Rosenkohl

Steckbrief
Brassica oleracea var. gemmifera · Kreuzblütler (Brassicaceae)
Rosenkohl braucht eine lange Saison: Er wird im Frühjahr gesät und im Herbst und Winter geerntet. Die kleinen Röschen wachsen an den Blattachseln entlang des Stamms. Vorgezogen wird Rosenkohl im Mittel vom 29. Mär – 26. Apr. Ins Freie gepflanzt wird 10. Mai – 7. Jun. Geerntet werden kann 11. Okt – 27. Dez.
- Standort
- sonnig
- Pflanzabstand
- 50 x 60 cm
- Wuchshöhe
- 60 bis 100 cm
- Frost
- wenig empfindlich
- Nährstoffbedarf
- Starkzehrer
Gießen
Gleichmäßig, im Sommer bei Trockenheit durchdringend.
Mehr über Rosenkohl bei Wikipedia
Das Jahr im Mittel für Deutschland
Die Balken zeigen, in welchem Zeitraum du damit anfängst. Nach dem Vorziehen wachsen die Jungpflanzen einige Wochen drinnen (gestrichelt), bis sie ins Beet kommen.
- Jungpflanze wächst drinnen
- Deutschland-Schnitt
- letzter Frost, 19. Apr
- letzter Frost in 8 von 10 Jahren
- erster Herbstfrost, 1. Nov
- heute
Ohne Ort gilt ein mittlerer letzter Frost um den 19. Apr. Je nach Ort geht es zwischen 29. Apr und 20. Mai ins Beet. Die Höhe deines Ortes ist eingerechnet; in Tälern und Mulden, in denen sich kalte Luft sammelt, kann es 1 bis 2 Wochen später sein.
Pflege, Dünger und Ertrag
Pflege
- Zweimal anhäufeln, damit die hohen Pflanzen stehen bleiben.
- Bei windigem Standort an einen Pfahl binden.
- Im Herbst die unteren gelben Blätter entfernen.
Düngen
Bio: Beim Pflanzen etwa 4 Liter Kompost je m² und 60 g Hornspäne. Im Juli noch einmal Hornspäne.
Konventionell: Etwa 80 g Volldünger je m², geteilt auf Pflanzung und Juli. Ab August nicht mehr düngen, sonst werden die Röschen locker.
Mehr und besser ernten
- Von unten nach oben ernten, sobald die Röschen fest sind.
- Frühe und späte Sorten kombinieren, dann gibt es von Oktober bis Februar zu ernten.
- Die Blätter oben an der Pflanze lassen, sie ernähren die Röschen.
Schädlinge und Krankheiten
Empfindlich gegen
- Lockerer Boden
- In frisch umgegrabenem oder sehr leichtem Boden bilden sich lockere Röschen. Den Boden vor dem Pflanzen sich setzen lassen und fest pflanzen.
- Zu viel Stickstoff spät im Jahr
- Spät gedüngt bleiben die Röschen locker und frieren leichter. Ab August nicht mehr düngen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
Weiße FliegeSchädling
Die Kohlmottenschildlaus sitzt im Herbst unter den Blättern und verschmutzt die Röschen. Ab Juli ein feines Netz auflegen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Beim Berühren der Pflanze fliegen Wolken winziger weißer Insekten auf. Auf den Blattunterseiten sitzen flache, hellgrüne Larven. Die Blätter kleben und werden von Rußtau schwarz.
Wann: Im Gewächshaus das ganze Jahr, im Freien Juli bis Oktober, an Kohl bis in den Winter
Vorbeugen
- Jungpflanzen vor dem Kauf auf Blattunterseiten prüfen.
- Im Gewächshaus früh Gelbtafeln aufhängen, dann fällt der erste Befall auf.
- Kohl mit Kulturschutznetz abdecken.
Wenn der Befall schon da ist
- Gelbtafeln fangen die erwachsenen Fliegen.
- Im Gewächshaus Schlupfwespen (Encarsia formosa) aussetzen, sie parasitieren die Larven.
- Zugelassene Mittel mit Rapsöl, Kaliseife oder Neem auf die Blattunterseiten spritzen.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen saugende Insekten. Die Weiße Fliege wird schnell unempfindlich, im Gewächshaus sind Schlupfwespen oft wirksamer.
Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen, Florfliegen, Marienkäfer
KohlweißlingSchädling
Die Raupen fressen im Sommer an den Blättern. Netz auflegen.
Schützende Nachbarn
- Sellerie (Der Duft soll die Falter bei der Eiablage verwirren.)
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Weiße Schmetterlinge über dem Beet, gelbe Eier in Gruppen unter den Blättern, grün-gelb-schwarz gefleckte Raupen (Großer Kohlweißling) oder samtig grüne Raupen (Kleiner Kohlweißling). Große Löcher und Fraß bis auf die Blattrippen, grüner Kot zwischen den Blättern.
Wann: Mai bis September, zwei bis drei Generationen im Jahr
Vorbeugen
- Kohl gleich nach dem Pflanzen mit einem Kulturschutznetz (Maschenweite höchstens 1,4 mm) abdecken und die Ränder mit Erde beschweren.
- Ab Juni die Blattunterseiten jede Woche nach Eiern absuchen und sie abwischen.
- Tomaten, Sellerie oder Salbei als Nachbarn sollen die Falter mit ihrem Duft verwirren, ein Netz ersetzen sie aber nicht.
Wenn der Befall schon da ist
- Raupen absammeln, bei kleinen Beeten reicht das meist.
- Mittel mit Bacillus thuringiensis wirken nur auf Raupen, schonen Bienen und Nützlinge und sind im Bio-Anbau erlaubt. Spritzen, solange die Raupen klein sind.
- Gelbe Kokons neben toten Raupen hängen lassen: Darin wachsen Schlupfwespen, die die nächste Generation befallen.
Konventionell: Es gibt zugelassene Mittel gegen fressende Insekten mit synthetischen Wirkstoffen. Sie treffen auch Nützlinge und Bienen, und Bacillus thuringiensis wirkt gegen Raupen ebenso gut.
Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen, Laufkäfer
BlattläuseSchädling
Die mehlige Kohlblattlaus nistet sich zwischen den Röschen ein. Früh abspritzen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Grüne, schwarze, graue oder mehlig bepuderte Läuse, 1 bis 3 mm groß, dicht an dicht an jungen Trieben, Knospen und unter den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, sind klebrig vom Honigtau, und oft laufen Ameisen hin und her. Auf dem Honigtau wächst später schwarzer Rußtau.
Wann: Mai bis Juli am stärksten, bei warmem, trockenem Wetter
Vorbeugen
- Nicht zu viel Stickstoff düngen: weiche, schnell wachsende Triebe ziehen Läuse an.
- Blühende Pflanzen wie Dill, Ringelblume und Kapuzinerkresse ins Beet holen, dann kommen Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen.
- Die Pflanzen ab Mai jede Woche kurz an Triebspitzen und Blattunterseiten ansehen. Kleine Kolonien sind schnell weg.
Wenn der Befall schon da ist
- Einzelne Kolonien abstreifen, befallene Triebspitzen abknipsen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
- Ein paar Tage abwarten: Wo Nützlinge schon da sind, brechen die Kolonien oft von selbst zusammen.
- Bei starkem Befall zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl spritzen, sie wirken nur bei direktem Treffer und schonen die meisten Nützlinge.
- Brennnesselauszug (etwa 1 kg frische Brennnesseln auf 10 l Wasser, 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, unverdünnt spritzen) schwächt die Läuse.
Konventionell: Gegen saugende Insekten gibt es zugelassene Mittel mit synthetischen Wirkstoffen für den Haus- und Kleingarten. Sie treffen auch Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven, deshalb nur bei starkem Befall und nicht in offene Blüten spritzen.
Natürliche Gegenspieler: Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Blumenwanzen
KohlfliegeSchädling
Die Maden fressen an den Wurzeln junger Pflanzen. Netz nach dem Pflanzen auflegen.
Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Erkennen: Junge Pflanzen welken bei Sonne, färben sich bläulich und bleiben stehen. Beim Herausziehen sieht man weiße, etwa 8 mm lange Maden und Fraßgänge an Wurzel und Stängelgrund. Bei Radieschen braune Gänge in der Knolle.
Wann: Erste Generation Ende April bis Juni, weitere bis in den Spätsommer
Vorbeugen
- Direkt nach Saat oder Pflanzung ein Kulturschutznetz auflegen und die Ränder dicht mit Erde beschweren.
- Kragen aus Pappe oder Filz (etwa 10 cm Durchmesser) eng um den Stängel von Jungpflanzen legen, dann können die Fliegen keine Eier an den Stängel legen.
- Kohlgewächse nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen, die Puppen überwintern im Boden.
Wenn der Befall schon da ist
- Welke Pflanzen mit den Maden herausziehen und in den Hausmüll geben, nicht auf den Kompost.
- Pflanzen, die sich noch halten, anhäufeln und gut gießen, dann bilden sie neue Wurzeln oberhalb der Fraßstellen.
Konventionell: Gegen die Maden im Boden gibt es für den Haus- und Kleingarten kaum wirksame Mittel. Das Netz ist die sichere Lösung.
Natürliche Gegenspieler: Laufkäfer
Im Haus- und Kleingarten nur Mittel verwenden, die dafür zugelassen sind, und die Gebrauchsanleitung beachten. Welche gerade zugelassen sind, steht im Verzeichnis des BVL.
Tipps zum Anbau
- Fest pflanzen und gut andrücken. In lockerem Boden bilden sich lockere Röschen.
- Anfang September die Spitze der Pflanze abbrechen, dann werden die Röschen gleichmäßiger groß.
- Nach den ersten Frösten schmeckt er milder und süßer.
Sorten und häufige Fehler
Sorten und Saatgut
- Hilds Ideal
- Alte, samenfeste Sorte mit etwa 0,5 bis 1 kg Röschen je Pflanze.
- Crispus F1
- Resistent gegen Kohlhernie, sinnvoll auf Böden, auf denen die Krankheit schon aufgetreten ist.
- Falstaff
- Rotviolette Röschen, die auch gekocht einen Teil ihrer Farbe behalten.
Beispiele, keine Werbung. Die Sorten gibt es bei vielen Saatgut- und Pflanzenhändlern.
Häufige Fehler
- Späte Sorten im September köpfen: Bei Sorten für die Ernte im Winter die Spitze stehen lassen, sonst werden alle Röschen auf einmal reif.
- Die grünen Blätter im Sommer abreißen, um Platz zu schaffen: Die Pflanze braucht sie für das Wachstum der Röschen. Nur gelbe, untere Blätter entfernen.
- Bei strengem Dauerfrost nichts tun: Starker Frost kann die Röschen innen braun färben. Vorher ernten oder die Pflanzen mit Vlies abdecken.
Häufige Fragen zu Rosenkohl
Wie lange kann man Rosenkohl ernten?
Mit frühen, mittleren und späten Sorten von September bis Februar. Frühe Sorten sind im September und Oktober reif, späte Sorten stehen bis in den Februar im Beet.
Kann man die Blätter vom Rosenkohl essen?
Ja, die obere Blattrosette schmeckt ähnlich wie Grünkohl. Du kannst sie beim Köpfen oder am Ende der Ernte wie Wirsing kochen.
Was kann vor Rosenkohl auf dem Beet stehen?
Bei einer Pflanzung Ende Mai oder Anfang Juni passen schnelle Vorkulturen wie Erbsen, Feldsalat, Frühkartoffeln, Salat oder Spinat. Radieschen und Kohlrabi sind zwar auch schnell, gehören aber zu den Kreuzblütlern und erhöhen das Risiko für Kohlhernie.
Quellen zu Rosenkohl
Diese Quellen stützen die genannten Angaben. Die Termine rechnet Saatfenster für deinen Ort um; die Quellen nennen meist Monate für ganz Deutschland.
- Termine: Frühe Sorten Anfang bis Mitte Mai pflanzen, Ernte September und Oktober; mittelfrühe Mitte bis Ende Mai, Ernte Mitte Oktober bis Dezember; späte Ende Mai bis Anfang Juni, Ernte Dezember bis Februar. (Quelle: Sächsische Gartenakademie (LfULG): Anbau von Rosenkohl im Haus- und Kleingarten, gefunden am 30.09.2026)
- Sorten: 'Crispus F1' und 'Cronus F1' sind resistent gegen Kohlhernie; die alte Sorte 'Hilds Ideal' bringt 0,5 bis 1 kg je Pflanze; rötliche Sorten wie 'Falstaff' bringen Abwechslung. (Quelle: Sächsische Gartenakademie (LfULG): Anbau von Rosenkohl im Haus- und Kleingarten, gefunden am 30.09.2026)
- Schädlinge und Krankheiten: Rosenkohl verträgt je nach Sorte mäßige Fröste, durch Frost steigt der Zuckergehalt; starke Fröste können das Gewebe im Inneren der Röschen braun verfärben. (Quelle: Sächsische Gartenakademie (LfULG): Anbau von Rosenkohl im Haus- und Kleingarten, gefunden am 30.09.2026)
Weitere Pflanzen
Passen gut zu Rosenkohl
Hülsenfrüchte
Kohlgemüse
Stielgemüse
Kräuter
Blumen