Rote Bete

Wurzelgemüse · Schwierigkeit leicht

Rote Bete (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. conditiva)
Foto: Evan-Amos, CC0, via Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief

Beta vulgaris subsp. vulgaris var. conditiva · Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

Rote Bete ist anspruchslos und lässt sich vom Frühjahr bis in den Frühsommer säen. Junge Blätter schmecken im Salat. Direkt ins Beet geht es 26. Apr – 21. Jun. Geerntet werden kann 21. Jun – 18. Okt.

Standort
sonnig bis halbschattig
Pflanzabstand
10 x 30 cm
Wuchshöhe
Laub 20 bis 40 cm
Frost
wenig empfindlich
Nährstoffbedarf
Mittelzehrer
Boden mindestens
8 °C

Gießen

Gleichmäßig feucht halten. Bei Trockenheit werden die Knollen holzig.

Mehr über Rote Bete bei Wikipedia

Das Jahr im Mittel für Deutschland

Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst.

Direktsaat (Beet)26. Apr – 21. Jun
Ernte21. Jun – 18. Okt
  • Deutschland-Schnitt
  • letzter Frost, 19. Apr
  • letzter Frost in 8 von 10 Jahren
  • erster Herbstfrost, 1. Nov
  • heute

Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 15. Apr und 6. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.

Pflege, Dünger und Ertrag

Pflege

  • Zwischen den Reihen flach hacken, bis das Laub den Boden deckt.
  • Nach dem Vereinzeln leicht mulchen, das hält den Boden gleichmäßig feucht.
  • Rote Bete verträgt keine sauren Böden: Bei Bedarf im Herbst davor etwas Kalk geben.

Düngen

Bio: Vor der Saat etwa 3 Liter reifen Kompost je m² einarbeiten. Bei schwachem Wuchs im Juni einmal mit verdünnter Brennnesseljauche (1 zu 10) gießen.

Konventionell: Gemüsedünger nach Packungsangabe, grob etwa 40 g je m² vor der Saat. Nicht zu viel Stickstoff geben, Rote Bete reichert sonst Nitrat an.

Mehr und besser ernten

  • Von April bis Juni alle vier Wochen nachsäen, dann gibt es laufend zarte Knollen.
  • Für den Winter die Knollen vor starkem Frost ernten und in feuchtem Sand kühl lagern.
  • Junge Blätter lassen sich wie Mangold verwenden, das verdoppelt den Nutzen.

Schädlinge und Krankheiten

Empfindlich gegen

Bormangel
Fehlt Bor, werden die Herzblätter schwarz und die Knollen innen braun und faul. Überkalkte, trockene Böden fördern den Mangel, reifer Kompost und gleichmäßige Feuchte beugen vor.
Trockenheit
Bei Trockenheit bleiben die Knollen klein, werden holzig und bekommen helle Ringe. Nach dem Vereinzeln gleichmäßig feucht halten.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

  • RübenfliegeSchädling

    Die Maden minieren in den Blättern, bei starkem Befall wachsen die Knollen schlechter. Befallene Blätter entfernen, frühe Sätze unter Netz ziehen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Große, helle, blasig aufgetriebene Flecken in den Blättern, gegen das Licht sieht man darin Maden und dunklen Kot. Die Flecken werden später braun.

    Wann: Mai bis August, mehrere Generationen

    Vorbeugen

    • Ein Kulturschutznetz auflegen, besonders bei Spinat und Mangold für die Blatternte.
    • Mangold, Rote Bete und Spinat nicht nebeneinander und nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Puppen überwintern im Boden.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter abpflücken und in den Hausmüll geben, solange die Maden noch drin sind.
    • Die übrigen Blätter lassen sich essen. Gut gedüngte Pflanzen wachsen dem Schaden meist davon.

    Konventionell: Im Haus- und Kleingarten gibt es dagegen keine sinnvollen chemischen Mittel.

    Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen

  • BlattfleckenkrankheitKrankheit

    Rote Bete bekommt im Spätsommer oft runde, graue Flecken mit rötlichem Rand. Die Knollen leiden erst bei starkem Befall, befallenes Laub nicht auf dem Beet liegen lassen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Runde, braune bis graue Flecken mit dunklem oder rötlichem Rand, oft mit winzigen schwarzen Punkten darin. Die Flecken fließen zusammen, die Blätter vertrocknen von außen nach innen.

    Wann: Juli bis September, bei warmem, feuchtem Wetter

    Vorbeugen

    • Nicht über die Blätter gießen und weit genug pflanzen.
    • Dieselbe Pflanzenart erst nach drei bis vier Jahren wieder auf dasselbe Beet setzen.
    • Pflanzenreste nach der Ernte abräumen, der Pilz überwintert darauf.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Befallene Blätter früh entfernen und in den Hausmüll geben.
    • Schachtelhalmbrühe vorbeugend spritzen, um die Blätter zu stärken.

    Konventionell: Es gibt wenige zugelassene Fungizide für den Haus- und Kleingarten, sie wirken nur vorbeugend. Bei Blattgemüse die Wartezeit beachten.

  • ErdflöheSchädling

    An Rote Bete gehen eigene Arten, die Rübenerdflöhe, vor allem an die Keimlinge im Frühjahr. Gleichmäßig feuchte Saatreihen lassen die Pflanzen schnell aus dem gefährdeten Stadium wachsen.

    Erkennen, vorbeugen, bekämpfen

    Erkennen: Viele kleine, runde Löcher in den Blättern, wie mit Schrot beschossen. Bei Berührung springen 2 bis 3 mm kleine, schwarze oder gelb gestreifte Käfer weg. Keimlinge können ganz eingehen.

    Wann: April bis Juni, bei trockenem, warmem Wetter

    Vorbeugen

    • Das Beet feucht halten: Erdflöhe mögen es trocken, bei feuchtem Boden bleiben sie weg.
    • Den Boden zwischen den Reihen mulchen oder hacken.
    • Ein feinmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Saat auflegen.
    • Salat oder Spinat zwischen die Reihen säen, das hält den Boden beschattet und feucht.

    Wenn der Befall schon da ist

    • Beet morgens gründlich gießen und die Pflanzen mehrmals täglich leicht überbrausen.
    • Gesteinsmehl oder Algenkalk morgens auf die taufeuchten Blätter stäuben, das stört die Käfer.

    Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen beißende Insekten. Meist reicht es, die Keimlinge über die ersten zwei Wochen zu bringen, danach wachsen sie dem Fraß davon.

    Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer

Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.

Tipps zum Anbau

  1. Nicht zu früh säen: Bei Kälte schießen die Pflanzen später in die Blüte.
  2. Die Samenknäuel keimen mehrfach, auf 10 cm Abstand vereinzeln. Die ausgezupften Pflänzchen sind ein guter Salat.
  3. Ernten, wenn die Knollen 5 bis 8 cm groß sind. Blätter abdrehen, nicht abschneiden, sonst bluten sie aus.

Sorten und häufige Fehler

Sorten und Saatgut

Robuschka
Samenfeste Sorte, die im Öko-Versuch der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau sehr gute Erträge brachte.
Tonda di Chioggia
Innen rot-weiß geringelt und mild im Geschmack, schön roh im Salat.
Cylindra
Walzenförmige Knollen, die sich gleichmäßig in Scheiben schneiden lassen und in der Reihe wenig Platz brauchen.

Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.

Häufige Fehler

  • Zu tief säen: Die Samenknäuel gehören nur 2 bis 3 cm tief in die Erde. Tiefer gesät laufen sie langsam und lückenhaft auf.
  • Die Knollen zu groß werden lassen: Überständige Rüben werden faserig und holzig. Lieber mehrere kleine Sätze säen und jung ernten.
  • Frischen Mist oder viel Stickstoff geben: Dann wächst vor allem Laub, und die Knollen lagern Nitrat ein. Reifer Kompost reicht.
  • Nach Spinat oder Mangold säen: Die nahen Verwandten teilen Krankheiten und Schädlinge. Lass auf demselben Beet mindestens drei Jahre Pause.

Häufige Fragen zu Rote Bete

Warum keimt meine Rote Bete so ungleichmäßig?

Die Samenknäuel haben eine harte Schale und brauchen lange gleichmäßige Feuchte. Weiche sie vor der Saat einige Stunden in Wasser ein und halte die Saatreihe feucht, bis alle aufgelaufen sind. In kühlem Boden dauert das Keimen zwei bis drei Wochen.

Wie lange dauert es von der Saat bis zur Ernte?

Kleine Knollen für Salat kannst du nach etwa acht Wochen ziehen. Für volle Größe und Lagerknollen rechnest du mit zehn bis vierzehn Wochen, je nach Sorte und Wetter.

Kann man Rote Bete vorziehen?

Ja, in Multitopfplatten ab Ende März mit einem Samenknäuel je Topf. Die kleinen Büschel pflanzt du nach drei bis vier Wochen ohne Vereinzeln aus. Das bringt eine frühere Ernte, die Knollen bleiben dann etwas kleiner.

Quellen zu Rote Bete

Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.

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