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel.
Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen
BlattfleckenkrankheitKrankheit
Bei Mangold erscheinen im Spätsommer kleine graue Flecken mit rotem Rand, vor allem an älteren Blättern. Diese Blätter früh ernten oder entfernen und nicht über die Blätter gießen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Runde, braune bis graue Flecken mit dunklem oder rötlichem Rand, oft mit winzigen schwarzen Punkten darin. Die Flecken fließen zusammen, die Blätter vertrocknen von außen nach innen.
Wann: Juli bis September, bei warmem, feuchtem Wetter
Vorbeugen
- Nicht über die Blätter gießen und weit genug pflanzen.
- Dieselbe Pflanzenart erst nach drei bis vier Jahren wieder auf dasselbe Beet setzen.
- Pflanzenreste nach der Ernte abräumen, der Pilz überwintert darauf.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
- Schachtelhalmbrühe vorbeugend spritzen, um die Blätter zu stärken.
Konventionell: Es gibt wenige zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten, sie wirken nur vorbeugend. Bei Blattgemüse die Wartezeit beachten.
NacktschneckenSchädling
Die jungen Pflanzen und die zarten Herzblätter werden gern gefressen, auch später noch an feuchten Abenden. Beschädigte Blätter entfernen, damit keine Fäulnis entsteht.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Tipps zum Anbau
- Immer nur die äußeren Blätter ernten, dann wächst die Pflanze von innen nach.
- Die Samenknäuel keimen oft mehrfach: Auf eine Pflanze je Stelle vereinzeln.
- Mit etwas Laub oder Vlies abgedeckt übersteht Mangold milde Winter und treibt im Frühjahr neu aus.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Lucullus
- Grüner Stielmangold mit hellen Stielen, wüchsig und ertragreich über die ganze Saison.
- Glatter Silber
- Stielmangold mit breiten, weißen Stielen, die sich wie Spargel zubereiten lassen.
- Bright Lights
- Bunte Mischung mit gelben, roten und orangen Stielen, auch schön im Kübel.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Zu früh ins kalte Beet säen. Nach einer langen kühlen Phase schießt Mangold schon im ersten Jahr; warte auf warmen Boden oder wähle schossfeste Sorten.
- Alle Keimlinge aus einem Knäuel stehen lassen. Vereinzel auf die kräftigste Pflanze, sonst bleiben alle schwach.
- Die ganze Pflanze auf einmal abschneiden. Ernte immer nur die äußeren Blätter, dann wächst sie bis zum Herbst weiter.
- Mangold neben Spinat oder Rote Bete setzen. Die Verwandten teilen Schädlinge wie die Rübenfliege; pflanze ihn lieber neben Bohnen oder Möhren.
Häufige Fragen zu Mangold
Kann man Mangold roh essen?
Junge, zarte Blätter schmecken roh im Salat. Ältere Blätter und dicke Stiele werden besser kurz gedünstet. Mangold enthält Oxalsäure, deshalb nicht in großen Mengen roh essen.
Ist Mangold mehrjährig?
Mangold ist zweijährig. Er überwintert in milden Lagen und treibt im Frühjahr noch einmal Blätter, blüht dann aber im zweiten Jahr. Für die neue Saison daher jedes Jahr neu säen.
Kann man Mangold einfrieren?
Ja. Blätter und Stiele getrennt kurz blanchieren, abschrecken, gut abtropfen lassen und portionsweise einfrieren. Die Stiele brauchen etwas länger als die Blätter.
Warum hat mein Mangold rote Flecken?
Kleine graue Flecken mit rotem Rand deuten auf die Blattfleckenkrankheit hin. Nimm befallene Blätter ab und gieß nur an den Boden. Die inneren jungen Blätter bleiben meist gesund.
Quellen zu Mangold
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Aussaat je nach Wärmebedarf der Sorte ab Ende April oder Anfang Mai. Zu frühe Aussaat mit zu tiefen Temperaturen führt zu Schossern. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Mangold, gefunden am 30.09.2026)
- Pflanzabstand: Blattmangold 25 x 25 cm, Stielmangold 35 bis 40 x 35 bis 40 cm. Je Saatstelle zwei Knäuel 2 bis 3 cm tief, später auf ein bis zwei Pflanzen vereinzeln. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Mangold, gefunden am 30.09.2026)
- Termine: Direktsaat von April bis Mai, Reihenabstand etwa 30 cm, später auf etwa 20 cm in der Reihe vereinzeln. Vorkultur ab Mitte Februar möglich, Pflanzung von Mitte April bis Ende Juli. (Quelle: Hortipendium: Mangold im Hausgarten, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Mangold
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen