Endivien

Blattgemüse · Schwierigkeit mittel

Endivien (Cichorium endivia)
Foto: Montréalais, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Cichorium endivia · Korbblütler (Asteraceae)

Endivien sind ein Salat für den Herbst. Sie werden im Sommer gesät, vertragen leichten Frost und sind bis in den November frisch im Beet. Die glatte Sorte heißt auch Eskariol, die krause Frisée. Vorgezogen wird Endivien im Mittel vom 14. Jun – 5. Jul. Ins Freie gepflanzt wird 5. Jul – 2. Aug. Geerntet werden kann 30. Aug – 15. Nov.

Standort
sonnig
Pflanzabstand
30 x 35 cm
Wuchshöhe
20 bis 30 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer

Gießen

Gleichmäßig feucht halten, morgens an den Boden gießen, nicht über die Blätter.

Mehr über Endivien bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Vorziehen (drinnen)14. Jun – 5. Jul
Auspflanzen5. Jul – 2. Aug
Ernte30. Aug – 15. Nov
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 24. Jun und 15. Jul ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Die Jungpflanzen so tief setzen, dass das Herz frei bleibt.
  • In den ersten Wochen hacken und jäten, danach mulchen.
  • Bei Frost unter minus 5 °C mit Vlies abdecken.

Düngen

Bio: Beim Pflanzen etwa 2 Liter Kompost je m² einarbeiten.

Konventionell: Beim Pflanzen etwa 40 g Volldünger je m². Später nicht mehr düngen, sonst lagern die Blätter Nitrat ein.

Mehr und besser ernten

  • Nur trockene Köpfe zusammenbinden, sonst faulen sie.
  • Frost- und schossfeste Sorten für die späte Ernte wählen.
  • Den ganzen Kopf ernten oder die äußeren Blätter einzeln pflücken.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Nässe im Herz
Wasser im Herz lässt die Köpfe von innen faulen, vor allem beim Zusammenbinden. Nur an den Boden gießen und bei Trockenheit binden.
Früher Aussaattermin
Vor Mitte Juni gesät schießen Endivien durch die langen Tage in die Blüte.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • NacktschneckenSchädling

    Schnecken verstecken sich gern zwischen den dichten Blättern. Regelmäßig nachsehen, vor allem im feuchten Herbst.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.

    Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen

    Vorbeugen

    • Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
    • Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
    • Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
    • Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
    • Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
    • Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
    • Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.

    Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

  • BlattläuseSchädling

    Blattläuse sitzen gelegentlich im Herz. Befallene Blätter entfernen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

  • GrauschimmelKrankheit

    Im nassen Herbst faulen die Blattränder und Herzen. Luftig pflanzen und morgens gießen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Weiche, braune Faulstellen, auf denen ein grauer, stäubender Pilzrasen wächst. Bei Erdbeeren faulen die Früchte schon am Stock, bei Salat die unteren Blätter und der Strunk.

    Wann: Bei feuchtem, kühlem Wetter, vor allem zur Erdbeerernte und im Herbst

    Vorbeugen

    • Weit genug pflanzen, damit die Pflanzen nach Regen schnell abtrocknen.
    • Erdbeeren mit Stroh unterlegen, damit die Früchte nicht auf nasser Erde liegen.
    • Nicht über die Blätter gießen und nicht zu viel Stickstoff düngen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Faule Früchte und Blätter bei jeder Ernte mit abnehmen und in den Hausmüll geben.
    • Bei Salat die unteren, faulen Blätter früh entfernen.

    Konventionell: Für Erdbeeren gibt es zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten, gespritzt in die Blüte. Wartezeiten beachten und nicht an Bienenflugtagen spritzen.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Nicht vor Mitte Juni säen, sonst schießen die Pflanzen bei langen Tagen.
  2. Zwei Wochen vor der Ernte die Köpfe zusammenbinden oder abdecken, dann bleiben die Herzen hell und mild.
  3. Auf abgeerntete Beete von Erbsen oder Frühkartoffeln pflanzen.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Bubikopf 2
Glatte Endivie (Eskariol) mit großen, vollen Köpfen für die Ernte im Herbst.
Pancalieri
Krause Endivie (Frisée) mit fein geschlitzten Blättern und hellem Herz.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Zu viele Köpfe auf einmal bleichen: Gebleichte Endivien faulen nach zwei bis drei Wochen. Nur so viele binden, wie du in den nächsten Wochen isst.
  • Jungpflanzen im Juli ohne Wasser lassen: In der Sommerhitze brauchen frisch gesetzte Pflanzen einige Tage lang täglich Wasser, sonst werden sie bitter und schießen.
  • Die Köpfe bei strengem Frost im Beet vergessen: Dann erfrieren sie. Vorher ernten oder die Pflanzen mit Wurzelballen in einer Kiste im kühlen Keller einschlagen.

Häufige Fragen zu Endivien

Warum sind Endivien bitter?

Die Bitterstoffe gehören zu Endivien. Mild werden sie durch Bleichen vor der Ernte und in der Küche, wenn du die geschnittenen Blätter kurz in lauwarmes Wasser legst.

Was ist der Unterschied zwischen Endivie und Chicorée?

Beide gehören zur Gattung Cichorium. Chicorée wird aus Wurzeln im Dunkeln getrieben, Endivien wachsen als Salatkopf im Beet. Radicchio und Zuckerhut sind nahe Verwandte des Chicorée.

Wie lange kann man Endivien lagern?

Mit Wurzelballen in einer Kiste mit feuchter Erde halten sie im kühlen, frostfreien Keller mehrere Wochen. Geerntete Köpfe bleiben im Kühlschrank etwa eine Woche frisch.

Quellen zu Endivien

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Endivien