Gurken

Fruchtgemüse · frostempfindlich · Schwierigkeit mittel

Gurken (Cucumis sativus)
Foto: Bff, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Cucumis sativus · Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Gurken wachsen schnell, sind aber sehr kälteempfindlich. Zu frühes Auspflanzen ist der häufigste Fehler. Vorgezogen wird Gurken im Mittel vom 19. Apr – 3. Mai. Ins Freie gepflanzt wird erst 10.–24. Mai. Geerntet werden kann 28. Jun – 23. Aug.

Standort
sonnig, windgeschützt
Pflanzabstand
40 x 100 cm
Wuchshöhe
rankend 2 bis 3 m, am Boden liegend 30 bis 50 cm
Frost
empfindlich
Nährstoffbedarf
Starkzehrer
Boden mindestens
15 °C

Gießen

Viel und regelmäßig, am besten mit abgestandenem, warmem Wasser. Trockenheit macht die Früchte bitter.

Mehr über Gurken bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.

Vorziehen (drinnen)19. Apr – 3. Mai
Auspflanzen10.–24. Mai
Ernte28. Jun – 23. Aug
  • Jungpflanze wächst drinnen
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 29. Apr und 20. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Den Boden dick mit Rasenschnitt oder Stroh mulchen, Gurken wurzeln flach und mögen es feucht und warm.
  • Am Rankgitter die Haupttriebe regelmäßig anbinden und Seitentriebe nach der ersten Frucht einkürzen.
  • Bei Schlangengurken die Seitentriebe bis etwa 60 cm Höhe ganz entfernen, dann wird die Pflanze kräftiger.

Düngen

Bio: Vor dem Pflanzen etwa 4 bis 6 Liter reifen Kompost je m² einarbeiten. Ab der ersten Blüte alle zwei Wochen mit verdünnter Brennnesseljauche (1 zu 10) gießen.

Konventionell: Gemüsedünger nach Packungsangabe, grob etwa 50 bis 70 g je m² in drei bis vier Gaben von Juni bis August. Gurken sind salzempfindlich: Lieber öfter wenig düngen und danach gießen.

Mehr und besser ernten

  • Alle zwei bis drei Tage ernten, dann bildet die Pflanze ständig neue Früchte.
  • Die ersten Früchte schon klein pflücken, das entlastet junge Pflanzen.
  • Krumme oder verkümmerte Gurken früh abschneiden, sie kosten nur Kraft.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Kälte und kaltes Gießwasser
Gurken stellen bei Kühle das Wachstum ein, kaltes Leitungswasser schockt die flachen Wurzeln. Mit abgestandenem, temperiertem Wasser gießen und erst in warmen Boden pflanzen.
Trockenheit
Bei Wassermangel werden die Früchte bitter und krumm, die Pflanze wird anfälliger für Mehltau. Den Boden dick mulchen und gleichmäßig feucht halten.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • Echter MehltauKrankheit

    Kommt meist ab Hochsommer, wenn die Pflanzen schon länger tragen und Trockenheit dazukommt. Mehltautolerante Sorten sind bei Gurken gut verfügbar und lohnen sich.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Mehlig weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Die Blätter werden später gelb, braun und trocken.

    Wann: Juli bis September, bei warmen Tagen und kühlen, taureichen Nächten

    Vorbeugen

    • Gleichmäßig gießen und mulchen: Pflanzen, die unter Trockenheit leiden, werden eher befallen.
    • Nicht zu dicht pflanzen, damit Luft durch die Blätter kommt.
    • Nicht zu viel Stickstoff düngen.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Zucchini, Gurken und Erbsen gibt es viele.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Milch mit Wasser (1 zu 9) oder Natron in Wasser (etwa 1 Teelöffel auf 1 Liter) alle paar Tage auf die Blätter sprühen, das bremst den Pilz.
    • Zugelassene Mittel mit Netzschwefel oder Lecithin sind auch im Bio-Anbau erlaubt.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Fungizide gegen Echten Mehltau für den Haus- und Kleingarten. Sie helfen vor allem früh im Befall; bei Gemüse die Wartezeit bis zur Ernte beachten.

  • Falscher MehltauKrankheit

    Tritt bei Gurken vor allem in feuchten Spätsommern auf und kann die Pflanzen in kurzer Zeit zum Absterben bringen. Am Rankgitter trocknen die Blätter schneller ab als am Boden.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Gelbliche, eckige Flecken auf der Blattoberseite, die von den Blattadern begrenzt sind. Auf der Unterseite ein grauer bis violetter Pilzrasen. Die Blätter sterben ab. Anders als Echter Mehltau lässt er sich nicht abwischen.

    Wann: Frühjahr und Herbst oder in nassen Sommern, bei feuchtem, kühlem Wetter

    Vorbeugen

    • Morgens und nur an den Fuß gießen, damit die Blätter trocken bleiben.
    • Weit genug pflanzen und auf luftige Lage achten.
    • Widerstandsfähige Sorten wählen, bei Salat, Spinat, Gurken und Basilikum gibt es welche.
    • Pflanzen der gleichen Art nicht jedes Jahr an dieselbe Stelle setzen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter oder ganze Pflanzen sofort entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Schachtelhalmbrühe vorbeugend spritzen, sie stärkt die Blätter. Gegen einen starken Befall hilft sie nicht.

    Konventionell: Es gibt wenige zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten. Sie wirken nur vorbeugend; bei Blattgemüse die Wartezeit beachten.

  • SpinnmilbenSchädling

    Besonders häufig an Gurken im Gewächshaus und an warmen, windstillen Plätzen. Gelblich gesprenkelte Blätter sind das erste Zeichen, dann die Unterseiten prüfen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite, später werden die Blätter gelb bis silbrig und fallen ab. Auf der Unterseite feine Gespinste und winzige, rötliche oder gelbliche Punkte, die sich bewegen.

    Wann: Juni bis August, bei heißem, trockenem Wetter, im Gewächshaus und unter Dachvorsprüngen

    Vorbeugen

    • Für feuchte Luft sorgen: Im Gewächshaus die Wege nass halten, bei Hitze die Blätter morgens überbrausen.
    • Pflanzen nicht an heiße, trockene Hauswände stellen, ohne sie regelmäßig zu übersprühen.
    • Im Gewächshaus früh Raubmilben ausbringen, wenn es jedes Jahr Befall gab.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter entfernen und die Blattunterseiten mehrmals kräftig mit Wasser abbrausen.
    • Raubmilben oder Florfliegenlarven kaufen und aussetzen, besonders im Gewächshaus.
    • Zugelassene Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife auf die Blattunterseiten spritzen, mehrmals im Abstand von einer Woche.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen Spinnmilben. Sie töten auch Raubmilben, danach kommen die Spinnmilben oft stärker zurück.

    Natürliche Gegenspieler: Raubmilben, Florfliegen, Marienkäfer, Blumenwanzen, Ohrwürmer

  • NacktschneckenSchädling

    Jungpflanzen sind in den ersten Wochen nach dem Pflanzen sehr gefährdet und werden oft komplett abgefressen. Am Boden liegende Früchte werden ebenfalls angefressen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große Löcher in den Blättern, abgefressene Keimlinge und Jungpflanzen, silbrig glänzende Schleimspuren am Morgen. Die Schnecken selbst sieht man meist nur nachts oder nach Regen.

    Wann: Frühjahr bis Herbst, vor allem in feuchten Jahren und nach Regen

    Vorbeugen

    • Morgens gießen statt abends, damit Boden und Pflanzen nachts trocken sind.
    • Jungpflanzen erst kräftig vorziehen und nicht zu klein auspflanzen: Große Pflanzen überstehen etwas Fraß.
    • Schneckenzäune oder Hochbeete mit Schneckenkante halten sie fern. Nicht mulchen, solange die Pflanzen klein sind.
    • Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier: Laubhaufen und Steine am Rand lassen.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Abends oder früh morgens mit der Taschenlampe absammeln, das ist am wirksamsten.
    • Bretter oder feuchte Säcke zwischen die Reihen legen, tagsüber verkriechen sich die Schnecken darunter und lassen sich einsammeln.
    • Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat ist auch im Bio-Anbau erlaubt. Sparsam einzelne Körner um gefährdete Pflanzen streuen, nicht flächig.
    • Nematoden gegen Nacktschnecken (Phasmarhabditis) im Frühjahr auf den feuchten Boden gießen, sie befallen junge Schnecken im Boden.

    Konventionell: Schneckenkorn mit anderen Wirkstoffen bringt gegenüber Eisen-III-phosphat keinen Vorteil und ist für Igel, Hunde und Katzen gefährlicher. Wenn überhaupt, nur zugelassene Mittel und sparsam in Streifen, nie als Haufen.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Nützlinge, die Gurken anlockt

  • Honigbienen

    Freilandgurken brauchen Insekten, die den Pollen von männlichen zu weiblichen Blüten tragen. Bei vielen Salat- und Schlangengurken entstehen die Früchte dagegen auch ohne Bestäubung.

    Bestäuben viele Gemüse- und Obstblüten, wenn Imker in der Nähe sind.

  • Hummeln

    Hummeln besuchen die gelben Gurkenblüten auch an kühlen Tagen und sorgen so bei Freilandgurken für einen sicheren Fruchtansatz.

    Bestäuben schon bei kühlem Wetter und schütteln den Pollen aus Tomatenblüten.

Tipps zum Anbau

  1. Nur 2 bis 3 Wochen vorziehen, ältere Jungpflanzen leiden beim Umsetzen.
  2. Am Rankgitter ziehen: spart Platz, die Früchte bleiben sauber und die Blätter trocknen schneller ab.
  3. Nicht mit kaltem Leitungswasser gießen, lieber abgestandenes, temperiertes Wasser.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Vorgebirgstrauben
Alte, samenfeste Einlegegurke für das Freiland mit reichem Ertrag, die bei Hitze und Trockenheit aber leicht bitter wird.
Delikatess
Samenfeste Freilandgurke, die jung zum Einlegen und ausgewachsen als Salatgurke taugt.
Marketmore
Samenfeste Salatgurke für das Freiland mit guter Toleranz gegen Mehltau.
Iznik F1
Kleine, glatte Snackgurke mit mildem Geschmack, die auch im Kübel gut trägt.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Jungpflanzen ohne Abhärten ins Beet setzen: Direkt vom Fensterbrett in Sonne und Wind bekommen die Blätter Sonnenbrand. Die Töpfe vorher einige Tage tagsüber nach draußen stellen.
  • Gurken jedes Jahr ins gleiche Beet pflanzen: Krankheiten bleiben im Boden. Erst nach drei bis vier Jahren wieder Gurken oder andere Kürbisgewächse an dieselbe Stelle setzen.
  • Gewächshausgurken ins Freiland pflanzen: Schlangengurken für das Gewächshaus brauchen mehr Wärme und bringen draußen wenig. Für das Beet Freiland-, Einlege- oder Minigurken wählen.
  • Zu früh mulchen: Eine Mulchschicht auf noch kaltem Boden hält die Wärme ab. Erst mulchen, wenn sich der Boden im Frühsommer gut erwärmt hat.

Häufige Fragen zu Gurken

Warum werden die kleinen Gurken gelb und fallen ab?

Oft setzt die Pflanze mehr Früchte an, als sie ernähren kann, und wirft einen Teil ab. Kälte, Trockenheit und fehlende Bestäubung verstärken das. Regelmäßig ernten, gleichmäßig gießen und nachdüngen hilft.

Warum blüht meine Gurke, bildet aber keine Früchte?

Zuerst erscheinen meist nur männliche Blüten, die weiblichen mit dem kleinen Fruchtansatz folgen einige Tage später. Freilandsorten brauchen Insekten zur Bestäubung, bei kühlem, nassem Wetter fliegen wenige. Mit etwas Geduld kommt der Ansatz meist von selbst.

Kann man Gurken im Kübel ziehen?

Ja, am besten Snack- oder Minigurken in einem Gefäß mit mindestens 20 Litern Erde. Eine Rankhilfe im Topf spart Platz. Die Erde trocknet im Kübel schnell aus, an heißen Tagen musst du oft zweimal gießen.

Kann man Gurkensamen selbst gewinnen?

Nur von samenfesten Sorten. Dazu eine Gurke gelb ausreifen lassen, die Kerne herauslösen, ein paar Tage gären lassen, waschen und trocknen. Gurken kreuzen sich untereinander, aber nicht mit Zucchini oder Kürbis.

Quellen zu Gurken

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

Weitere Pflanzen

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