Auberginen

Steckbrief
Solanum melongena · Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Auberginen sind noch wärmebedürftiger als Tomaten und Paprika. Im Freien gelingen sie in warmen Lagen an einer geschützten Hauswand, sicherer im Gewächshaus oder im Kübel auf dem Balkon. Vorgezogen wird Auberginen im Mittel vom 8.–22. Mär. Ins Freie gepflanzt wird erst 17.–31. Mai. Geerntet werden kann 26. Jul – 27. Sep.
- Standort
- vollsonnig, warm, geschützt
- Pflanzabstand
- 50 x 60 cm
- Wuchshöhe
- 60 bis 100 cm
- Frost
- empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Mittelzehrer
- Boden mindestens
- 15 °C
Gießen
Regelmäßig und durchdringend, an den Boden. Im Kübel im Sommer oft täglich.
Mehr über Auberginen bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.
- Jungpflanze wächst drinnen
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 6.–20. Mai und 27. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- An einen Stab binden, die Früchte sind schwer.
- Den Boden mulchen, damit er warm und feucht bleibt.
- Pro Pflanze nur fünf bis sechs Früchte reifen lassen, spätere Blüten ab August abknipsen.
Düngen
Bio: Beim Pflanzen etwa 3 Liter Kompost je m² und 40 g Hornspäne einarbeiten. Ab der Blüte alle zwei Wochen Brennnesseljauche oder organischen Tomatendünger.
Konventionell: Tomatendünger nach Packungsangabe, ab der Blüte alle ein bis zwei Wochen. Im Kübel lieber öfter in kleiner Menge.
Mehr und besser ernten
- Ernten, solange die Schale glänzt. Matte Früchte sind überreif und haben harte Kerne.
- Mit einem Messer ernten, die Stiele sind stachelig und zäh.
- Die Blüten an warmen Tagen leicht schütteln, das hilft der Bestäubung.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Kälte
- Unter etwa 12 °C wachsen Auberginen nicht mehr und werfen Blüten ab. Erst spät auspflanzen und bei kalten Nächten Vlies auflegen.
- Trockenheit
- Bei trockenem Boden fallen Blüten und junge Früchte ab. Gleichmäßig gießen und mulchen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
KartoffelkäferSchädling
Der Kartoffelkäfer mag Auberginen fast so gern wie Kartoffeln. Nicht neben Kartoffeln pflanzen und die Blätter ab Juni kontrollieren.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Gelbe Käfer mit zehn schwarzen Längsstreifen, orange Eigelege unter den Blättern, rote bis orange Larven mit schwarzen Punkten. Die Blätter werden bis auf die Stängel abgefressen.
Wann: Mai bis August
Vorbeugen
- Kartoffeln nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Käfer überwintern im Boden.
- Früh pflanzen und vorgekeimte Knollen nehmen, dann ist ein Teil der Ernte schon da, bevor die Larven zahlreich werden.
- Ab Mai zweimal pro Woche die Blattunterseiten nach Eigelegen absuchen.
Wenn der Befall schon da ist
- Käfer, Larven und Eigelege absammeln und in einem Eimer Wasser mit etwas Spülmittel sammeln. Das ist bei kleinen Beeten die wirksamste Methode.
- Mittel mit Neem (Azadirachtin) sind für den Haus- und Kleingarten zugelassen und wirken gegen junge Larven.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen fressende Insekten. Die Käfer werden schnell unempfindlich, deshalb nur bei starkem Befall und nicht zu oft dasselbe Mittel.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer, Blumenwanzen
SpinnmilbenSchädling
Bei Hitze, im Gewächshaus und an der Hauswand besonders häufig. Luftfeuchtigkeit hoch halten.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, später werden die Blätter gelb bis silbrig und fallen ab. Auf der Unterseite feine Gespinste und winzige, rötliche oder gelbliche Punkte, die sich bewegen.
Wann: Juni bis August, bei heißem, trockenem Wetter, im Gewächshaus und unter Dachvorsprüngen
Vorbeugen
- Für feuchte Luft sorgen: Im Gewächshaus die Wege nass halten, bei Hitze die Blätter morgens überbrausen.
- Pflanzen nicht an heiße, trockene Hauswände stellen, ohne sie regelmäßig zu übersprühen.
- Im Gewächshaus früh Raubmilben ausbringen, wenn es jedes Jahr Befall gab.
Wenn der Befall schon da ist
- Befallene Blätter entfernen und die Blattunterseiten mehrmals kräftig mit Wasser abbrausen.
- Raubmilben oder Florfliegenlarven kaufen und aussetzen, besonders im Gewächshaus.
- Zugelassene Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife auf die Blattunterseiten spritzen, mehrmals im Abstand von einer Woche.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen Spinnmilben. Sie töten auch Raubmilben, danach kommen die Spinnmilben oft stärker zurück.
Natürliche Gegenspieler: Raubmilben, Florfliegen, Marienkäfer, Blumenwanzen, Ohrwürmer
BlattläuseSchädling
Blattläuse sitzen an Triebspitzen und Blütenknospen. Früh abstreifen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
Weiße FliegeSchädling
Vor allem im Gewächshaus. Gelbtafeln aufhängen und früh eingreifen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Beim Berühren der Pflanze fliegen Wolken winziger weißer Insekten auf. Auf den Blattunterseiten sitzen flache, hellgrüne Larven. Die Blätter kleben und werden von Rußtau schwarz.
Wann: Im Gewächshaus das ganze Jahr, im Freien Juli bis Oktober, an Kohl bis in den Winter
Vorbeugen
- Jungpflanzen vor dem Kauf auf Blattunterseiten prüfen.
- Im Gewächshaus früh Gelbtafeln aufhängen, dann fällt der erste Befall auf.
- Kohl mit Kulturschutznetz abdecken.
Wenn der Befall schon da ist
- Gelbtafeln fangen die erwachsenen Fliegen.
- Im Gewächshaus Schlupfwespen (Encarsia formosa) aussetzen, sie parasitieren die Larven.
- Zugelassene Mittel mit Rapsöl, Kaliseife oder Neem auf die Blattunterseiten spritzen.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen saugende Insekten. Die Weiße Fliege wird schnell unempfindlich, im Gewächshaus sind Schlupfwespen oft wirksamer.
Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen, Florfliegen, Marienkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Tipps zum Anbau
- Sehr früh vorziehen, die Samen keimen erst bei 22 bis 25 °C.
- Erst auspflanzen, wenn die Nächte nicht mehr unter 12 °C fallen.
- Frühe, kleinfrüchtige Sorten wählen, die reifen auch in kürzeren Sommern.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Black Beauty
- Klassische, samenfeste Sorte mit großen, dunkelvioletten Früchten für Gewächshaus und warme Lagen.
- Listada de Gandia
- Samenfeste Sorte mit violett-weiß gestreiften Früchten und zartem Fruchtfleisch.
- Ophelia F1
- Kompakte Sorte mit kleinen Früchten, die früh trägt und sich gut für den Kübel eignet.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Jungpflanzen zu lange im kleinen Anzuchttopf lassen: Die Wurzeln verfilzen und die Pflanzen stocken. Rechtzeitig in Töpfe mit etwa 10 bis 12 cm Durchmesser umsetzen.
- Auberginen nach Tomaten, Kartoffeln oder Paprika pflanzen: Die Nachtschattengewächse teilen sich Krankheiten. Den Platz jedes Jahr wechseln oder im Kübel frische Erde nehmen.
- Einen zu kleinen Kübel nehmen: Unter etwa 15 Litern Erde trocknet der Topf im Sommer ständig aus und Blüten fallen ab. Ein großes Gefäß wählen und mulchen.
Häufige Fragen zu Auberginen
Kann man Auberginen roh essen?
Besser nicht. Rohe Auberginen enthalten Solanin, schmecken bitter und sind schwammig. Gegart sind sie unbedenklich.
Warum bildet meine Aubergine Blüten, aber keine Früchte?
Auberginen bestäuben sich selbst, brauchen dafür aber passende Temperaturen. Bei großer Hitze im Gewächshaus oder in kühlen Nächten fallen die Blüten oft ab. Im Gewächshaus an heißen Tagen lüften und schattieren.
Wie lange dauert es bis zur ersten Frucht?
Nach dem Auspflanzen vergehen meist etwa zehn Wochen, bis die ersten Früchte reif sind. Kleinfrüchtige Sorten sind schneller, große Sorten brauchen länger und einen warmen Sommer.
Quellen zu Auberginen
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Aussaat wie bei Tomaten ab Anfang März, hell und warm bei 20 bis 25 °C. Auberginen keimen langsamer als Tomaten, oft erst nach bis zu sechs Wochen. Im Hausgarten gedeihen sie am besten im Gewächshaus oder im Kübel an einem warmen, sonnigen Platz. (Quelle: Hortipendium: Auberginen im Hausgarten, gefunden am 30.09.2026)
- Pflanzabstand: Anzucht ab Mitte März bei 22 bis 25 °C, Pflanzung Mitte Mai an einem geschützten Standort mit 60 x 50 cm Abstand. (Quelle: Hortipendium: Auberginen Erwerbsanbau, gefunden am 30.09.2026)
- Pflege: Für gute Jungpflanzen braucht es viel Licht, 20 bis 25 °C, Platz und mindestens zehn Wochen Anzucht. Zur Pflege gehören Gießen, Mulchen mit schwarzer Folie oder Vlies, Stützen nach dem Fruchtansatz und laufendes Ernten, ideal ist ein sonniger, windgeschützter Platz. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Aubergine, gefunden am 30.09.2026)
- Termine: Jungpflanzenanzucht ab Mitte März bei 22 bis 25 °C, Pflanzung Mitte bis Ende Mai. (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Aubergine, gefunden am 01.10.2026)
- Nährstoffbedarf: Auberginen haben einen mittleren Nährstoffbedarf; etwa 3 l Kompost und 100 g Hornmehl je m². (Quelle: Bayerische Gartenakademie (LWG): Infoschrift Aubergine, gefunden am 01.10.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Auberginen
Hülsenfrüchte
Stielgemüse
Kräuter
Blumen