Winterportulak

Steckbrief
Claytonia perfoliata · Quellkrautgewächse (Montiaceae)
Winterportulak, auch Postelein genannt, ist ein Blattgemüse für die kalte Jahreszeit. Er keimt nur in kühlem Boden, verträgt Frost und liefert von November bis April mehrere Schnitte. Direkt ins Beet geht es 6. Sep – 11. Okt. Geerntet werden kann 1. Nov – 27. Dez. Säen (Frühjahr): 22. Feb – 22. Mär. Ernte (Frühjahr): 11. Jan – 3. Mai.
- Standort
- sonnig bis halbschattig, auch schattig
- Pflanzabstand
- in Reihen, 10 bis 20 cm Abstand
- Wuchshöhe
- 10 bis 30 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Schwachzehrer
Gießen
Bis zum Keimen feucht halten, danach mäßig. Im Winter nur bei längerer Trockenheit gießen.
Mehr über Winterportulak bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 26. Aug und 16. Sep ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Die jungen Reihen unkrautfrei halten.
- In rauen Lagen bei Kahlfrost ein Vlies auflegen, unter Vlies oder im Frühbeet wächst er auch im Winter weiter.
- Ab der Blüte im Frühjahr werden die Blätter weniger; dann abräumen oder aussamen lassen.
Düngen
Bio: Kein Dünger nötig. Die Reste der Vorkultur und etwas Kompost reichen.
Konventionell: Kein mineralischer Dünger nötig. Zu viel Stickstoff lagert im Winter Nitrat in den Blättern ein.
Mehr und besser ernten
- Immer nur die Blätter schneiden und die Herzen stehen lassen, dann sind vier bis sechs Schnitte möglich.
- An frostfreien Tagen ernten, gefrorene Blätter werden matschig.
- Einige Pflanzen blühen lassen, dann sät er sich selbst aus.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Wärme bei der Keimung
- Über etwa 12 °C Bodentemperatur keimt Winterportulak schlecht. Nicht vor September säen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
NacktschneckenSchädling
In feuchten, milden Herbstwochen werden vor allem junge Pflanzen gefressen. Die Reihen kontrollieren.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.
Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen
Vorbeugen
- Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
- Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
- Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
- Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.
Wenn der Befall schon da ist
- Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
- Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
- Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.
Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
GrauschimmelKrankheit
Kann unter Vlies oder im Frühbeet bei feuchter, stehender Luft auftreten. An milden Tagen lüften und nicht zu dicht säen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Weiche, braune Faulstellen, auf denen ein grauer, stäubender Pilzrasen wächst. Bei Erdbeeren faulen die Früchte schon am Stock, bei Salat die unteren Blätter und der Strunk.
Wann: Bei feuchtem, kühlem Wetter, vor allem zur Erdbeerernte und im Herbst
Vorbeugen
- Weit genug pflanzen, damit die Pflanzen nach Regen schnell abtrocknen.
- Erdbeeren mit Stroh unterlegen, damit die Früchte nicht auf nasser Erde liegen.
- Nicht über die Blätter gießen und nicht zu viel Stickstoff düngen.
Wenn der Befall schon da ist
- Faule Früchte und Blätter bei jeder Ernte mit abnehmen und in den Hausmüll geben.
- Bei Salat die unteren, faulen Blätter früh entfernen.
Konventionell: Für Erdbeeren gibt es zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten, gespritzt in die Blüte. Wartezeiten beachten und nicht an Bienenflugtagen spritzen.
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Tipps zum Anbau
- Ab Anfang September bis Anfang Oktober säen, eine zweite Saat ist im zeitigen Frühjahr möglich. Über etwa 12 °C keimen die Samen schlecht.
- Nur etwa 0,5 cm tief säen und gut andrücken.
- Etwa 1 cm über dem Boden abschneiden, dann treibt er wieder aus.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Winterportulak ohne Sortenangabe
- Wird fast nur als Art ohne Sortennamen angeboten und wächst zuverlässig.
- Eigenes Saatgut
- Einige Pflanzen blühen lassen: Winterportulak samt sich aus und keimt im Herbst an Ort und Stelle wieder.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Im Hochsommer säen. Im warmen Boden keimen die Samen kaum; erst ab September säen.
- Zu tief säen. Die feinen Samen brauchen nur eine dünne Erdschicht; höchstens 0,5 cm tief.
- Die ganze Pflanze ausreißen. Wer nur die Blätter schneidet, kann mehrmals ernten.
Häufige Fragen zu Winterportulak
Ist Winterportulak mit dem Sommerportulak verwandt?
Nur entfernt. Sommerportulak wächst im Sommer und ist frostempfindlich, Winterportulak kommt aus Nordamerika und wächst in der kalten Jahreszeit. Beide werden ähnlich als Salat verwendet.
Wie schmeckt Winterportulak?
Mild und leicht nussig, etwa wie Feldsalat oder junger Spinat. Blätter, Stiele und Blüten sind essbar, roh als Salat oder kurz gedünstet.
Wächst Winterportulak auch im Topf?
Ja, ein Balkonkasten reicht. Im Topf friert die Erde aber schneller durch; in kalten Nächten an die Hauswand stellen oder abdecken.
Quellen zu Winterportulak
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Winterportulak ist ein heimisch angebauter Wintersalat; die Samen keimen nur unter etwa 12 °C und werden deshalb von September bis März gesät. (Quelle: Verbraucherzentrale Bayern: Was ist Winterportulak?, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Winterportulak
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen