Tulpen

Blumen · Schwierigkeit leicht

Tulpen (Tulipa)
Foto: John O'Neill, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Tulipa · Liliengewächse (Liliaceae)

Tulpen sind die bekanntesten Frühlingsblumen. Du steckst die Zwiebeln im Herbst, und je nach Sorte blühen sie von Ende März bis Mitte Mai. Alle Teile der Tulpe sind giftig, auch für Katzen und Hunde. Ins Freie gepflanzt wird 4. Okt – 22. Nov. Geerntet werden kann 5. Apr – 17. Mai.

Standort
sonnig
Pflanzabstand
10 bis 15 cm Abstand, 10 bis 15 cm tief
Wuchshöhe
10 bis 70 cm, je nach Sorte
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer

Gießen

Nur bei trockenem Frühjahr gießen. Im Sommer, wenn die Zwiebeln ruhen, trocken halten.

Gute Nachbarn

  • Traubenhyazinthen (blühen gleichzeitig und bedecken den Boden unter den Tulpen)
  • Narzissen (gleiche Pflanzzeit, zusammen längere Blüte im Frühjahr)
  • Lavendel (mag wie Tulpen einen trockenen, durchlässigen Boden im Sommer)

Mehr über Tulpen bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Blüte5. Apr – 17. Mai
Zwiebeln stecken4. Okt – 22. Nov
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 23. Sep und 14. Okt ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Verblühtes gleich unter der Blüte abschneiden, damit die Pflanze keine Samen bildet.
  • Das Laub stehen lassen, bis es gelb ist. Es füllt die Zwiebel für das nächste Jahr.
  • Wo Wühlmäuse vorkommen, die Zwiebeln in Pflanzkörbe aus Draht setzen.

Düngen

Bio: Beim Austrieb im Frühjahr etwas Kompost oder Hornspäne um die Pflanzen streuen.

Konventionell: Beim Austrieb eine kleine Gabe Volldünger. Nach der Blüte nicht mehr düngen.

Mehr und besser ernten

  • Für die Vase schneiden, wenn die Knospe gerade Farbe zeigt. Tulpen wachsen in der Vase noch weiter.
  • Frühe, mittlere und späte Sorten mischen, dann blüht es von März bis Mai.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Staunässe
In nassem Boden faulen die Zwiebeln über Winter, und Pilze haben leichtes Spiel. Durchlässigen Boden wählen oder Kies ins Pflanzloch geben.
Späte Nachtfröste
Frost im April kann Knospen und Blätter schädigen. Die Zwiebeln selbst sind winterhart. Töpfe bei starkem Frost an die Hauswand rücken.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • TulpenfeuerKrankheit

    Die Pilzkrankheit befällt nur Tulpen. Verkrüppelte Triebe mit graubraunen Flecken sofort mit der Zwiebel entfernen und dort drei Jahre keine Tulpen pflanzen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Die Triebe kommen verkrüppelt und verdreht aus dem Boden und sehen wie verbrannt aus. Auf Blättern und Blüten erscheinen kleine, graubraune Flecken, bei feuchtem Wetter wächst ein grauer Schimmelrasen darauf. Stängel faulen oft kurz über dem Boden und knicken um. Auf der braunen Zwiebelhaut sitzen kleine schwarze Pünktchen von 1 bis 2 mm, das sind die Dauerkörper des Pilzes.

    Wann: Beim Austrieb im Frühjahr und zur Blüte, vor allem bei nassem, mildem Wetter

    Vorbeugen

    • Nur feste, gesunde Zwiebeln ohne schwarze Pünktchen auf der Haut pflanzen.
    • Tulpen nicht zu früh im Herbst stecken, Oktober bis November ist günstiger als September.
    • Mit genug Abstand pflanzen, damit Blätter und Blüten nach Regen schnell abtrocknen.
    • Auf einem Beet mit Befall mindestens drei Jahre lang keine Tulpen pflanzen, der Pilz überdauert im Boden.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Triebe sofort mit der Zwiebel herausnehmen und in den Hausmüll geben, nicht auf den Kompost.
    • Verblühte Blüten abschneiden, bevor sie auf die Blätter fallen und dort faulen.

    Konventionell: Für den Haus- und Kleingarten gibt es gegen Tulpenfeuer keine sinnvollen zugelassenen Mittel. Gesunde Zwiebeln und Anbaupausen sind der einzige Schutz.

  • WühlmäuseSchädling

    Tulpenzwiebeln sind bei Wühlmäusen sehr beliebt, besonders im Herbst und Winter. Pflanzkörbe aus engmaschigem Draht schützen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Pflanzen welken plötzlich und lassen sich ohne Wurzeln herausziehen. Flache, unregelmäßige Erdhügel (anders als die runden, hohen Hügel des Maulwurfs), Gänge dicht unter der Oberfläche, angenagte Möhren und Kartoffeln.

    Wann: Ganzjährig, am meisten Schaden im Herbst und Winter

    Vorbeugen

    • Hochbeete mit einem engmaschigen Drahtgitter (Maschenweite höchstens 13 mm) am Boden bauen.
    • Pflanzkörbe aus Draht für Knollen und wertvolle Pflanzen.
    • Katzen, Greifvögel und Wiesel halten den Bestand klein; eine Sitzstange für Greifvögel am Beet hilft.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Den Gang freilegen und prüfen, ob er wieder verschlossen wird (Verwühlprobe). Dann ist er bewohnt.
    • Fallen, die für Wühlmäuse gemacht sind, in bewohnte Gänge stellen. Das ist die wirksamste Methode.
    • Gerüche wie Knoblauch oder Holunderjauche vertreiben die Tiere höchstens kurz.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Giftköder und Begasungsmittel für den Haus- und Kleingarten. Sie gefährden auch Haustiere und andere Tiere; Fallen sind die sicherere Wahl.

  • NacktschneckenSchädling

    Schnecken fressen gern an den jungen Trieben und Knospen im Frühjahr. Beim Austrieb abends nachsehen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.

    Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen

    Vorbeugen

    • Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
    • Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
    • Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
    • Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
    • Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
    • Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
    • Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.

    Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Tulpen erst ab Oktober stecken, wenn der Boden kühler ist. Zu früh gepflanzt steigt die Gefahr von Tulpenfeuer.
  2. In Gruppen von zehn und mehr Zwiebeln pflanzen, einzelne Tulpen wirken im Beet verloren.
  3. Wildtulpen und Darwin-Hybriden kommen oft viele Jahre wieder. Viele gefüllte und gefranste Sorten blühen dagegen nur ein, zwei Jahre gut.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Apeldoorn
Rote Darwin-Hybride, die viele Jahre wiederkommt.
Ballerina
Lilienblütige Tulpe in Orange, duftet und blüht spät im Mai.
Queen of Night
Fast schwarzviolette, späte Einzeltulpe für Kontraste im Beet.
Tulipa sylvestris
Gelbe Weinbergtulpe, eine Wildtulpe für naturnahe Ecken, die sich selbst ausbreitet.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Die Zwiebeln werden zu flach gesteckt. Dann kippen die Stiele und die Zwiebeln teilen sich schnell in kleine, blühfaule Brut. Stecke sie zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist.
  • Das Laub wird direkt nach der Blüte abgeschnitten. Dann fehlt der Zwiebel Kraft für das nächste Jahr. Warte, bis die Blätter gelb sind.
  • Tulpen stehen jedes Jahr auf demselben Fleck, obwohl dort schon Tulpenfeuer war. Pflanze auf befallenen Beeten drei Jahre lang keine Tulpen.
  • Die Zwiebeln liegen in nassem, schwerem Boden und faulen im Winter. Lockere das Pflanzloch mit Sand oder Kies auf.

Häufige Fragen zu Tulpen

Warum blühen meine Tulpen im zweiten Jahr nicht mehr?

Viele Gartentulpen sind auf eine große Blüte im ersten Jahr gezüchtet. Danach teilen sich die Zwiebeln in kleine Tochterzwiebeln, die noch nicht blühen. Tiefer pflanzen, Laub einziehen lassen und ausdauernde Sorten wie Darwin-Hybriden oder Wildtulpen wählen hilft.

Sind Tulpen giftig für Kinder und Haustiere?

Ja, alle Teile der Tulpe sind giftig, am meisten die Zwiebel. Bei Kindern kann der Verzehr Bauchschmerzen und Erbrechen auslösen, längerer Hautkontakt reizt die Haut. Katzen, Hunde und Nager reagieren empfindlich. Zwiebeln nicht offen liegen lassen und im Zweifel den Giftnotruf anrufen.

Kann man Tulpen im Topf auf dem Balkon überwintern?

Ja. Die Zwiebeln dicht an dicht in einen Topf mit Abzugsloch setzen und den Topf an eine geschützte Hauswand stellen. Bei starkem Dauerfrost den Topf mit Vlies oder Jute einpacken, damit der Wurzelballen nicht durchfriert.

Muss man Tulpenzwiebeln im Sommer ausgraben?

Nein, das ist nicht nötig. Wenn der Boden im Sommer nass ist oder das Beet neu bepflanzt wird, kannst du die Zwiebeln nach dem Einziehen ausgraben, trocken und luftig lagern und im Herbst wieder stecken.

Quellen zu Tulpen

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

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