Grünkohl

Kohlgemüse · Schwierigkeit leicht

Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica)
Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Brassica oleracea var. sabellica · Kreuzblütler (Brassicaceae)

Grünkohl ist der robusteste Kohl und wird erst nach den ersten Frösten richtig gut. Er steht den ganzen Winter im Beet und wird Blatt für Blatt geerntet. Vorgezogen wird Grünkohl im Mittel vom 3. Mai – 28. Jun. Ins Freie gepflanzt wird 7. Jun – 26. Jul. Geerntet werden kann 18. Okt – 27. Dez.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
50 x 60 cm
Wuchshöhe
40 bis 100 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer

Gießen

Mäßig, bei Trockenheit im Sommer durchdringend.

Schlechte Nachbarn

Mehr über Grünkohl bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Vorziehen (drinnen)3. Mai – 28. Jun
Auspflanzen7. Jun – 26. Jul
Ernte18. Okt – 27. Dez
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 27. Mai und 17. Jun ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Ein- bis zweimal anhäufeln, damit die hohen Pflanzen im Winter stehen bleiben.
  • Im Sommer bei Trockenheit durchdringend gießen.
  • Gelbe untere Blätter abnehmen.

Düngen

Bio: Beim Pflanzen etwa 3 Liter Kompost je m² und 40 g Hornspäne.

Konventionell: Etwa 60 g Volldünger je m², halb beim Pflanzen und halb vier Wochen später. Ab September nicht mehr düngen, sonst wird er frostempfindlicher.

Mehr und besser ernten

  • Immer nur einige Blätter je Pflanze ernten, das Herz bleibt stehen.
  • Im Frühjahr treiben die Pflanzen zarte Blütenknospen, die wie Brokkoli schmecken.
  • Niedrige Sorten wie ‚Niedriger Grüner Krauser‘ sind besonders winterhart, hohe Sorten leiden bei Kahlfrost eher.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Kahlfrost bei Sonne
Starker Frost mit Sonne im Winter kann die Blätter austrocknen. In sehr rauen Lagen ein Vlies auflegen.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • Weiße FliegeSchädling

    Die Kohlmottenschildlaus ist beim Grünkohl der häufigste Schädling im Spätsommer und Herbst. Die Blätter vor dem Kochen gründlich waschen, ab Juli ein feines Netz auflegen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Beim Berühren der Pflanze fliegen Wolken winziger weißer Insekten auf. Auf den Blattunterseiten sitzen flache, hellgrüne Larven. Die Blätter kleben und werden von Rußtau schwarz.

    Wann: Im Gewächshaus das ganze Jahr, im Freien Juli bis Oktober, an Kohl bis in den Winter

    Vorbeugen

    • Jungpflanzen vor dem Kauf auf Blattunterseiten prüfen.
    • Im Gewächshaus früh Gelbtafeln aufhängen, dann fällt der erste Befall auf.
    • Kohl mit Kulturschutznetz abdecken.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Gelbtafeln fangen die erwachsenen Fliegen.
    • Im Gewächshaus Schlupfwespen (Encarsia formosa) aussetzen, sie parasitieren die Larven.
    • Zugelassene Mittel mit Rapsöl, Kaliseife oder Neem auf die Blattunterseiten spritzen.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen saugende Insekten. Die Weiße Fliege wird schnell unempfindlich, im Gewächshaus sind Schlupfwespen oft wirksamer.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen, Florfliegen, Marienkäfer

  • KohlweißlingSchädling

    Die Raupen fressen im Spätsommer an den Blättern. Netz auflegen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Weiße Schmetterlinge über dem Beet, gelbe Eier in Gruppen unter den Blättern, grün-gelb-schwarz gefleckte Raupen (Großer Kohlweißling) oder samtig grüne Raupen (Kleiner Kohlweißling). Große Löcher und Fraß bis auf die Blattrippen, grüner Kot zwischen den Blättern.

    Wann: Mai bis September, zwei bis drei Generationen im Jahr

    Vorbeugen

    • Kohl gleich nach dem Pflanzen mit einem Kulturschutznetz (Maschenweite höchstens 1,4 mm) abdecken und die Ränder mit Erde beschweren.
    • Ab Juni die Blattunterseiten jede Woche nach Eiern absuchen und sie abwischen.
    • Tomaten, Sellerie oder Salbei als Nachbarn sollen die Falter mit ihrem Duft verwirren, ein Netz ersetzen sie aber nicht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Raupen absammeln, bei kleinen Beeten reicht das meist.
    • Mittel mit Bacillus thuringiensis wirken nur auf Raupen, schonen Bienen und Nützlinge und sind im Bio-Anbau erlaubt. Spritzen, solange die Raupen klein sind.
    • Gelbe Kokons neben toten Raupen hängen lassen: Darin wachsen Schlupfwespen, die die nächste Generation befallen.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen fressende Insekten mit synthetischen Wirkstoffen. Sie treffen auch Nützlinge und Bienen, und Bacillus thuringiensis wirkt gegen Raupen ebenso gut.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen, Laufkäfer

  • BlattläuseSchädling

    Die mehlige Kohlblattlaus sitzt in dichten Kolonien an Blattunterseiten und Herzblättern. Früh abspritzen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.

    Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
    • Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
    • Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
    • Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
    • Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
    • Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.

    Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.

    Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen

  • KohlhernieKrankheit

    Mindestens vier Jahre keine Kreuzblütler auf dasselbe Beet.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Die Pflanzen welken bei Sonne, erholen sich nachts und bleiben klein. An den Wurzeln dicke, knollige Wucherungen, die später faulen.

    Wann: Den ganzen Sommer, vor allem in sauren, nassen Böden

    Vorbeugen

    • Kohlgewächse (auch Radieschen, Rucola und Senf als Gründüngung) nur alle vier Jahre auf dasselbe Beet setzen: Die Sporen halten sich viele Jahre im Boden.
    • Saure Böden kalken, bei einem pH-Wert über 7 breitet sich die Krankheit kaum aus.
    • Staunässe vermeiden und nur gesunde Jungpflanzen kaufen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Kohl gibt es einige.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Pflanzen samt Wurzeln herausnehmen und in den Hausmüll geben, nie auf den Kompost.
    • Auf dem Beet mehrere Jahre keine Kohlgewächse anbauen.

    Konventionell: Gegen Kohlhernie gibt es für den Haus- und Kleingarten keine Mittel. Fruchtfolge und Kalk sind die einzigen Wege.

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Von Mai bis Ende Juni säen und im Juni oder Juli auspflanzen, gern auf Beete, auf denen Frühkartoffeln oder Erbsen standen.
  2. Nach einigen Frostnächten wird er süßer und milder, weil die Pflanze Stärke in Zucker umwandelt.
  3. Von unten nach oben ernten und das Herz stehen lassen, dann wächst er weiter.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Niedriger Grüner Krauser
Niedrige, sehr winterharte Sorte, deren Blätter unter Schnee gut geschützt sind.
Halbhoher Grüner Krauser
Liefert viele krause Blätter, ist aber nicht ganz so winterhart wie die niedrige Form.
Nero di Toscana
Palmkohl mit langen, dunklen, glatten Blättern, mild und dekorativ im Beet.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Grünkohl auf leichten Sandboden ohne Humus setzen: Dort bleibt der Ertrag deutlich zurück. Vorher reichlich Kompost einarbeiten und bei Trockenheit gießen.
  • Gefrorene Blätter pflücken: Sie werden beim Auftauen matschig. An frostfreien Tagen oder zur Mittagszeit ernten.
  • Zu spät pflanzen: Nach Ende Juli gesetzt bilden die Pflanzen bis zum Winter zu wenig Blattmasse. Spätestens im Juli pflanzen.

Häufige Fragen zu Grünkohl

Wie lange kann man Grünkohl ernten?

Von November bis in den März. Nimm je Pflanze immer nur einige der ältesten Blätter, dann wächst sie weiter und lässt sich mehrmals beernten.

Kann man Grünkohl roh essen?

Ja, junge, zarte Blätter schmecken roh im Salat oder Smoothie. Ältere Blätter sind fester und werden gekocht bekömmlicher.

Kann man Grünkohl einfrieren?

Ja, die Blätter von den Mittelrippen streifen, kurz blanchieren und portionsweise einfrieren. So hast du auch nach dem Winter noch Vorrat.

Quellen zu Grünkohl

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

Passen gut zu Grünkohl